Peugeot Österreich: Streit mit Händlern eskaliert
Bei einem starken Markt fuhr Peugeot Österreich 2016 ein Absatzminus ein. Nun will es der Importeur umdrehen: 20 Prozent Plus bei stagnierendem Markt. Aus Sicht des Händlerverbands sind die Ziele völlig unrealistisch, und er befürchtet, dass Peugeot andere Pläne damit verfolgt.

Zwischen Peugeot Österreich und seinen Händlern herrscht Eiszeit. Erstmals trägt der Händlerverband die Pläne des Importeurs nicht mit. Die Ziele sind aus Sicht der Händler nicht erreichbar, ein Dialog über die Pläne habe nicht stattgefunden. Entsprechend hat der Händlerverband dem Importeur seine Zustimmung verweigert. Nun muss Peugeot Österreich mit jedem einzelnen Händler das Vorgehen für 2017 aushandeln.
„Wir sind nicht bereit, nur den Händlern die Botschaften von Peugeot zu überbringen“, stellt Bernhard Kalcher, Präsident des Klubs der österreichischen Peugeot-Händler, im Gespräch mit »kfz-betrieb« klar. Damit der Verband die Vorgaben mittrage, müsse ein Dialog stattfinden. Dies sei nicht der Fall gewesen.
Ein wesentlicher Streitpunkt sind die Ziele für das laufende Jahr: „Wir planen für 2017 den Absatz von rund 12.000 Pkws“, erläutert Christoph Stummvoll, PSA-Sprecher in Österreich, gegenüber »kfz-betrieb«. Plus 20 Prozent. Dabei rechne er mit einem etwa gleichbleibenden Markt. Im vergangenen Jahr haben die Franzosen rund 10.000 Autos auf die Straße gebracht, knapp zwei Prozent weniger als 2015. Dabei legte der Markt um knapp sieben Prozent auf nahezu 330.000 Pkws zu.
Die Ziele für 2017, die der Importeur als ehrgeizig bezeichnet, sind aus Sicht von Kalcher nicht zu schaffen: „Diesen Zielen können wir nicht zustimmen.“ Einzelne Händler müssten ihren Absatz um bis zu ein Viertel erhöhen.
Peugeot hofft auf seine SUV-Palette: Der im vergangenen Jahr eingeführte 3008 und der voraussichtlich im Frühjahr kommende 5008 sollen für Volumen sorgen. Hinzu kommt das Facelift vom 308 im Herbst.
Auch wenn die Palette aus Sicht des Händlerverbands gut ist, reicht sie nicht aus, um den Marktanteil um 0,5 bis 0,7 Punkte zu erhöhen – zumal der Wettbewerb nicht schläft. Nun muss Peugeot mit jedem der 43 Neuwagenhändler in der Alpenrepublik die Pläne für 2017 einzelnen verhandeln.
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