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Seat wertet Cupra zur eigenständigen Sportmarke auf

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Künftig werden die PS-starken Modelle von Seat unter einem eigenen Markenlabel auftreten. Cupra wird mehr Eigenständigkeit bekommen – und nach unbestätigten Informationen auch im Handel nach speziellen Kriterien positioniert.

(Bild: Seat)

Die sportliche Seat-Linie steht 22 Jahre nach ihrem Start vor einer Neupositionierung. Nach Angaben des Importeurs soll aus der „Performance-Abteilung“, die Standard-Modelle durch verbesserte Motoren und Fahrwerke sowie Designelemente zu PS-Boliden aufrüstete, eine eigenständige Marke werden. Gewissermaßen das spanische Gegenstück zu Fiat-Abarth oder Volvo-Polestar.

Und so wie die sportlichen Submarken anderer Hersteller wird auch Cupra künftig mit einem eigenen Logo auftreten (siehe Bild). Die entscheidende Frage, welche Rolle die Seat-Partner künftig im Cupra-Vertrieb spielen, lässt sich dagegen noch nicht beantworten – zumindest weiß der Handel offiziell nichts. Es solle mutmaßlich eigene Cupra-Bereiche in den Schauräumen geben („Sport-Ecken“), heißt es aus einigen Betrieben, Näheres sei aber nicht bekannt. Auch hinsichtlich der Gestaltung herrscht Unklarheit – dabei läuft noch immer die Anpassung der Schauräume an die aktuellen CI-Vorgaben.

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Weiterhin bleibt zunächst unklar, ob die Cupra-Modelle, die bislang über jeden Händler bestellt werden konnten, künftig speziellen Partnern vorbehalten bleiben. Aussagen deuten allerdings darauf hin, dass sich als Cupra-Stützpunkt nur Händler qualifizieren können, die eine ausreichende Größe und Kompetenz mitbringen. Seat-Sprecherin Melanie Stöckl sieht die Einführung der Submarke Cupra als weiteren Meilenstein in der Seat-Entwicklung. Für weitere Informationen verwies sie auf den 22. Februar, wenn die Marke offiziell vorgestellt wird.

Der breiten Öffentlichkeit werden die Cupra-Modelle dann zwei Wochen später auf dem 88. Internationalen Auto-Salon Genf Anfang März vorgestellt. Zumindest diese Aussage weist darauf hin, dass das Angebot an sportlichen Modellen deutlich ausgeweitet wird. Derzeit beschränkt es sich auf den Leon, der auf der IAA 2017 als Cupra R mit bis zu 310 PS vorfuhr. Als ziemlich sicher gilt im Handel, dass es wieder den Ibiza und zusätzlich den Ateca in Cupra-Ausführung geben wird. Darüber hinaus sind elektrische Cupra-Modelle mit der Etablierung als Seat-Submarke gut denkbar.

Premiere 1996

Der erste Vertreter der Cupra-Modellreihe hatte auf dem Pariser Autosalon im Jahr 1996 seine Premiere: der Ibiza Cupra hatte damals 110 kW/150 PS. Das Modell war die Straßenversion des im selben Jahr vorgestellten Seat Ibiza Kit Car sein, das die Rallye-Weltmeisterschaft in der 2,0-Liter-Klasse gewonnen hatte. Aus dem Rennsport leitet sich auch der Name ab: Cup Racer. Verschiedene ausgerüstete Modelle folgten, neben dem Ibiza gab es auch PS-starke Versionen des Cordoba, Toledo und zuletzt des Leon.

Die Cupra-Modelle waren auf eine junge Zielgruppe zugeschnitten, die ein Hochleistungsfahrzeug verlangte. Dieses Konzept habe sich seither weiterentwickelt und verbessert, so die Eigenwahrnehmung des Herstellers. „Die Zukunft des Cupa sieht besser aus denn je und steckt voller Überraschungen“, hieß es weitsichtig in einer Seat-Mitteilung zum 20. Cupra-Geburtstag im Jahr 2016.

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