Rückruf: Mercedes überprüft Lenkung der S-Klasse

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Grimm

Die „Hands-off-Detection“ soll in Oberklasse-Limousinen mit Lenkassistent verhindern, dass der Mercedes-Fahrer nur noch auf die Technik vertraut. Doch die Messung der Drehmomentwerte könnte nicht korrekt funktionieren.

Der Lenkassistent in der Mercedes S-Klasse deaktiviert sich unter Umständen nicht mehr.
Der Lenkassistent in der Mercedes S-Klasse deaktiviert sich unter Umständen nicht mehr.
(Bild: Daimler)

In Deutschland müssen demnächst gut 4.300 Einheiten der S-Klasse (Baureihen 217 und 222) mit Allradantrieb, Abstandsregelung und Lenkassistent in die Vertragswerkstatt. Im Rahmen des etwa einstündigen Aufenthalts ist vorgesehen, „die Position der Lenkmanschette zu überprüfen und gegebenenfalls. zu korrigieren“, sagte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) steht zudem ein Softwareupdate des Lenkungssteuergeräts an.

Ursache für den Rückruf ist eine nicht zuverlässig funktionierende automatische Deaktivierung des Lenkassistenten. Das Helferlein könnte im Fehlerfall „dauerhaft aktiv bleiben, obwohl der Fahrer über längere Zeit die Hände nicht am Lenkrad hat“, erklärte der Sprecher. Dadurch werde das vorgesehene Warnszenario – bis hin zur vollständigen Abbremsung des Fahrzeuges zum Stillstand – nicht angestoßen.

Bei weltweit knapp 34.000 Exemplaren aus dem Bauzeitraum Januar 2017 bis Juli 2018 wird nun sichergestellt, dass der Pilot jederzeit die Kontrolle über das Fahrzeug hat. Die „Hands-off-Detection“-Funktion (HoD) erfolgt laut dem Sprecher durch Messung der internen Drehmomentwerte im Lenksystem. Der Großteil der Fahrzeuge wird unter dem Aktionscode „5490404“ abgearbeitet, einige wenige unter dem Code „4694012“.

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