Wer ein Kfz-Beleuchtung denkt, dem kommt unweigerlich ein bekannter Firmenname in den Sinn. Zu Recht, schließlich hat das Unternehmen mit seinen Erfindungen den Markt maßgeblich mitgeprägt.
Vor 100 Jahren führte Osram die Bilux-Lampe ein, die Lampe die zwei Fäden für zwei Lichtstellungen (Abblend- und Fernlicht) in einem Glaskolben vereinte.
(Bild: Osram)
Er war vermutlich das, was man heute unter dem Begriff Universalgenie würdigt: Denn er war nicht nur ein begnadeter Chemiker, der nicht nur vier chemische Elemente entdeckte, darunter das bekannt und bei Magneten bekannte Neodym. Er war auch ein gewiefter Techniker, Tüftler und Unternehmer. Schließlich erfand Carl Johann Joachim Freiherr Auer von Welsbach nicht nur den sogenannten Glühstrumpf für Gaslampen („Auerstrumpf“), er ließ sich 1898 die erste brauchbare Metallfaden-Glühlampe patentieren, die viele Vorteile gegenüber der ursprünglichen Glühlampe mit Kohlefaden aufweist. Fünf Jahre später erfand er den Zündstein, eine eine Metalllegierung aus Cer und Eisen, von der durch Schaben, meist durch das fräsend wirkende Zündrädchen, Späne abgehoben werden. Diese entstehen unter Hitzeabgabe und entzünden sich an Luft selbst entzünden. 1907 brachte Auer von Welsbach ein Feuerzeug auf den Markt, auf dem auch moderne Feuerzeuge nach wie vor basieren. Und am 10. März 1906 meldete er ein Warenzeichen für seine seit 1905 produzierten elektrischen Glüh- und Bogenlichtlampen an, das jedes Kind kennt: Osram. Der Name setzt sich aus den beiden Metallen Osmium (OS) und Wolfram (RAM) zusammen, aus denen der Glühfaden besteht.
Vor genau 100 Jahren stieg Osram mit der Entwicklung der Bilux-Zweidrahtlampe in die Automobilbeleuchtung ein. In den 30er-Jahren führte das Unternehmen die „Osram-D“-Lampen ein, die dank Doppelwendel-Technologie eine deutlich höhere Lichtausbeute bot. Bei der Entwicklung der Halogen-Technologie für Autoscheinwerfer leistete Osram in den 60-er Jahren Pionierarbeit. Sie wurde daraufhin zum Standard für die Automobilbeleuchtung. In den 90er Jahren gelang dem Unternehmen dierch die Mitentwicklung der D1-Xenon sowie der H7-Halogenlampe der Vorstoß in eine neue Ära des Scheinwerferdesigns. Die technischen Möglichkeiten dieser Lampen eröffneten eine bislang nicht mögliche Freiheit bei der Formgebung Größe von Fahrzeugscheinwerfer. In dieser Zeit stieg Osram zur weltweiten Nr. 1 in der Automobilbeleuchtung auf, wobei die H7-Leuchte noch heute eines der beliebtesten und absatzstärksten Produkte im Sortiment ist. Um der Besonderheit von Produkt und Kunde und der zunehmenden Globalisierung Rechnung zu tragen, wurde das Automotive-Geschäft ab 1994 als eigene Sparte bei geführt.
2007 brachte Osram Automotive mit den ersten Night-Braker-Modellen eine Reihe von Hochleistungs-Halogenlampen auf den Markt, die erstmals auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Autofahrern zugeschnitten sind. Ob Helligkeit, Stil, Haltbarkeit oder Kosten: Kunden können nun eine Lampe wählen, die zu ihrem Lebensstil passt. 2020 gelang dem Beleuchtungsspezialisten in enger Zusammenarbeit mit dem TÜV und dem Kraftfahrt-Bundesamt eine kleine Sensation: Die erste LED-Nachrüstlampe mit Straßenzulassung in Deutschland kommt auf den Markt. Mittlerweile gibt es diese in zahlreichen Ausführungen und sogar in einer speziellen „Oldtmerausführung“ mit eher klassisch-gelblichem denn bläulichem Licht.
Ergänzendes zum Thema
Die Geschichte von Osram ist eine mit sehr viele Facetten. Nur grob: Die 1892 gegründete Deutsche Gasglühgesellschaft-Aktiengesellschaft war eine Tochter der Österreichischen Gasglühlicht-Aktiengesellschaft. Beide stellten sie auf Basis der Patente von Carl Johann Joachim Freiherr Auer von Welsbach erst gas-, später elektrisch betriebene Leuchtmittel her. Die Deutschen gliederten im November 1918 ihr Glühlampengeschäft in die Osram G.m.b.H. aus. Ab 1920 beteiligten sich die beiden anderen großen deutschen Glühlampenhersteller, Siemens & Halske und die AEG an dieser.
Nach 1945 wurden die Osram-Werke in Ost-Berlin und Weißwasser/O.L. enteignet und teils demontiert. Das ehemalige Osram-„Drahtwerk“ in Berlin-Friedrichshain ging 1949 in Volkseigentum über. Es entstand der VEB Berliner Glühlampenwerk „Rosa Luxemburg“, der 1969 mit anderen Leuchtmittel-Produzenten zum DDR-Kombinat „Narva“ verschmolz. Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde dort die Glühlampenproduktion 1992 eingestellt und der Gebäudekomplex in die Denkmaldatenbank aufgenommen.
Wegen der Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte der Osram-Konzern im Jahr 1954 seinen Firmensitz von Berlin nach München. 1956 gehörte Osram zu 43 % Siemens 43 %, zu 36 % AEG und zu 21 % der International General Electric Company. Von 1976 verkaufte die AEG ihre Anteile an Siemens und 1978 war Osram vollständig im Besitz von Siemens.
Im April 2015 wurde bekannt, dass Osram sein Geschäft mit Privatkunden, also die Sparte Glühlampen und LED-Lampen für Allgemeinbeleuchtung mit gut einem Drittel der Mitarbeiter, abspalten wird. Der Name des neuen Unternehmens lautet Ledvance , der sich aus „LED“ „Advance“ (Fortschritt) zusammensetzt. Neuer Eigentümer des Geschäftsbereichs ist ein chinesisches Konsortium. Die EU genehmigte Anfang Juli 2020 die Osram-Übernahme durch den österreichischen Sensorhersteller ams AG.
Stand: 08.12.2025
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