Service Award 2009: Das Geld in Kunden investieren
Nach dem Motto „klein aber fein“ zeigt Kfz-Technik Dorweiler aus Brühl, was echter Service ist und belegt in der Kategorie Freie Betriebe den 2. Platz.
Aller Anfang ist schwer. Davon hatte Matthias Dorweiler schon gehört, als er Ende 1996 seine berufliche Karriere auf eigene Füße stellte. Zuvor war der Kfz-Mechaniker-Meister lange Jahre Werkstattleiter gewesen bis eines Tages die Filiale, in der er arbeitete, Rationalisierungmaßnahmen zum Opfer fiel. Die Alternativen im Angestelltenverhältnis waren eher schlecht als recht, und so entschloss er sich, zusammen mit seiner Frau Tanja, einen Zweiradbetrieb zu eröffnen.
Dabei kam dem engagierten Unternehmer das persönliche Faible für Motorroller, die gerade eine Hochphase erlebten, gerade recht. Mit seinem „Cycle Center“ traf er genau den Nerv der Zeit, denn guten Service suchten Besitzer leichter Zweiräder in seinem Umkreis bis dato vergeblich.
Wie andere Dinge im Leben bewegen sich jedoch auch die praktischen City-Flitzer wellenförmig auf der Beliebtheitsskala. Die Folge: Wenige Jahre später ebbte der Roller-Boom ab, das Geschäft ging zurück. Für den gebürtigen Kölner kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Und da Dorweiler zudem das Schrauben am automobilen „Großkaliber“ vermisste, zündete er nach reiflicher Überlegung Stufe zwei seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere.
Perfekte Verbindung
Nach dem Motto „back to the roots“ eröffneten die Dorweilers im August 2001 eine „richtige“ Kfz-Werkstatt – frei und ohne jede Anbindung an ein Servicekonzept. Die Standortwahl fiel dabei auf ein neu erschlossenes Industriegebiet im Norden Brühls. Seitdem gibt es in der Hamburgerstraße 5a perfekten Service für zahlreiche Fahrzeuge: Pkw, Transporter sowie Oldtimer und Boote und natürlich Motorroller. Denn die kleinen Knatterbüchsen sind eine ideale Ergänzung und das Cycle Center mitterweile eine feste Größe in der Szene.
Fast jeder Rollerfahrer besitzt ein Auto; umgekehrt verfügen zahlreiche Pkw-Besitzer über eines der handlichen Gefährte. Daraus ergeben sich ideale Synergien: „Rollerfahrer bringt Auto und Autofahrer bringt Roller“, beschreibt Dorweiler sein knappes wie erfolgreiches Servicekonzept. Zusätzlich sorgt neben der Wartung und Reparatur von Rollern auch der Handel mit Neufahrzeugen sowie Ersatz- und Zubehörteilen für Ertrag und positive Mundpropaganda.
Was zu verschenken
Dass diese überaus wichtig ist, weiß Dorweiler ganz genau. Statt Kleinanzeigen zu schalten – die seiner Meinung nach nur wenig Beachtung finden – gibt er unumwunden zu: „Ich investiere mein Geld lieber in Kunden. Kleinigkeiten wie z. B. ein Blinkerbirnchen gibt‘s bei uns kostenlos, inklusive Einbau! Das ist Service, der sich langfristig auszahlt.“
Ein weiteres Beispiel zeigt, dass das Team genau weiß, was der Ausdruck „Dienstleistung“ bedeutet: Stellt einer der Mitarbeiter fest, dass eine Reparatur noch auf Garantie bzw. Kulanz vom Fahrzeughersteller übernommen wird, bringen die Dorweilers das Auto kurzerhand zur Markenwerkstatt – ein guter Draht zu Vetragswerkstätten sorgt für die nötigen Informationen. Den Kunden freut‘s und er dankt es mit Treue zu seiner Werkstatt.
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