Renault: Erster serienmäßiger 48-Volt-Hybrid

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Renault stattet die Dieselvarianten der Modelle Scénic und Grand Scénic ab Ende 2016 mit dem 48-Volt-Hybrid Antrieb von Continental aus. Die Technik soll erhebliche Verbrauchseinsparungen und sinkende Stickoxidemission zu moderaten Kosten ermöglichen.

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Renault bietet künftig Hybridantriebe mit 48-Volt-Technik von Continental an.
Renault bietet künftig Hybridantriebe mit 48-Volt-Technik von Continental an.
(Bild: Continental)

Continental elektrifiziert noch in diesem Jahr je eine Dieselvariante der neuen Renault-Modelle Scénic und Grand Scénic. Mit dem künftig als „Hybrid Assistent“ angebotenem System kommt laut dem Zulieferer erstmals ein 48-Volt-Hybridantrieb in einem Serienfahrzeug zum Einsatz.

Bei der 48-Volt-Technik ersetzt ein Elektromotor mit einer Dauerleistung von sechs Kilowatt (temporär 10 kW) den konventionellen Starter-Generator. Das Aggregat treibt über einen Riemen die Kurbelwelle des Motors an. Nach eigenen Angaben arbeiteten die Ingenieure bei Continental bereits seit 2013 gemeinsam mit Renault an einem Hybridantrieb, der von der Kostenseite auch für Fahrzeuge der Mittelklasse attraktiv ist.

Dabei setzten die Partner auf die Niedervolt-Technik, die mit einer Spannung von 48 Volt auskommt – im Gegensatz zu der wesentlich aufwendigeren Hochvolttechnik mit 300 bis 400 Volt, die üblicherweise in Hybridfahrzeugen verwendet wird. Trotzdem sind laut Werksangaben mit dem 48-Volt-System erhebliche Einsparungen möglich. So strebt Renault mit dem Mildhybrid-System einen kombinierten Kraftstoffkonsum von 3,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer an. Die CO2-Emissionen des neuen Scénic sollen so auf 92 Gramm pro Kilometer sinken.

21 Prozent weniger Kraftstoffverbrauch

Die Verbrauchseinsparung resultiert zum Teil daraus, dass die Unterstützung des Elektromotors die Lastpunkte des Verbrennungsmotors in günstigere Bereiche des Kennfelds verschiebt. In Versuchsfahrzeugen haben die Entwickler Verbrauchseinsparung von 13 Prozent im Neuen Europäischen Fahrzyklus erzielt. Im Realverkehr – vor allem in der Stadt – soll die Einsparung durch den höheren Anteil an Rekuperationsphasen noch höher sein, sie kann bis zu 21 Prozent betragen.

Dazu trägt auch bei, dass der Verbrennungsmotor beim Heranfahren an eine Ampel bereits bei Geschwindigkeiten von weniger als 20 km/h abgeschaltet werden kann. Möglich wird das, weil der auch als Generator betriebene Elektromotor einen großen Teil der Bremsenergie in Strom wandelt, der in einer kleinen Batterie zwischengespeichert wird. Dieser Strom wird anschließend genutzt, um den Verbrennungsmotor zu entlasten.

Gestartet wird der Verbrennungsmotor stets mit dem 48-Volt-Antrieb innerhalb von nur 0,2 Sekunden – ein konventioneller Starter benötigt rund die doppelte Zeit. Wird der 48-Volt-Antrieb wie bei seinem ersten Serieneinsatz mit einem Dieselmotor kombiniert, ergibt sich laut Continental ein weiterer Effekt: Die vor allem beim Beschleunigungen aus niedriger Drehzahl heraus entstehenden Stickoxidemissionen sinken um bis zu zehn Prozent, da ein Teil des benötigten Drehmomentes über den Elektromotor erzeugt wird.

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