Wettbewerbskontrolle Rakete-und-Feder-Effekt beim Spritpreis

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Preisentwicklung an den Zapfsäulen ist ins Visier der Wettbewerbshüter geraten. Jetzt hat das Kartellamt einmal mehr das Wechselspiel aus schnellem Preisanstieg und langsamen Absenken angeprangert.

Der Kraftstoffpreis an deutschen Tankstellen ändert sich rund 22 Mal am Tag. Dabei wird es schnell teuer und nur langsam günstiger.(Bild:  Stöhr/HEM)
Der Kraftstoffpreis an deutschen Tankstellen ändert sich rund 22 Mal am Tag. Dabei wird es schnell teuer und nur langsam günstiger.
(Bild: Stöhr/HEM)

Beim Steigen gleichen die Spritpreise einer schnellen Rakete, beim Sinken einer langsamen Feder. Den Effekt, den der ADAC immer wieder beklagt, benennt nun auch das Bundeskartellamt. „Die Preisentwicklungen nach Absinken des Rohölpreises zu Beginn des zweiten Quartals wie auch nach dessen Anstieg ab Mitte Juni im Zuge der politischen Eskalation in Nahost könnten Beispiele für den sogenannten Rocket-and-Feather-Effekt sein“, heißt es in einer aktuellen Auswertung der Behörde.

Dieses Phänomen – wörtlich übersetzt Rakete-und-Feder-Effekt – gibt es auch an anderen Stellen der Wirtschaft. Es beschreibt, dass bei steigenden Kosten die Verkaufspreise schnell angepasst werden, um die eigenen Margen zu schützen, sinkende Kosten dagegen nur langsam an die Kunden weitergegeben werden, insbesondere wenn die Konkurrenz sich auch zurückhält. Erst zu Wochenbeginn hatte der ADAC genau dies bei den Spritpreisen beklagt, die auch eine Woche nach dem jüngsten starken Rückgang des Ölpreises nur langsam nachgaben. 

Ein bisschen Entwarnung wegen schneller Schwankungen

Auch innerhalb der einzelnen Tage beobachtet das Kartellamt starke Schwankungen der Spritpreise. Im Schnitt änderten sie sich an Tankstellen im zweiten Quartal 22 Mal pro Tag. Zuletzt hatte es eine Debatte darum gegeben, ob es den Kunden dadurch unmöglich gemacht wird, die günstigste Tankstelle zu identifizieren und rechtzeitig aufzusuchen. Hier gibt es zumindest ein Stück weit Entwarnung.

Das Kartellamt hat sich dazu angesehen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Tankstelle, die zu einem bestimmten Zeitpunkt die günstigste unter den fünf nächstgelegenen ist, und dies auch später bleibt. Nach einer Viertelstunde lag die Wahrscheinlichkeit dafür bei 79 Prozent, nach einer halben Stunde bei 72 Prozent.

Selbst nach acht Stunden waren es noch knapp zwei Drittel. „Trotz der zahlreichen Preisänderungen gilt: Eine einmal als günstig identifizierte Tankstelle bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den folgenden Stunden die günstigste im Umkreis“, heißt es dazu von den Wettbewerbshütern.

Aktuell sinken die Kraftstoffpreise

Die zuletzt deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise sinken nach den Beobachtungen des ADAC inzwischen wieder – allerdings mit deutlicher Verzögerung zu den Rohölpreisen. Wie die jüngste Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 1,680 Euro - das ist ein Minus von 3,2 Cent gegenüber der Vorwoche. Auch Diesel-Kraftstoff, der zuletzt besonders zugelegt hatte, ist um 3,4 Cent je Liter billiger und kostet aktuell 1,609 Euro.

Zuletzt waren die Spritpreise nach Ansicht des ADAC um einige Cent zu hoch. „Ganz besonders Diesel hätte angesichts der spürbaren Entspannung beim Rohölpreis schneller und deutlicher sinken müssen“, moniert der Club.

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