Halbleitermangel Renault rechnet mit deutlich höherem Produktionsausfall

Autor / Redakteur: dpa / Lena Sattler

Vor Kurzem hatten sich die Anzeichen verdichtet, dass die Renault-Produktion deutlich stärker sinkt als bislang erwartet. Nun hat der französische Hersteller offizielle Zahlen vorgelegt: Der Ausfall liegt wohl bei einer halben Millionen Fahrzeuge.

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Renault verkaufte in den Monaten Juli bis September über alle Konzernmarken 599.027 Fahrzeuge – und damit 22,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Renault verkaufte in den Monaten Juli bis September über alle Konzernmarken 599.027 Fahrzeuge – und damit 22,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
(Bild: Renault)

Der französische Autobauer Renault erwartet wegen des Chipmangels in diesem Jahr einen noch deutlich stärkeren Produktionsausfall als bisher gedacht und vermutet. Schätzungsweise 500.000 Fahrzeuge würden dieses Jahr nicht wie geplant vom Band rollen, teilte der Konzern am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Im Juli war das Unternehmen noch von rund 200.000 fehlenden Autos ausgegangen.

Vor wenigen Tagen hatten Presseberichte bereits vermuten lassen, dass diese Prognosen übertroffen werden. Allein im dritten Quartal habe der Produktionsverlust des Autobauers rund 170.000 Wagen betragen, hieß es vom Unternehmen. An Aufträgen fehlt es dem Konzern derweil nicht: Das Orderbuch sei Ende September so gefüllt gewesen wie seit 15 Jahren nicht.

Mehr als 20 Prozent Autos weniger

Renault verkaufte in den Monaten Juli bis September über alle Konzernmarken 599.027 Fahrzeuge – und damit wegen der Probleme mit fehlenden Teilen 22,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den Umsatzeinbruch konnten die Franzosen auf 13,4 Prozent und damit neun Milliarden Euro eindämmen, unter anderem wegen anziehender Preise.

Renault hat sich unter dem neuen Chef Luca de Meo vorgenommen, weniger auf Masse zu setzen und stattdessen eher die Rendite ins Auge zu nehmen. Die operative Margenprognose für das Jahr behält der Konzern auch bei – sie soll in der Größenordnung der ersten sechs Monate liegen, als sie 2,8 Prozent betragen hatte.

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