Sachsen Classic: Rollendes Museum zwischen Zwickau und Chemnitz
Rund 180 Oldtimer, darunter 20 Vorkriegsmodelle, fuhren in drei Tagen 600 Kilometer und bewältigen zahlreiche Wertungsprüfungen. Am Steuer saß so manche Branchen-Prominenz.

Ein stundenlang vorbeirollendes Automobilmuseum mit einer exquisiten Mischung aus Marken und Modellen von 1912 bis 1994 in chronologischer Reihenfolge – genau das ist die legendäre Sachsen Classic Rallye, die 2016 zum 14. Mal stattfand. Rund 180 Oldtimer, darunter 20 Vorkriegsmodelle, fuhren in drei Tagen 600 Kilometer und bewältigten zahlreiche Wertungsprüfungen. Die Sieger wurden in sechs Altersklassen ermittelt.
Parallel dazu fuhren am dritten Tag auch noch rund 40 historische Motorräder rund um den Sachsenring. Teams aus sechs Ländern stellten einen Rallyekorso aus Fahrzeugen von 47 unterschiedlichen Marken aus fast 90 Jahren Automobilgeschichte. Die Gesamtstrecke führte diesmal von Zwickau über das Erzgebirge und Vogtland mit zwei kurzen Abstechern über Tschechien nach Chemnitz. Erstmalig wurde die Rallye mit dem sächsischen Verkehrssicherheitstag kombiniert, der zu großer Publikumskulisse am Sachsenring einlud.
Die von der Motor Presse Stuttgart veranstaltete Rundfahrt – die Mille Miglia des Ostens – hat sich wohl zum größten deutschen Oldtimer-Netzwerkevent der Autobranche entwickelt. Durch das Engagement der Automobilhersteller, insbesondere VW, Audi, Porsche, Skoda und Mercedes, hat die Rallye ein außergewöhnlich hochkarätiges und breites Fahrzeugfeld, einen ganz eigenen „Benzincharme“ und viele Teilnehmer aus den Automotive-Führungsetagen.
So gibt es unter den Fahrzeugen zahlreiche Einzelstücke und Modellraritäten der Hersteller. Und neben bekannten Branchenpersönlichkeiten auch einiges an Prominenz. Allen voran zeigt sich die automobilgeschichtliche Verbundenheit des VW-Konzerns zum historischen Horch-Standort Zwickau in einigen außergewöhnlichen rollenden Museumsstücken.
Viel Prominenz hinter dem Steuer
Zu den bekannten Branchen-Gesicherten zählten in diesem Jahr VW-Chef Matthias Müller mit einem Porsche 911 sowie der langjährige, mittlerweile 92-jährige VW-Chef Carl Horst Hahn auf einem VW Golf II GTI von 1991. Der Leiter der VW-Qualitätssicherung, Hans-Joachim Rothenspieler, war auf einem VW Golf I GTI von 1978 ebenfalls dabei.
Von Daimler fuhr Personalvorstand Wilfried Porth auf einem Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1957 mit. Sein Amtskollege von VW-Nutzfahrzeuge, Thomas Edig, war mit einem VW T2 Bus L Silberfisch von 1979 unterwegs. Audi-Entwicklungschef Michael Neumayer fuhr einen seltenen Wanderer W 25 von 1937, Skoda-Produktionsvorstand Michael Oeljeklaus einen Skoda Felicia von 1961.
VW-Nfz-Vorstand Andreas Renschler nahm mit einem Bentley 3.5 Litre Vanden Pias Tourer AXK 5 von 1934 teil, Otto-Ferdinand Wachs, Geschäftsführer der Autostadt Wolfsburg, auf einem Horch 930 V aus dem Jahr 1939. Einen Porsche 928S kutschierte Joachim Lamla, Geschäftsführer des Porschewerks Leipzig. Opel-Kommunikationschef Harald Hamprecht saß zusammen mit Tim Ramms von der Motor Presse Stuttgart in einem seltenen feuerroten Opel Rekord Cabriolet von 1967. Die neue Skoda-Kommunikationschefin Silke Rosskothen zeigte sich in einem Skoda 130 RS. Ihre JLR-Amtskollegin Andrea Leitner-Garnell setzte stilecht auf ein Jaguar XD-S V12 Cabriolet von 1988.
Für das Kfz-Gewerbe startete der Berliner Innungsobermeister Thomas Lundt zunächst auf einem Hudson 33 Mile-a-Minute Raceabout von 1912, musste aber für den zweiten Tag ausfallbedingt auf Porsche umsteigen.
Auch zahlreiche Teams von Autohäusern und automobilen Zulieferern fanden sich im Teilnehmerfeld. So fuhr das Team Kirchhoff Automotive mit Kirchhoff-Geschäftsführer Thorsten Gaitzsch (CTO) im seltenen Audi 100 LS Cabrio Baujahr 1969, begleitet von Bernd Welzel, CEO von Westfalia Automotive.
(ID:44243200)