Opel vergibt Stuttgart neu

Autor Jens Rehberg

Aufgrund der neuen Händlerverträge hat Opel wieder die volle Kontrolle über die Umverteilung von Marktgebieten. In Stuttgart lässt sich Rüsselsheim damit allerdings viel Zeit.

Anbieter zum Thema

(Foto: Rehberg)

Die zur Emil-Frey-Gruppe gehörende Schwabengarage sowie die Stuttgarter Autohäuser von der Weppen (Renault, Nissan, Dacia, Opel) und Drebka & Beck (Opel) sind an der Übernahme des Opel-Marktgebiets Stuttgart bzw. Teilgebieten desselben sowie Standorten des ältesten deutschen Opel-Händlers Auto-Staiger interessiert. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ zögert der Rüsselsheimer Hersteller die Übernahme allerdings seit über einem Jahr hinaus.

Die Gesellschafter von Auto-Staiger beabsichtigen bereits seit längerer Zeit den Verkauf des Unternehmens. Spätestens Ende 2014 soll der Stammsitz in der Stuttgarter Innenstadt schließen – der Verkauf der Immobilie, die einer Wohnanlage Platz machen wird, ist bereits unter Dach und Fach.

Bildergalerie

Auf Anfrage von »kfz-betrieb« sagte ein Opel-Sprecher zu dem Vorgang lediglich: „Wir sind in sehr konkreten Gesprächen.“ Jedoch ließ sich vernehmen, dass eine Entscheidung über die Neuvergabe des Marktgebiets offenbar unmittelbar bevorsteht.

Wie Staiger-Geschäftsführer Paul Schäfer den „Stuttgarter Nachrichten“ gesagt hatte, war ein Verkauf der zurzeit noch sieben Standorte umfassenden Autohausgruppe bereits Mitte 2012 unterschriftsreif gewesen. Dann jedoch hätte Opel eingegriffen. Offenbar hat der Hersteller darauf gedrängt, das Gebiet auf mehrere Interessenten aufzuteilen und wollte zudem eine möglichst vorteilhafte Markendarstellung erzielen. Im Zuge der neuen GVO haben die Autohersteller wieder die volle Kontrolle über die Ausgestaltung ihrer Vertriebsnetze.

Paul Schäfer dagegen ist vor allem daran gelegen, den Übergang für seine Angestellten so glatt wie möglich zu gestalten. „Unser Bestreben ist es, die Betriebe in eine oder mehrere größere Mehrmarkengruppen zu integrieren, um möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten“, sagte der Händler im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Im hart umkämpften Stuttgarter Niederlassungsmarkt hält sich Staiger wacker. Nach Mercedes (rund 70.000), VW (60.000) und BMW (28.000) ist Opel (25.000) die viertgrößte Marke gemessen am zugelassenen Pkw-Volumen auf den Straßen der Landeshauptstadt.

Der seit 113 Jahren aktive Traditionsbetrieb Staiger gehörte in seiner Blütezeit lange zu den vier größten Opel-Händlern in Deutschland. 2012 hat das Unternehmen mit 282 Mitarbeitern noch 2.710 Neu- und 2.384 Gebrauchtwagen verkauft. Paul Staiger hatte den Betrieb 1898 als „Fahrrad-Detailgeschäft“ gegründet. 1900 übernahm er die Generalvertretung für Opel-Kraftfahrzeuge für das Königreich Württemberg-Hohenzollern. Ab 1920 entwickelte und fertigte Staiger sogar eigene Fahrzeuge – insgesamt verkaufte er 500 Modelle. 1929 eröffnete er den heutigen Stammsitz des Unternehmens in der Stuttgarter Nordbahnhofstraße. Paul Staiger verstarb 1943.

(ID:40530870)