Porsche startet mit Lithium-Ionen

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Stromspeicher in Lithium-Ionen-Technik sind leichter und kompakter als herkömmliche Bleibatterien. Deshalb setzt Porsche sie als erster Autohersteller als Starterbatterie ein.

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Den Fortschritt in der Batterietechnik treiben vor allem die Entwickler der Hybridantriebe voran, denn sie sind auf gleichermaßen kompakte wie leistungsfähige Stromspeicher angewiesen. Doch die Erkenntnisse aus dieser Forschungsarbeit lassen sich auch für ganz andere Einsatzzwecke nutzen, zeigt der Sportwagenhersteller Porsche.

Als erster Automobilhersteller bieten die Stuttgarter eine Starterbatterie in Lithium-Ionen-Technik an. Mit weniger als sechs Kilogramm soll der Stromspeicher über zehn Kilogramm leichter sein als eine herkömmliche Bleibatterie mit 60 Amperestunden.

Die Lithium-Ionen-Batterie entspricht in Länge und Breite dem Serienakku, ist jedoch rund 70 Millimeter flacher. Auch Befestigung, elektrische Anschlüsse und Spannungsbereich sind voll fahrzeugkompatibel. Dadurch kann die Leichtbau-Batterie, beispielsweise für den Rundstreckeneinsatz, schnell gegen die serienmäßige Bleibatterie ausgetauscht werden.

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Laut Porsche ist die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Nennkapazität von 18 Amperestunden leistungsfähiger als eine Bleibatterie mit 60 Amperestunden. Der Grund: Bei konventionellen Akkus ließen sich systembedingt nur rund 30 Prozent der Kapazität nutzen anstelle der nahezu 100 Prozent bei der Lithium-Ionen-Bauart.

Sie liefert zudem beim Motorstart ihre volle Leistung nahezu unabhängig vom Ladezustand, verspricht das Unternehmen. Nach dem Start könne sie durch ihren geringeren Innenwiderstand mehr Strom als der konventionelle Akku aufnehmen und werde dadurch schneller aufgeladen.

Integrierte Elektronik

Die Batterie besteht aus gewickelten Kohlenstoff- und Eisenphosphatfolien sowie einer dazwischen liegenden Keramikfolie als Separator, die mit einem Elektrolyt getränkt ist. Sie ist aus vier Zellen und einer integrierten Steuerungselektronik aufgebaut. Dieses Batteriemanagementsystem schützt die Batterie vor einer Tiefentladung und gewährleistet einen gleichmäßigen Ladezustand der einzelnen Zellen.

Sinkt die Batteriespannung unter eine definierte Schwelle, ertönt ein Warnton. Dann muss die Batterie nachgeladen werden, entweder im Fahrbetrieb über den laufenden Motor oder mit einem Ladegerät.

Kein Frost-Start möglich

Der Super-Akku hat allerdings auch Nachteile: Bei Außentemperaturen unter Null ist ihre Startfähigkeit stark eingeschränkt. Deshalb lässt sie sich auch nicht als einzige Batterie nutzen, sondern Porsche legt sie dem Fahrzeug nur bei. Der Fahrer kann sie dann bei Lust und Laune – zum Beispiel für einen Ausflug auf die Rennstrecke – alternativ zur konventionellen Starterbatterie montieren.

Die Lithium-Ionen-Batterie ist ab Januar 2010 für 911 GT3, 911 GT 3 RS und Boxster Spyder als Sonderausstattung zum Preis von 1.904 Euro inklusive Mehrwertsteuer lieferbar. Ab Februar 2010 lassen sich die drei genannten Modelle auch mit dem Teil nachrüsten. Das kostet dann aber 2.499 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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