Regionales Wachstum ist ihre Stärke
In den letzten 15 Jahren investierte die Hahn-Gruppe rund 65 Millionen Euro in den Um-, Aus- und Neubau ihrer Händlerbetriebe, die jetzt optimal die Marken präsentieren. Zuletzt wurde im Januar 2008 das neue Porsche-Zentrum Schwäbisch Gmünd eröffnet.
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Der Name Hahn schreibt in Baden-Württemberg automobile Geschichte: Seit der Firmengründung im Jahr 1919 hat sich das Unternehmen vom eigenen Fahrzeugbau zu einem der größten automobilen Handelshäuser Deutschlands entwickelt. Heute hält die vierte Generation der Unternehmerfamilie das Firmenschiff in allen Höhen und Tiefen des Automobilhandels auf Erfolgskurs.
Ein Erfolgsgeheimnis der Schwaben ist die Kunst, Netzwerke zu schmieden. Gemeinsam mit großen Händlerkollegen hat Hahn die Techno-Einkauf GmbH in Hamburg gegründet, an der er bis heute beteiligt ist. Darüber hinaus hat Hahn Anteile an dem Volkswagen-Teilevertrieb OTLG in Baunatal bei Kassel sowie an der Immobiliengesellschaft des OTLG-Standortes Ludwigsburg.
Sämtliche Beteiligungen sind in der Hahn Verwaltungs-GmbH zusammengefasst. Sie bildet auch das Dach für Hahn Automobile, Hahn + Mayer Automobile, die vier Porsche-Zentren, die Hahn-Versicherungs- und Finanzierungsagentur und die Hahn-Grundstücksgesellschaft.
Miteinander reden, das ist die große Stärke von Firmenchef Otto Hahn, unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland. Während andere noch die Köpfe in den Sand steckten, entschlossen sich in Backnang bereits 1993 die Händler Hahn, Bischoffberger und Mulfinger zu fusionieren. Otto Hahn erinnert sich: „Nachdem die Marken VW und Audi fusionierten, saßen drei Händler im 30.000 Einwohner großen Backnang. Die Marktanteile stimmten zwar, nicht jedoch unsere Ergebnisse.“ In diesem Jahr hat die Hahn-Gruppe die Anteile von Mulfinger übernommen und hält heute wieder 100 Prozent an der Gesellschaft.
Bereit zu Fusionen
Die guten Erfahrungen aus dieser Fusion sowie der Anstoß vom damaligen Audi-Vertriebschef Hermann Nagel führten dazu, dass es im hart umkämpften Stuttgarter Großraum statt zum Händlersterben zu weiteren erfolgversprechenden Fusionen kam: im Januar 1999 beispielsweise Hahn und Mayer im Rems-Murr-Kreis. Sie betrieben fortan gemeinsam drei VW-Betriebe in Fellbach, Waiblingen und Winnenden, einen Audi-Betrieb sowie ein VW-Nutzfahrzeugzentrum.
Im Oktober des gleichen Jahres schloss sich Hahn mit dem Autohaus Lang zusammen. Im Januar des darauf folgenden Jahres kam die Fusion mit Leonberger in Esslingen, der mittlerweile als Gesellschafter ausgeschieden ist. Die vier Leonberger-Betriebe sind in die Hahn Automobile integriert.
Gut entwickelt
Während sich die Betriebe um Stuttgart herum gut entwickelten, war die betriebswirtschaftliche Situation in Stuttgart unbefriedigend. Im Januar 2004 beteiligten sich Volkswagen und Audi an den fünf Hahn + Lang-Betrieben und dem Audi-Zentrum mit drei Standorten in Stuttgart.
Im Januar 2007 gaben Otto Hahn und Fritz-Peter Lang ihre Beteiligungen an den Stuttgarter Betrieben auf. Die beiden Hersteller sahen Stuttgart politisch als Markenrepräsentanzen. Otto Hahn zog ein Resümee: „Die Entscheidung tat weh, aber sie war von der wirtschaftlichen Seite her notwendig.“
Seit diesem Jahr ist Steffen Hahn, Geschäftsführender Gesellschafter der Hahn-Gruppe, für die Zukunft des Unternehmens verantwortlich. Er meint, das Unternehmen sei mit den vier Marken bestens aufgestellt: „In diesem Jahr haben wir beim ehemaligen Beteiligungsunternehmen in Backnang die Anteile von Mulfinger übernommen und das Unternehmen damit zu 100 Prozent in Hahn Automobile integriert. Das ist in der heutigen, wirtschaftlichen Situation ein mutiger Schritt – aber er unterstreicht konsequent unsere Stärke in der Region um Stuttgart, entlang der Bundesstraßen B14, 29 und 10.“ Damit meint Hahn die Gebiete Kreis Ludwigsburg, den Rems-Murr-Kreis, die Kreise Rems-Jagst (Aalen), Mittlerer Neckar/Fils, Neckar-Alb (Reutlingen, Tübingen) und Sindelfingen.
In den letzten 15 Jahren investierte die Hahn-Gruppe rund 65 Millionen Euro in den Um-, Aus- und Neubau ihrer Händlerbetriebe, die jetzt optimal die Marken präsentieren. Zuletzt wurde im Januar 2008 das neue Porsche-Zentrum Schwäbisch Gmünd eröffnet.
Die Verbindung zwischen Hahn und Porsche hat eine lange Tradition. Der Sohn des Firmengründers, Fritz Hahn, hat in den dreißiger Jahren im Porsche-Konstruktionsbüro eng mit Ferdinand Porsche zusammengearbeitet.
Als Porsche die ersten Schritte zum Fahrzeughersteller machte, hat Hahn mit seinen Händlerkollegen bestellte Fahrzeuge vorfinanziert. So wurde die Produktion der Sportwagen überhaupt erst ermöglicht. Heute gehören vier Porsche-Zentren zur Hahn-Gruppe.
Zentrale Bereiche
Um schlanke Prozesse zu erreichen, Mitarbeiter in den Betrieben von administrativen Tätigkeiten zu entlasten und das Know-how zu bündeln, schuf die Autohausgruppe zentrale Dienstleistungsbereiche am Firmensitz in Fellbach (vgl. Abbildung „Netzwerk“), in denen rund 100 Mitarbeiter tätig sind.
Otto Hahn hat sowohl seinen Sohn Steffen als auch Tochter Claudia in die Unternehmensnachfolge eingeführt. Seit diesem Jahr führt Steffen Hahn die Geschäfte der Hahn-Gruppe gemeinsam mit Frank Brecht, der als Geschäftsführer für das operative Geschäft aller Marken zuständig ist.
Trotz der schwierigen Ausgangslage in dieser wirtschaftlich turbulenten Zeit ist Hahn zuversichtlich: „Die Qualität unserer Marken, Produkte und Services genießt bei unseren Kunden großes Vertrauen. Die unzähligen, in diesem Jahr aufgesetzten Maßnahmen, die interne Strukturen, Prozesse und personelle Veränderungen betreffen, beginnen zu greifen. Allerdings spüren wir, vor allem bei der Marke Porsche, die Einflüsse der Wirtschaftskrise.“ Steffen Hahn ist außerdem im Vorstand des VW-Audi-Händlerverbandes aktiv. Im europäischen Verband ist er Vize-Präsident.
Personal mit Niveau
Ein entscheidender Qualitätsbaustein ist bei der Hahn-Gruppe das Personalmanagement. Steffen Hahn wird die Tradition der Ausbildung auf höchstem Niveau fortsetzen: „Für dieses Ausbildungsjahr hat unsere Personalabteilung 2.000 Bewerbungen bewertet und ausgewählt!“ Im gewerblichen Bereich werden Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Fahrzeuglackierer ausgebildet. Im kaufmännischen Bereich sind es Automobil- und Bürokaufleute sowie Dipl.-Betriebswirte (BA), Mediengestalter für Digital- und Printmedien sowie Fachkräfte für Lagerlogistik.
Claudia Hahn kümmert sich um die Immobilien. Ein Bereich, der immer wichtiger wird, sagt Otto Hahn, „weil ein professionelles Immobilienmanagement nicht von Mitarbeitern im operativen Tagesgeschäft geleistet werden kann.“
Auch in vierter Generation hat die Unternehmerfamilie tatkräftige Nachfolger mit strategischem Weitblick. Das lässt hoffen, dass noch weitere Generationen die Geschicke des Unternehmens gestalten werden.
Prof. Anita Friedel-Beitz
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