Stellantis-Rückrufe Rätselraten um Takata-Aktionen

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Citroën, DS und Opel rufen auch in Deutschland Fahrzeuge wegen der gefährlichen japanischen Airbags zurück. In welchem Umfang, wollen sie nicht sagen. Klarer ist die Dimension eines Rückrufs für die Kleintransporter-Familie des Konzerns, der ebenfalls dem Insassenschutz dient.

Auch ältere C3-Einheiten müssen wegen des Airbag-Risikos beim Servicepartner vorgeführt werden. (Bild:  VCG)
Auch ältere C3-Einheiten müssen wegen des Airbag-Risikos beim Servicepartner vorgeführt werden.
(Bild: VCG)

Einzelne Marken des Stellantis-Konzerns führen derzeit Rückrufe wegen des Takata-Airbag-Debakels durch. In welchem Umfang dies in Deutschland geschieht, ist jedoch unklar. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat die typische Fehlermeldung mit der Warnung vor Verletzungsgefahr durch Metallfragmente bei Airbagauslösung bereits im vergangenen Jahr mehrmals für Fahrzeuge von Citroën, DS und Opel vermeldet – inklusive dem Hinweis auf dadurch verursachte Unfälle auch in Zentraleuropa, sowie auf „Sach- und Personenschäden“. Nur zu einem Aktionscode allerdings gab es auch Stückzahlangaben für den hiesigen Markt.

Der seit vergangenem Mai laufende Rückruf mit der internen Kennung „MN9“ betrifft den Angaben zufolge über 48.000 Citroën C3 der Baujahre 2009 bis 2017, davon knapp 300 bei uns. Für die anderen Rückruf-Codes liegen nur Gesamtzahlen vor, die aber immens sind. Dem Rückruf „JGU" ordnet das KBA seit letztem Sommer 2,3 Millionen Einheiten des C3, C4, DS3, DS4 und DS5 aus den Baujahren 2008 bis 2019 zu. Die französischen Behörden nennen in diesem Zusammenhang noch das Kürzel „NQ3“.

Die Maßnahme „KBM“ weist Flensburg seit Oktober sogar für rund sechs Millionen Autos der Opel-Baureihen Astra H, Astra J, Cascada A, Meriva B, Mokka A, Signum, Vectra C und Zafira C aus. Ähnlich wie vergangene Woche bei Audi dürfte es sich dabei aber um die Summe der theoretisch betroffenen Autos verschiedener Baujahre zwischen 2003 und 2018 handeln. Sprecher der Marken wollten die Zahlen nicht kommentieren.

Damit bleibt unklar, für wie viele deutsche Kunden der Rückruf tatsächlich relevant ist. Dass er es ist, geht aus verschiedenen Kundenberichten im Internet hervor. Gleiches gilt für Citroën/DS. Hier wird in der allgemeinen FIN-Abfrage für Rückrufe sogar explizit auf eine Airbag-Aktion für C3 und DS3 hingewiesen. Auch Opel hat eine Abfragemaske im Internet, in der es allerdings keinen gesonderten Hinweis auf einen bevorstehenden Airbag-Austausch gibt. Da das Problem noch aus der Zeit stammt, als Opel zu General Motors gehörte, erhalten laut KBA hierzulande übrigens auch 395 Chevrolet Aveo, Cruze, Orlando und Trax der Baujahre 2008 bis 2017 einen neuen Fahrerairbag (Herstellerkennung „KCS“).

Stellantis überprüft Radiodisplay

Zum Thema Insassenschutz passt auch ein aktueller Rückruf der Stellantis-Transporterfamilie Fiat Scudo, Citroën Jumpy, Peugeot Expert sowie Opel Vivaro und Zafira. Bei weltweit mehr als 43.000 Fahrzeugen könnte die Befestigung des Radio-Displays fehlerhaft sein. Bei einem Unfall könnte sie sich lösen und Insassen verletzen oder den Luftsack des Airbags beschädigen.

Die Überprüfung und Instandsetzung der Befestigung erfolgt in den Vertragswerkstätten. Bei Bedarf werden zwei fehlende Schrauben ergänzt, um die Stabilität des Displays und die Schutzwirkung des Airbags zu gewährleisten. Die Rückrufaktion läuft unter den internen Aktionscodes „6929“ (für 1.131 Fiat Scudo in Deutschland), „KPS“ (2.123 Opel Vivaro und Zafira), „MT8“ (1.088 Peugeot Expert) und „NL2“ (1.217 Citroën Jumpy). Die Transporter liefen zwischen dem 8. März und dem 7. Oktober des vergangenen Jahres vom Band.

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