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Rückrufe: Takata-Debakel trifft hunderttausende Youngtimer-Modelle

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Grimm

Die so genannten „NADI“-Fahrerairbags sorgen nun auch bei den japanischen Fabrikaten Mazda und Honda für Aktionen in Deutschland, wenn auch in deutlich unterschiedlicher Größe.

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Takata-Airbags sorgen zunehmend auch in älteren Autos für Gefahr, akut nun in Honda- und Mazda-Youngtimern.
Takata-Airbags sorgen zunehmend auch in älteren Autos für Gefahr, akut nun in Honda- und Mazda-Youngtimern.

Die neuen Probleme mit alten Gasgeneratoren des japanischen Airbagzulieferers Takata haben nun auch Honda und Mazda zu Rückrufen von über 20 Jahre alten Fahrzeugen veranlasst. Von Honda war bereits bekannt, dass allein in den USA über 2,3 Millionen Fahrzeuge betroffen sind. Nun steht fest, dass auch auf die europäischen Vertragspartner viel Zusatzarbeit wartet. Sie haben immerhin 190.000 Fahrzeuge abzuarbeiten, wie ein Sprecher von Honda Deutschland auf Anfrage sagte. Eine Stückzahl für Deutschland konnte er noch nicht nennen.

Das Problem ist seit vielen Jahren als „Takata-Debakel“ bekannt. Neu ist, dass die tödliche Gefahr nun durch einen weiteren Gasgenerator-Typus besteht, dem so genannten „NADI“ (Abkürzung für „Non Azide Driver Inflator“). „Das im Gasgenerator enthaltene Treibmittel ist hygroskopisch und könnte Luftfeuchtigkeit aufnehmen“, sagte der Sprecher. Bei einem Unfall mit Fahrerairbag-Auslösung bestehe die Gefahr einer Überdruckreaktion, wodurch der Gasgenerator bersten könne und Metallfragmente der Gasgeneratorhülle in den Fahrzeuginnenraum eindringen könnten.

Dies gilt für die Modellreihen Accord, Civic, CR-V, EV Plus, Integra, Legend, Logo und Shuttle der Baujahre 1995 bis 1999. Sie erhalten einen neuen Gasgenerator, sobald dieser erhältlich ist. Zwar nannte der Honda-Sprecher als Startdatum des Rückrufs mit dem internen Code „6NA“ den Juni, es ist aber davon auszugehen, dass damit die Kundenbenachrichtigungen gemeint sind, in denen lediglich auf das Problem hingewiesen wird, um den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes zu genügen. Ähnlich hatten zuvor schon BMW (zum Artikel) und Toyota (zum Artikel) reagiert und mangels Teileverfügbarkeit Austauschmaßnahmen zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.

Mazda-Modelle sind weitgehend verschwunden

Das gilt nun auch für Mazda, wenn auch in deutlich kleinerer Dimension als bei den anderen Fabrikaten. Nach einem Kontrollsuchlauf in der Halterdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) seien noch 433 Exemplare der Baureihen Xedos 9 (Modellcode: TA, Bauzeitraum 20.6.1996 bis 15.11.1999) und der B-Serie (UN, gebaut 1.2. bis 7.10.1999) in Deutschland ausfindig gemacht worden, teilte die Mazda Motors Deutschland GmbH schriftlich mit. Der Aktionscode lautet „AL003Y“.

(ID:46573755)

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 Niko Ganzer

Niko Ganzer

Freier Journalist