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Service Award 2013: Den Trucker im Fokus

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Die baulichen Veränderungen gingen weit über die Drive-in-Annahme und das Ein-Weg-System hinaus. Kundenfreundlichkeit und Ökologie waren dem Unternehmer bei der Planung seines neuen Betriebs wichtig. Die bisherigen Hallen und Garagen der Autobahnmeisterei wurden gründlich saniert und das Verwaltungsgebäude um eine Etage aufgestockt. Eine neue, 30 Meter breite und 18 Meter hohe Servicewerkstatt wurde gebaut und umweltfreundlich eingerichtet. Die Isolierung der über eine Fußbodenheizung zu erwärmenden Halle ist so optimal ausgelegt, das sich die Energiekosten deutlich reduziert haben. Zusätzlich spart das Unternehmen Energie, weil die Werkstatt tageslichtdurchflutet ist.

Sämtliche Gebäude auf dem neuen Betriebsgelände verfügen über einen Fernwärmeanschluss und werden über eine Biogasanlage beheizt. Auf den Gebäuden befinden sich über 2.000 m2 Fotovoltaikanlagen. Mit dem erzeugten Strom kann sich der komplette Betrieb selbst versorgen und sogar noch einen Überschuss ins Stromnetz einspeisen.

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Genauso wichtig wie die Nachhaltigkeit des Betriebs ist den Kirchbergern die Kundenfreundlichkeit. „Wir haben eine sogenannte Muss-Kundschaft, das heißt, wer zu uns kommt, hat ein Problem mit seinem Fahrzeug und gleichzeitig mehrere Termine, die er einhalten muss“, führt Stegmaier aus. Dies sei der Grund für die Drive-in-Annahme und das Ein-Weg-System gewesen. „Es ist gut, dass man nicht aussteigen muss, wenn man es eilig hat“, begründet Stegmaier. Sobald das Fahrzeug auf dem zugewiesenen Stellplatz vor oder in der Reparaturbox abgestellt ist, kann sich der Fahrer in den nahen Wartebereich im ersten Stock der Werkstatthalle begeben. Von da aus hat er sein Auto ständig im Blick, wenn er das will.

Ansonsten stehen ihm Zeitschriften, Fernsehen oder Internet zur Verfügung. Und wenn eine Reparatur einmal länger dauert, kann er den Ruhebereich des Unternehmens oder den eigens eingerichteten Fitnessraum nutzen. Auch wenn er sich komplett zurückziehen möchte, um beispielsweise zu schlafen oder zu duschen, gibt es Möglichkeiten: Zum Betriebsgelände der alten Autobahnmeisterei gehören zwei Wohnhäuser, die Stegmaier zu Gästehäusern umgebaut hat. Hier finden die Fahrer auch eine preiswerte Unterkunft, wenn das Auto ausnahmsweise über Nacht in der Werkstatt bleiben muss. „Grundsätzlich wollen wir den Kunden dann bedienen, wenn er da ist – und zwar an dem idealen Arbeitsplatz und mit dem idealen Mitarbeiter – das ist unser Ziel“, führt Stegmaier aus.

Zwar würden rund 80 Prozent der Werkstattkunden einen Termin ausmachen, aber man dürfe sich als Werkstatt nicht darauf verlassen, dass die Termine immer eingehalten werden. „Es kann immer etwas passieren, beispielsweise, dass der Fahrer aus irgendeinem Grund nicht abladen kann. Deshalb können wir nicht auf die vereinbarten Termine pochen“, sagt Stegmaier. Die benötigte Flexibilität sichert er sich durch verschiedene Maßnahmen: Zum einen bildet er seine Monteure umfassend aus. Der Unternehmer benötigt in seiner Werkstatt Alleskönner, um jederzeit jede Arbeit an den Nutzfahrzeugen durchführen zu können. Zum anderen hat jeder Monteur zwei Arbeitsplätze zu seiner Verfügung. Damit ist sichergestellt, dass auch immer ein Platz für den gerade einfahrenden Kunden frei ist. Und nicht zuletzt hilft natürlich die flexible Arbeitszeit. „Die Mitarbeiter der Spätschicht machen alle Autos fertig, die bis zum Ende ihrer Schicht da sind“, erklärt Stegmaier. Sollte das nicht zu schaffen sein, würden die beiden Mitarbeiter aus dem 24-Stunden-Service mit herangezogen.

Der Kunde geht immer vor

Mit insgesamt 15 Monteuren schafft das Unternehmen etwa 25 Durchgänge am Tag. Eine Grundauslastung der Werkstatt garantiert die eigene Vermietflotte, die inzwischen 1.200 Fahrzeuge umfasst, und die in der Werkstatt repariert und gewartet werden. „Aber der Kunde geht immer vor, das heißt, wenn wir einen Monteur für ein Kundenfahrzeug brauchen und keiner frei ist, wird er eben von den eigenen Fahrzeugen abgezogen“, erklärt Stegmaier.

Durch all diese Maßnahmen macht Stegmaier heute rund 15 Prozent mehr Umsatz als im alten Betrieb. „Das erreichen wir mit der gleichen Mannschaft, aber total stressfrei“, freut sich Geschäftsführer Neumann. Stegmaier versprach seinen Kunden bei Eröffnung des neuen Betriebs, in den nächsten zwei Jahren den Stundenverrechnungssatz nicht zu erhöhen. „Die Kostensteigerungen fangen wir allein durch unsere gesteigerte Effizienz auf“, resümiert der Unternehmer.

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