Presse: VW lässt inhaftiertem Manager Kündigung in der Zelle zustellen
Oliver Schmidt ist in den USA so etwas wie das Gesicht der „Dieselgate“-Affäre. Sieben Jahre muss der VW-Manager für seine Rolle im Gefängnis absitzen. Dort erhielt er nun einem Bericht zufolge per Post seine Kündigung aus Wolfsburg.

Vor knapp zwei Wochen hatte es erste Berichte gegeben, dass VW seinem in den USA zu sieben Jahre Haft verurteilten Manager Oliver Schmidt kündigen wolle. Nun hat der Wolfsburger Autobauer der „Bild am Sonntag“ zufolge den Schritt vollzogen. Die Zeitung schreibt unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass VW dem 48-Jährigen die fristlose Kündigung Anfang der Woche in seine Gefängniszelle in Milan (Michigan) geschickt habe.
Ein VW-Sprecher begründete das Vorgehen des Konzerns mit den Compliance-Pflichten für Unternehmen. „Grundsätzlich gilt: bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen von Beschäftigten, zumal im Falle strafgerichtlicher Verurteilungen, müssen zwingend auch arbeitsrechtliche Maßnahmen geprüft werden“, zitiert ihn die „BamS“.
Schmidt war Anfang Dezember wegen seiner Rolle in der „Dieselgate“-Affäre zu sieben Jahren Haft und 400.000 Dollar Geldstrafe verurteilt worden. Der Maschinenbauingenieur hatte seit 2002 das US-Umweltbüro von VW geleitet. Den Ermittlungen zufolge wusste er seit 2014 von den illegalen Abschalteinrichtungen in VW-Dieseln und verheimlichte diese vor den US-Behörden. Schmidt gestand vor Gericht seine Schuld ein, wies in seiner Verteidigung aber auch darauf hin, lediglich Vorgaben seiner Vorgesetzten umgesetzt zu haben.
Neben Schmidt sitzt mit James Robert Liang aktuell noch ein weiterer ehemaliger VW-Mitarbeiter in einem US-Gefängnis. Die Behörden haben übereinstimmenden Berichten zufolge noch mehrere weitere Manager im Visier. Jene Personen werden aber in Deutschland vermutet und haben hierzulande vorerst nichts zu befürchten, da die Bundesrepublik keine Staatsbürger an andere Länder ausliefert.
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