Porsche-Händler unzufrieden mit Renditen
Die millionenschwere Modernisierung der Porsche-Zentren belastet die Profitabilität des Geschäfts der Partner. Der Händlerverband fordert eine Trendwende, hält die Investitionen aber für richtig.
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Die Porsche-Händler investieren derzeit rund 200 Millionen Euro, bauen Standorte neu oder modernisieren bestehende Porsche-Zentren gemäß der aktuellen Corporate Identity des Herstellers. Seit 2011 wurden nach Angaben von Porsche 36 solcher Projekte umgesetzt. Dafür flossen 100 Millionen Euro. Weitere 100 Millionen Euro folgen mit Projekten, die gerade umgesetzt oder noch geplant werden. Der Porsche-Händlerverband hält die Investitionen zwar für richtig. Eine Baustelle ist aus Sicht von Verbandsgeschäftsführer Günther Falkenstein aber die derzeitige Renditesituation.
Redaktion: Wann rechnen sich die millionenschweren Ausgaben der Porsche-Partner für die Standortmodernisierung?
Günther Falkenstein: Zunächst einmal darf festgehalten werden: Die Händler vertreten mit dem Hersteller die gemeinsame Ansicht, dass es adäquater Immobilien bedarf, um die Marke Porsche zu präsentieren. Und auch der Service muss – für den Kunden sichtbar und erlebbar – perfekt sein, sauber und technisch einwandfrei. Daneben braucht es exzellent ausgebildetes Personal. Diesen Anspruch trägt der aktuelle Porsche-Markenauftritt nach außen. Premiumkunden sollen sich mit ihren Erwartungshaltungen darin wiederfinden. Um dies umzusetzen, sind Investitionen nötig. Die Qualität muss steigen, weil auch die Ansprüche unserer Kunden steigen – und unser Anspruch an uns selbst. Aber es geht auch um Quantität. Der Macan ist ein verkaufsstarkes Modell. Es gilt deshalb, nicht nur im Sales-Bereich, sondern auch im Service entsprechende Kapazitäten vorzuhalten. Aus diesen Gründen haben die Händler rechtzeitig beschlossen, ihre Standorte zu erweitern oder neu zu bauen, wenn die bisherigen Standorte nicht groß genug waren. Die Investitionsoffensive stellt die „Macanfähigkeit“ der Porsche-Zentren sicher.
Trotzdem wird es lange dauern, bis die Ausgaben für die Modernisierung abbezahlt sind. Einzelne Partner weisen in dem Zusammenhang auf fehlende Zuschüsse des Herstellers hin.
Wenn man als Unternehmer investiert, muss das zu einem Zeitpunkt geschehen, zu dem Geschäfte mit ordentlicher Ertragsqualität möglich sind. Deswegen ist momentan genau die richtige Zeit. Die Modellreihe Macan trifft die Kundenerwartungen. Die Vertragsabschlüsse sind deshalb quantitativ wie qualitativ geeignet, um die Investitionen zu amortisieren. Bei rückläufigen Verkaufszahlen und Erträgen wären Investitionen von durchschnittlich mehreren Millionen Euro, wie sie die Porsche-Partner im Zuge der Modernisierungsoffensive tätigen, eher problematisch. Ein weiterer begünstigender Faktor für Investitionen ist das derzeit niedrige Zinsniveau. Porsche hat sämtlichen Vertragspartnern Berechnungen zur Verfügung gestellt, die aufzeigen, was die jeweiligen Vertragspartner vom Markt erwarten können. Dies konnten alle Porsche-Partner für sich selbst bewerten und ihre individuellen Entscheidungen treffen. Die Porsche Deutschland GmbH unterstützt die Händler intensiv durch umfassende bautechnische Beratung. Sicherlich sind Zuschüsse des Herstellers analog dem Vorbild anderer Marken erstrebenswert. Dies ändert allerdings nichts an der grundsätzlichen Einschätzung, dass die beratende Unterstützung seitens der Porsche Deutschland GmbH auf hohem Niveau stattfindet.
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