Pkw-Bestand in Deutschland wächst immer weiter

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Befeuert durch die steigenden Neuzulassungszahlen der vergangenen Jahre ist der Pkw-Bestand in Deutschland weiter gestiegen. Inzwischen umfasst der Reparatur- und Servicemarkt fast 46 Millionen Autos.

(Bild: kfz-betrieb / »Grimm«)

In Deutschland werden weiterhin mehr Neuwagen zugelassen als Altfahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. Wie eine Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ergeben hat, waren zum Jahresanfang hierzulande 45.803.560 Pkw zugelassen. Das waren rund 730.000 Einheiten oder 1,6 Prozent mehr als zum Jahresstart 2016.

Laut dem KBA wird der Pkw-Bestand derzeit zu 65,5 Prozent von Benzinern angetrieben (2016: 66,2 %), 32,9 Prozent sind Dieselfahrzeug (2016: 32,2 %). Dazu kamen zum Stichtag 1. Januar noch 34.000 E-Mobile und 165.000 Hybrid-Modelle, 80.000 Erdgas-Fahrzeuge und 470.000 Autogas-Pkw. Insgesamt konnten 735.533 Fahrzeuge (1,6 %) der Gruppe der alternativen Antriebe zugeordnet werden.

Deutlich auf 13,4 Prozent gewachsen ist der Anteil der Fahrzeuge, die die Euro-6-Norm erfüllen. 6,12 Millionen Einheiten bedeuten fast eine Verdoppelung zum Vorjahr. Gleichzeitig sank der Bestand an Euro-5-Fahrzeugen leicht.

Unter den Personenkraftwagen ist die Marke VW weiterhin am stärksten vertreten. 9,89 Millionen Pkw tragen das VW-Logo. Das ist trotz Dieselkrise ein Anstieg um 1,5 Prozent. Das zweithäufigste Fabrikat auf den deutschen Straße ist noch immer Opel mit 4,6 Millionen Einheiten. Doch der Bestand ist seit Jahren rückläufig, so dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Mercedes mit zuletzt 4,3 Millionen Einheiten an den Rüsselsheimern vorbeizieht. Insgesamt entfallen knapp 65 Prozent des Gesamtbestandes auf deutsche Marken.

Verschiebungen im Bestand

Am stärksten zugelegt hat im vergangenen Jahr der Bestand der Boom-Marke Jeep (+13,5 %). Auch Dacia (+12,0 %) und Land Rover (+10,0 %) sind im Straßenbild deutlich präsenter geworden. Den Bestand deutlich ausgebaut haben zudem Hyundai (+9,5 %) und Mini (+8,8 %).

Auffällige Rückgänge im Fahrzeugbestand verbuchten naturgemäß die nicht mehr gehandelten Marken. So verschwand von MG Rover und Lancia etwa jedes zehnte Auto aus dem Straßenbild (je -9,3 %). Von beiden Fabrikaten sind derzeit noch etwa 35.000 Einheiten zugelassen. Auch der Daihatsu-Bestand sank um 8,2 Prozent, bei Chrysler sind es 8,0 Prozent. Selbst Chevrolet leidet bereits deutlich an Schwindsucht (-5,3 %).

Unter den Pkw-Segmenten sind nach wie vor die Kompaktklasse (26,2 %), die Kleinwagen (19,5 %) und die Mittelklasse (15,1 %) am häufigsten vertreten; ihre Anteile veränderten sich kaum. Erneut wiesen SUVs (+20,3 %) und Geländewagen (+9,6 %) besonders hohe Steigerungsraten auf. Sie erreichen nunmehr Anteile von 4,8 Prozent beziehungsweise 4,5 Prozent.

Die Gesamtzahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge liegt noch weit höher. Zum Pkw-Bestand kommen 4,3 Millionen Krafträder (+2,0 %), 2,9 Millionen Lkw (+4,0 %), 2,2 Millionen Zugmaschinen (+1,3 %), 79.000 Omnibusse (+0,8 %) und 290.000 sonstige Kraftfahrzeuge (+2,4 %). Die Zahl der motorgetriebenen Kraftfahrzeuge ist damit binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent auf 55,6 Millionen Einheiten gestiegen. Dazu führt die KBA-Statistik noch 7,05 Millionen Anhänger (+2,9 %).

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