Pkw-Neuzulassungen Schwacher Juli – vor allem für den BEV-Absatz

Von Jens Rehberg 1 min Lesedauer

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Die Autokauflaune mag sich in diesem Sommer nicht so richtig entfalten. Der vollelektrische Anteil an den deutschen Neuzulassungen im Juli bleibt unter 13 Prozent.

(Bild:  Rehberg / »kfz-betrieb«)
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Insgesamt wurden im Juli hierzulande mit 238.263 Einheiten 2,1 Prozent weniger Pkw neu zugelassen als im Vorjahresmonat. Das vermeldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag in Flensburg. Im Hinblick auf den Jahresverlauf kann der deutsche Pkw-Markt damit aber noch immer einen Zuwachs von 4,3 Prozent im Vergleich zum Zeitraum von Januar bis Juli 2023 verzeichnen. Der Anteil der BEV-Neuzulassungen am Gesamtvolumen ging von 14,6 Prozent im Juni wieder auf 12,9 Prozent im Juli zurück.

„Der BEV-Auftragseingang von Privatkunden ist zurzeit extrem schwach. Daher sehen wir keine Signale, dass sich die Situation bei den Zulassungen ändert“, kommentierte der Vizepräsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn, am Montag die jüngsten KBA-Daten. „Das bestätigen auch die Ergebnisse unserer Umfrage im Autohandel von Anfang Juni, in der 91 Prozent der befragten Autohäuser die Bestellsituation bei BEV von Privatkunden im weiteren Jahresverlauf als sehr schlecht (63 %) oder schlecht (28 %) einschätzen.“

Seit Januar wurden in Deutschland knapp 215.000 Elektroautos zugelassen – das entspricht 12,6 Prozent aller Neuzulassungen. In den ersten sieben Monaten des Vorjahres waren es 268.926 Elektroautos, der Anteil an allen Neuzulassungen hatte bei 16,4 Prozent gelegen.

„Die Nachfrage nach Elektroautos entwickelt sich längst nicht so gut wie erwartet“, sagt der Leiter Mobility bei der Unternehmensberatung Ernst & Young, Constantin Gall. „Daran ändern bislang auch die neuen Modelle mit höherer Reichweite und kürzeren Ladezeiten nichts.“ Derzeit verkauften sich Verbrenner einfach deutlich besser als E-Autos. Der Absatz von Benzin- und Dieselfahrzeugen stieg im Juli um 0,1 beziehungsweise 1,4 Prozent, während bei E-Autos ein Minus von 37 Prozent registriert wurde.

Gall rechnet nun mit einem anhaltend niedrigen Absatzniveau von BEVs in den kommenden Monaten. „Im laufenden Jahr werden in Deutschland voraussichtlich etwa 125.000 Elektroautos weniger verkauft als im vergangenen Jahr, wir liegen damit deutlich unter dem Absatzniveau der Jahre 2022 und 2023 und nur leicht über dem Absatz von 2021.“

Für die Autoindustrie heiße das: „Wir werden weiterhin erhebliche Überkapazitäten in der E-Autoproduktion haben – die Branche war von einer deutlich besseren Absatzentwicklung ausgegangen und hatte in entsprechende Produktionskapazitäten und auch in reine Elektro-Werke investiert.“ Nun heiße es umsteuern und die Investitionsplanung überdenken.

Das unterdessen vom Ifo-Institut berechnete Geschäftsklima in der Autoindustrie untermauert die angespannte Lage: Im Juli sank der entsprechende Indikator auf minus 18,3 Punkte nach minus 9,5 Zählern im Juni. Das teilt das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mit. „Die Autoindustrie schlittert damit weiter in die Krise“, sagt Auto-Expertin Anita Wölfl.

Demnach beurteilen die Unternehmen sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Erwartungen für die kommenden drei Monate schlechter als im Juni. Die Auslastung der Werke ist laut Ifo auf 77,7 Prozent gefallen, neun Prozentpunkte unter dem langfristigen Mittelwert. Auch die Exporterwartungen sind demnach kräftig gesunken.

Immerhin erreichten im Juli BMW mit 12 Prozent und Mercedes mit 7,7 Prozent ein Neuzulassungsplus hierzulande im Vergleich zum Vorjahresmonat. Massive Rückgänge verzeichneten unter den deutschen Herstellern hingegen Porsche (-30,2 %) und Ford (-17,8 %). Bei VW (-4,3 %), Audi (-2,5 %) und Opel (-2,3 %) fielen die Verluste moderater aus.

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