Rating-Agentur sorgt sich um ATU

Von Andreas Wehner

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Aufgrund von Zweifeln an der Liquidität hat die Ratingagentur Moody’s die Kreditbewertung der Werkstattkette weiter herabgesetzt. ATU verweist auf den angekündigten Sanierungsplan.

(Foto:  ATU)
(Foto: ATU)

Die Rating-Agentur Moody‘s hat die Bewertung der Werkstattkette ATU herabgesetzt. Moody’s begründete den Schritt mit der schwierigen Liquiditätssituation des Unternehmens. ATU habe Ende Juni lediglich 15,5 Millionen Euro in der Kasse gehabt, während gleichzeitig ein Kredit über 45 Millionen Euro komplett in Anspruch genommen sei. ATU benötige noch in diesem Jahr zusätzliches Geld, heißt es in der Einschätzung der Ratingagentur.

Moody’s bewertet ATU nur noch mit „Caa3“, der viertschlechtesten Note auf der 22-stufigen Skala. Im März hatten die Bewerter das Rating auf „Caa2“ gesenkt. Es drohe eine weitere Herabstufung, so die Ratingagentur.

Die stark vom Reifengeschäft abhängige Werkstattkette hatte im vergangenen Geschäftsjahr (Juli 2012 bis Juni 2013) unter dem milden Winter gelitten. Der Umsatz war nach vorläufigen Zahlen um 6,9 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro zurückgegangen. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) war von 103,4 Millionen auf 61,9 Millionen Euro eingebrochen. Das Konzernergebnis nach Steuern dürfte ebenfalls deutlich negativ sein.

„Wir können die Moody’s-Entscheidung nicht nachvollziehen, weil wir gerade erst ein Sanierungskonzept für Ende Oktober angekündigt haben“, sagte ein ATU-Sprecher der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Die Liquidität von ATU reiche „auf jeden Fall“ bis zum Jahresende. Die Bevorratung für die Wintersaison laufe nach Plan, so der Sprecher.

ATU will mit der Veröffentlichung der vollständigen Geschäftszahlen im Oktober bekanntgeben, wie das angeschlagene Unternehmen wieder auf Spur gebracht werden soll. Erst im Juni hatte die Werkstattkette mit Hans-Norbert Topp einen Sanierer an die Spitze der Geschäftsführung geholt. Sein Vorgänger Manfred Ries war nur zwei Jahre im Amt.

ATU gehört der US-Beteiligungsgesellschaft KKR und ist hoch verschuldet. Im Lauf des nächsten Jahres sind laut Moody’s Anleihen in Höhe von knapp 600 Millionen Euro fällig. Nach Berichten der Nachrichtenagentur „Reuters“ spricht KKR mit dem Finanzinvestor Centerbridge, der große Teile der Anleihen hält, über eine Umwandlung in Eigenkapital.

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