Rund 120 Händler in Deutschland erhalten Cupra-Bereiche

Von Jürgen Wolff/press-inform

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Die Seat-Submarke Cupra nimmt Formen an: Ausgewählte Händler sollen die Cupra-Welt vermitteln, die vor allem auf Sportlichkeit setzt. Gleichzeitig plant der Hersteller mit einem deutlich steigenden Verkaufsvolumen.

(Bild:  Jürgen Wolff)
(Bild: Jürgen Wolff)

Seat wird die Marke Cupra in Genf publikumswirksam in Szene setzen. Doch schon im Vorfeld gibt der Hersteller scheibchenweise Eckdaten zur Zukunft des sportlichen Labels bekannt. Auf die Ankündigung, Cupra zur eigenständigen Marke aufzubauen, folgten nun Informationen zur Modell- und Vertriebsplanung. Einer Entscheidend für den Handel dürfte sein, dass die Cupra-Modelle künftig über ein Netz spezialisierter Händler präsentiert werden. 260 sollen es europaweit werden, in Deutschland ist von 100 bis 120 Vertriebspartnern die Rede.

Diese Exklusivität spiegelt sich in der Präsentation und Kundenbetreuung wieder. So soll sich in den speziell gestalteten Cupra-Stores bei den Händlern ein sogenannter „Cupra-Master“ um die Bedürfnisse der Interessenten kümmern. Wie Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Seat Deutschland, allerdings klarstellte, wird weiterhin jeder Seat-Händler Cupra-Modelle verkaufen können. Bezüglich der Details zur Cupra-Positionierung bei den Seat-Partnern befindet sich der Importeur derzeit in Gesprächen mit dem Handel, hieß es weiter.

Cupra: Seats schnelle Submarke
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Vor allem in Deutschland, so glauben die Seat-Strategen, werde das Konzept der neuen Marke verfangen. Schon jetzt werden anteilig nirgendwo mehr Cupra-Modelle verkauft, als in der Bundesrepublik. 5.400 Leon Cupra – dem derzeit einzigen Cupra-Modell – waren es im Jahr 2017. „Unser Ziel für die Marke Cupra ist eine Verdoppelung des Absatzes innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre“, wird Seat-Vertriebschef Wayne Griffiths in einer Pressemitteilung zitiert ohne genauere Angaben zu machen. Das wären dann gut 10.000 Einheiten in Deutschland.

„Cupra ist eine große Chance für Seat, für unsere Kunden und für das Geschäft“, sagte Seat-Chef Luca de Meo bei der Vorstellung der Cupra-Eckdaten an der ehemaligen Rennstecke Terramar bei Barcelona. Dahinter steckt die Auffassung der Seat-Marketingstrategen, dass ihr Unternehmen zwar jedes Jahr neue Erfolge einfährt, aber der Reiz der Marke nicht jeden potenziellen Käufer zu den Händlern zieht. Eine Marke Cupra dagegen könne Begehrlichkeiten auch bei denen wecken, die mit dem klassischen Seat-Portfolio wenig anzufangen wissen. Eher praktischer Natur ist die zweite Überlegung: Mit den Cupra-Fahrzeugen hätte Seat eine Technologieplattform, um Entwicklungen auszutesten, die sich zum Beispiel beim Ibiza nie rechnen würden.

Cupra Ateca und Cupra-Studien stehen in Genf

In den Entwicklungsstudios sind die Ingenieure bereits kräftig am Werkeln. Als erstes Modell mit dem neuen Logo kommt Ende des Jahres ein 300 PS starker Ateca. Ein Cupra Ibiza und ein Cupra Arona stehen 2019 auf der To-Do-Liste. Laut Entwicklungschef Matthias Rabe gibt es für Letztere zwar noch keine Produktionsfreigabe. Doch die in Spanien gezeigten und für Genf angekündigten Modelle weisen deutlich auf einen absehbaren Start hin. Ab 2020 soll zudem ein komplett neues Cupra-Modell kommen.

„Wir reden vor allem auch über Hybridisierung, über Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride“, sagte Rabe. Natürlich sollen die Fahrzeuge mit entsprechend sportlicher Ausrichtung ins Rennen gehen. Vorgesehen sind zunächst sieben Modelle, inklusive limitierter Sondereditionen. Interessant für die Fans des Freiluft-Fahrens: Ein Cabrio mag Seat-Chef de Meo zumindest „nicht ausschließen“.

Wie das geplante Cupra-Wachstum funktionieren soll, haben sich die Marketingstrategen genau überlegt. Grundsätzlich will die Sportmarke erschwingliche, schicke und potente Autos bieten in einem bisher noch nicht bedienten Segment zwischen Premium und Massenmarkt. Am Beispiel des Cupra Ateca wird das deutlich: 300 PS und 400 Nm maximales Drehmoment in einem kompakten SUV – derartiges gibt es bisher nur in hochpreisigen Segmenten. Die Leistung kommt über ein neu entwickeltes 7-Gang-DSG-Getriebe an die Räder. Den Spurt von 0 auf 100 km/h soll der Cupra Ateca binnen 5,4 Sekunden hinlegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 245 km/h liegen. Wie es mit der Erschwinglichkeit aussieht, verrät Seat allerdings noch nicht.

Gleichzeitig greift Seat den Community-Gedanken auf: Die Cupra-Kunden sollen zu einer Fan-Gemeinschaft werden. Das neue kupferfarbene Logo mit den zackig ineinander verschränkten „C“ interpretieren sie als „Tribal“-Symbol, das für eine Art Stammeszugehörigkeit steht.

Eingebettet werden soll das in eine ganze Cupra-Welt mit Events und sportlich virtuellen Räumen. „Das Rückgrat von Cupra ist der Motorsport“, erklärt de Meo. Folgerichtig wandert auch die komplette Motor- und Rennsport Division von Seat Sport zu Cupra. Der Cupra TCR soll bereits in dieser Saison als erster Rennwagen unter dem neuen Label im TCR-Cup mitmischen.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Variante dieses Beitrags wurden die vorliegenden Informationen zu Cupra so interpretiert, dass nur ein Teil der Händler noch Cupra-Modelle verkaufen kann. Nach Aussage des Importeurs können sich Cupra-Interessenten aber weiterhin an alle Seat-Händler richten.

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