200127, 152593, 126753 Pit-Stop zahlt Mieten verspätet

Redakteur: Christoph Baeuchle

Ärger mit Pit-Stop: Die Werkstattkette hat zuletzt ihre Mieten nicht mehr zeitgerecht überwiesen und strebt deutliche Mietsenkungen an. Die Pläne variieren von Standort zu Standort erheblich.

Die Werkstattkette Pit-Stop hat ihre Mieten zuletzt nicht mehr vertragsgemäß überwiesen. „Der Investor will die Mieten um zehn bis 20 Prozent drücken“, sagte ein betroffener Vermieter gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.

Die Verzögerungen der Mietauszahlungen bestätigt Oliver Apelt, Geschäftsführer Pit Auto Teile GmbH: „Bei einem Teil unserer Vermieter ist die Miete nicht richtig ausgegangen.“ Dies sei bei einige Vermietern nachgeholt worden, andere würden in den nächsten Wochen wieder zeitgemäß ihre Miete bekommen. Die verzögerten Auszahlungen begründete Apelt mit technischen Schwierigkeiten im Zuge einer Umfirmierung der Kette.

Dagegen sehen Vermieter in den einbehaltenen Mieten ein Druckmittel des Unternehmens. Bei Verzicht auf einen Teil der Miete würde Pit-Stop die Überweisung sofort vornehmen, sagte der Vermieter. Die Kette erwarte den Informationen zufolge einen Verzicht auf bis zu zwei Monatsmieten.

Standorte kommen 2010 auf den Prüfstand

„Wir sind auf einen Teil unserer Vermieter zugegangen und haben die Situation offen dargelegt“, so Apelt. Sein Unternehmen habe alle Beteiligten gebeten, sich an den Einsparungen zu beteiligen. „Wie es nun konkret ausschaut, muss von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden.“ Dabei könnten es an heiklen Standorten auch 25 Prozent sein, bei gut laufenden Werkstätten könnte möglicherweise auf geringere Mietzahlungen verzichtet werden.

Neben den Mietkürzungen plant die Kette auch Standortschließungen. Nach Informationen von »kfz-betrieb ONLINE« sollen mindestens zehn Standorte geschlossen werden. In der überwiegenden Zahl der betroffenen Standorte sollen wohl bestehende Verträge nicht verlängern werden.

„Zunächst werden wir keine Standorte schließen, sondern geben allen eine Chance“, stellt Apelt klar. Allerdings würden die Betriebe im ersten Quartal 2010 auf den Prüfstand kommen. „Wenn Standorte nicht entsprechend profitabel sind, kann ich Schließungen nicht ausschließen.“ Nach eigenen Angaben betreibt die Kette zurzeit 408 Werkstätten, vor Jahresfrist waren es noch 413.

Umsatzminus von 30 Prozent in zwei Jahren

„Wir sind weder mit einem Expansions- noch mit einem Streichprogramm angetreten“, so Apelt. In den vergangenen zwei Jahren habe Pit-Stop ein Umsatzminus von 30 Prozent eingefahren. Mit Investitionen ins Marketing und in die Werkstätten will das Unternehmen wieder zur alten Umsatzgröße zurückkehren.

Auch in anderen Aspekten geht die Werkstatt-Gruppe wenig kulant mit ihren Vertragspartnern um. Von der jüngst vorgenommenen Umfirmierung von „Pit-Stop Auto Service GmbH“ in „Pit Auto Teile GmbH“ erfuhren die Partner aus der Presse.

Der frühere Besitzer der Werkstattkette, die hoch verschuldete schottische Kwik-Fit Holding, hatte Pit-Stop im Mai an den Investor Bluo verkauft. Mit der Zustimmung der Kartellbehörden wurde die Transaktion zum 1. Juli abgeschlossen. Die Werkstattkette ist ebenso wie ihre ehemalige Muttergesellschaft in großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die auf Sanierungsfälle spezialisierte Bluo will Pit-Stop wieder in die Gewinnzone führen.

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