Reifengroßhandel: Die Großen gewinnen

Von Jan Rosenow

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Die mittelständisch geprägte Branche steht vor umfassenden Veränderungen. Reifenhersteller und Kapitalgesellschaften kaufen sich in Distributoren und Filialnetze ein. Das Ziel: Mit Größe dem Margenschwund und der Preistransparenz trotzen.

Der Firmensitz der Reiff-Gruppe in Reutlingen. Hier werden seit Oktober 2017 keine Reifen mehr gehandelt.(Bild:  Reiff)
Der Firmensitz der Reiff-Gruppe in Reutlingen. Hier werden seit Oktober 2017 keine Reifen mehr gehandelt.
(Bild: Reiff)

Reiff verkauft seine Reifenhandelssparte an einen Finanzinvestor – diese Nachricht rüttelte Mitte 2017 die Branche auf. Dass einer der größten bislang konzernunabhängigen Reifengroß- und -einzelhändler sich komplett aus dem Geschäft zurückzieht, überraschte viele. Aber die Übernahmewelle war schon viel früher losgerollt. In den letzten Jahren hatten sich vor allem Reifenhersteller (wieder) in das Distributionsgeschäft eingekauft. So übernahm Michelin 2015 den Großhändler Meyer Lissendorf, Pirelli akquiriert seit Jahren Einzelhändler, Apollo Vredestein hat sich ebenfalls 2015 die Kette Reifen.com gesichert.

Der Geschäftsbereich Reifen und Autotechnik von Reiff ging aber nicht an einen Hersteller, sondern an die Londoner Holding European Tyres Distribution, die zum Finanzinvestor Bain Capital gehört. Sie ist bereits Muttergesellschaft des italienischen Reifenhändlers Fintyre.