Schaufenster der Branche

Redakteur: Julia Mauritz

Mit Infiniti und BYD Auto feiern zwei Marken beim 78. Internationalen Autosalon Genf ihre Europapremiere.

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Rund sechs Wochen nach der Detroit Motor Show richten sich die Blicke der automobilen Öffentlichkeit in Richtung Schweiz. Vom 6. bis 16. März 2008 öffnet der „Salon international de l‘automobile de Genève“, der Genfer Automobilsalon, seine Tore.

260 Aussteller werden auf der gegenüber dem Vorjahr erweiterten Hallenfläche von rund 82.000 m² ihre neuesten Produkte und die Trends der Zukunft präsentieren. Mit von der Partie auf dem Messegelände „Geneva Palexpo“ sind alle bedeutenden internationalen Marken, die dem Publikum eine ganze Reihe von Welt- und Europapremieren vorstellen.

Der Salon ist traditionell ein Gradmesser für die Stimmungslage der Automobilbranche, die positive Impulse dringend gebrauchen kann. Zwar ist der deutsche Automobilmarkt mit einem deutlichen Plus von 10,5 Prozent ins neue Jahr gestartet, allerdings darf man sich von der Prozentzahl nicht täuschen lassen. Die Zahl relativiert sich durch den Mehrwertsteuereffekt zum Jahresbeginn 2007. Ein Hinweis auf die nach wie vor unsichere Lage der Branche ist der Privatkundenanteil an den Neuwagenverkäufen, der im Januar mit 38,1 Prozent erneut auffallend gering ausgefallen ist.

Zwei Fabrikate haben den 78. Genfer Automobilsalon für ihre Markenlancierung in Europa gewählt: die Edelmarke Infiniti des japanischen Mutterhauses Nissan und der 1995 gegründete chinesische Hersteller BYD.

Neue Luxusmarke

Infiniti genießt mit seinem Angebot an leistungsstarken Limousinen, Coupés und Crossover-Modellen seit annähernd 20 Jahren insbesondere in den USA und im Nahen Osten einen guten Ruf. 2008 will sich die Premiummarke nun auch in Westeuropa etablieren. Der Startschuss zur Markeneinführung fällt in Genf mit der Weltpremiere der zweiten Generation des FX Crossover, die Carlos Ghosn, Präsident und CEO der Nissan Motor Co. Ltd, höchstpersönlich vorstellen wird.

Dies ist die erste Infiniti-Premiere außerhalb der USA. Darüber hinaus zeigen die Japaner das weitere Modellprogramm für den europäischen Markt: die Limousinen- und Coupé-Version der G-Reihe und das Crossover-Coupé EX. Sämtliche Modelle kommen ab Oktober 2008 europaweit in den Handel.

Gleich sechs Automodelle präsentiert der chinesische Mischkonzern BYD in Genf: den F1, den F3, den F3R, den F3DM, den F6DM als Querschnitt sowie den F6. Nicht weniger als vier Modelle nutzen alternative Energien. Als Hightech-Modell vorgestellt wird das so genannte DM (Dual Mode) Elektroauto. Dafür hat BYD Auto das Batterieteil um einen kleinen Verbrennungsmotor ergänzt. Dieser soll die mit dem Batterieteil garantierte Reichweite von 100 Kilometern merklich verlängern.

Chinesischer Player

Der Schwerpunkt von BYD Auto in diesem relativ neuen Segment liegt in der Kernkompetenz des Mutterhauses begründet. Bevor das Unternehmen im Jahr 2003 seine Aktivitäten auf die Autoproduktion ausweitete, galt die Firma als nennenswertes Unternehmen in der Herstellung von Akkus aller Art. Heute stellt dieser Geschäftszweig, der verschiedene Mobiltelefonmarken, darunter Nokia, mit Batterien beliefert, das dritte Standbein des seit 2002 börsennotierten Unternehmens dar – neben der Produktion von Autos und Handykomponenten.

Die Veranstalter des 78. Genfer Automobilsalons hoffen auf einen ähnlich großen Besucherandrang wie im vergangenen Jahr, als 730.000 Gäste die Tore der Messe passierten.

Auch die starke Präsenz der Presse verdeutlicht den hohen Stellenwert der Veranstaltung: Knapp 5.000 Medienvertreter aus 80 Ländern werden wieder über die Neuigkeiten aus der automobilen Welt berichten.

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