Jubiläum SEG Automotive feiert 111 Jahre Elektrostarter

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Zugegeben, es ist eine etwas krumme Zahl für ein Jubiläum. Doch der Grund ist angemessen, hat doch der elektrische Starter den Siegeszug des Verbrennungsmotors überhaupt erst ermöglicht.

Im Jahr 1914 begann die Produktion von elektrischen Startern für Pkw bei Bosch – heute wird sie bei SEG Automotive weitergeführt.(Bild:  SEG Automotive)
Im Jahr 1914 begann die Produktion von elektrischen Startern für Pkw bei Bosch – heute wird sie bei SEG Automotive weitergeführt.
(Bild: SEG Automotive)

Zu Beginn des Automobilzeitalters mussten Verbrennungsmotoren mühsam per Handkurbel gestartet werden. Dieses Verfahren war nicht nur kraftraubend, sondern auch gefährlich: Wenn der Motor nach einer Fehlzündung plötzlich zurückschlug, konnte der Fahrer Prellungen oder sogar Knochenbrüche davontragen. In der „Schnauferl“-Zeit waren deshalb die zeitgleich entstandenen Elektroautos durchaus harte Konkurrenten, denn diese ließen sich viel leichter in Gang bringen.

Doch das Blatt wendete sich, als der US-amerikanische Erfinder Charles Kettering einen elektrischen Anlassermotor praxisreif entwickelte. Dieser brachte nicht nur mehr Komfort, sondern auch ein deutliches Plus an Sicherheit. Kein Wunder, dass auch der deutsche Pionier der Automobilelektrik, Robert Bosch, die Erfindung schnell aufgriff. Seit 1914 stellte Bosch – beziehungsweise die SEG Automotive GmbH, in die das Starter- und Generatoren-Geschäft von Bosch mittlerweile ausgegliedert wurde – nun Anlasser für Verbrennungsmotoren her, für Erstausrüstung und Aftermarket.

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Die technische Entwicklung des Starters von der Kaiserzeit bis heute

Der erste Starter war ein sogenannter Schub-Anker-Starter: ein System, bei dem sich Anker, Welle und Ritzel gemeinsam auf die Motorschwungscheibe zubewegten, um den Motor zu starten. Aktiviert wurde dieser Mechanismus noch über einen sperrigen Fußschalter in der Fahrerkabine. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Startermechanismus stetig verfeinert. Die Einführung von koaxial gewundenen Schrauben, Magnetspulen und Einrückhebeln vereinfachte den Einspurmechanismus erheblich – es musste nicht mehr das komplette Innenleben des Starters bewegt werden. Freilauflager sorgten dafür, dass der Starter nach dem Motorstart nicht überdreht wurde, was seine Lebensdauer deutlich erhöhte.

In den 1980er-Jahren hielten Permanentmagnete und Planetengetriebe Einzug. Dadurch konnten Größe und Gewicht erheblich reduziert werden – bei gleichbleibender oder sogar gesteigerter Leistung.

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends begann schließlich die Zeit der Start/Stopp-Anlagen. Dank verbesserter Materialien und verstärkter Konstruktion war es nun möglich, den Motor nicht nur zu Beginn einer Fahrt zu starten. Vielmehr stoppt der Motor seitdem bei jedem Halt, etwa an Ampeln oder im Stop-and-Go-Verkehr, oder sogar bei Konstantfahrt auf der Autobahn (Segeln). Ein Tritt auf das Gaspedal startet ihn dann automatisch wieder. Damit leistet die Technologie bei SEG Automotive seit 2007 einen wichtigen Beitrag zur Kraftstoffersparnis und CO2-Reduktion im Straßenverkehr.

Zeitwertgerechte Reparaturkonzepte von SEG Automotive

Für zeitwertgerechte Reparaturen ist die Wiederaufarbeitung, auch Remanufacturing genannt, eine gute Ergänzung. Beim Zulieferer SEG Automotive werden Starter im Werk Miskolc (Ungarn) nach strengen Qualitätsstandards anhand automatisierter Serienprozesse wiederaufbereitet. Diese sind technisch gleichwertig mit einem Neuprodukt, aber durch die Wiederverwendung von Materialien ressourcenschonender und kostengünstiger.

Ergänzend sind im Aftermarket auch Starterersatzteile wie Kohlebürstenhalter, Anker oder Magnetspulen erhältlich. Damit lassen sich gezielt Reparaturen durchführen, wo sich ein Neuteil aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr lohnt.

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