Nach Absatzminus Renault will im zweiten Halbjahr bei Verkäufen aufholen

Von Andreas Wehner

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Im ersten Halbjahr musste Renault sowohl in Deutschland als auch weltweit ein deutliches Absatzminus hinnehmen. Hauptgrund: Der Hersteller kann aufgrund der Chip- und Lieferkrise einfach nicht mehr Autos bauen. Hinzu kam der Rückzug aus Russland.

Der Mégane E-Tech steht für die Transformation der Marke Renault.(Bild:  Hungary Out/Renault)
Der Mégane E-Tech steht für die Transformation der Marke Renault.
(Bild: Hungary Out/Renault)

Renault will in Deutschland nach einem schwachen ersten Halbjahr in der zweiten Jahreshälfte wieder Boden gutmachen. Die Pkw-Neuzulassungen waren im ersten Halbjahr laut Kraftfahrt-Bundesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 38.000 Einheiten zurückgegangen. „Wir werden ab dem Herbst stark aufholen und wahrscheinlich bei einem Minus von nur noch rund 10 Prozent landen“, sagte Deutschland-Geschäftsführer Markus Siebrecht am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Das deutliche Minus im ersten Halbjahr sei vor allem auf die schlechte Verfügbarkeit von Fahrzeugen zurückzuführen. In der zweiten Jahreshälfte soll sich die Situation entspannen. Dazu sollen vor allem Elektromodelle beitragen. Für den jüngst gestarteten Kompaktstromer Megane E-Tech hat Renault laut Siebrecht aktuell 5.200 Bestellungen eingesammelt. Noch einmal so viele dürften noch hinzukommen – und auch bis Jahresende ausgeliefert werden. Vom Kleinwagen Zoe, für den Renault zeitweise einen Bestellstopp ausgesprochen hatte, sollen bis Dezember rund 15.000 Einheiten zu den Kunden gerollt sein.

Zuletzt waren die Bestellungen jedoch wieder etwas zurückgegangen. Die Inflation schlägt sich zusammen mit der unklaren künftigen Förderung elektrifizierter Autos offenbar auf die Kauflust der Verbraucher. Das hat zur Folge, dass sich die Lieferzeiten bei den Franzosen zuletzt etwas verkürzt hatten. Im Durchschnitt warten Käufer auf einen Renault derzeit weniger als sechs Monate.

Bei Dacia dagegen läuft es gut. Die Tochter steigerte nach ihrer Neupositionierung die Verkäufe in Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent auf 25.000 Einheiten.

Rückzug aus Russland kostet Absatzkraft

Auch weltweit gingen die Verkäufe der Franzosen deutlich zurück. Zusätzlich zur Liefer- und Rohstoffkrise musste Renault mit dem Rückzug aus Russland einen herben Dämpfer hinnehmen. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, sank der Absatz im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,7 Prozent auf gut eine Million Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Ohne das Russland-Geschäft gingen die Verkäufe um 12 Prozent zurück.

Die Kernmarke Renault musste dabei ein Minus um 16,5 Prozent auf 717.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge hinnehmen, während Dacia im selben Zeitraum die Verkäufe um 5,9 Prozent auf 278.000 Einheiten steigerte.

Auch weltweit hätte Renault mehr Autos verkaufen können, konnte aber nicht mehr bauen. „Was wir produziert haben, haben wir auch verkauft“, sagte Fabrice Cambolive, Chief Operating Officer (COO) und Senior Vice President der Marke Renault. Für das zweite Halbjahr kündigte er aber eine bessere Verfügbarkeit an.

Steigende Preise, aber bessere Leasingkonditionen

Wie auch andere Marken hatte Renault zuletzt seine Preise angehoben. „Die Rohstoffpreise ließen uns keine andere Wahl“, sagte Cambolive. Allerdings hätten sich zuletzt mehr und mehr Kunden für Leasing-Verträge entschieden. Und da prognostizierten Restwerte stiegen, können man günstigere Leasingkonditionen anbieten.

Auf einem guten Weg sieht der COO Renault bei der Umsetzung seiner Strategie „Renaulution“. Bei allen drei Kernpunkten des Plans könne Renault Fortschritte vorweisen. So sei der Anteil der elektrifizierten Fahrzeuge europaweit von 26 Prozent im ersten Halbjahr 2021 auf 36 Prozent in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gestiegen. Das Flottengeschäft verlor an Bedeutung. 53 Prozent der Pkw gingen von Januar bis Juni 2022 über den Handel an Endkunden. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Anteil noch 40 Prozent betragen. Auch die Höherpositionierung funktioniert. Der Anteil der C-Segment-Fahrzeuge am gesamten Verkaufsmix stieg von 23 auf 32 Prozent.

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