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Service Award 2013: Den Trucker im Fokus

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

1. Platz Kategorie Nfz: Stegmaier Nutzfahrzeuge steht für effiziente Prozesse. Das beginnt schon mit dem wohl einzigartigen Drive-in-Empfang.

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Das Ein-Wege-System bei der Stegmaier Nutzfahrzeug GmbH verhindert, dass Trucker auf dem Betriebshof rangieren müssen.
Das Ein-Wege-System bei der Stegmaier Nutzfahrzeug GmbH verhindert, dass Trucker auf dem Betriebshof rangieren müssen.
(Foto: Wenz)

„Bei uns stehen Flexibilität und Ablaufgeschwindigkeit ganz vorne an“, sagt Hermann Stegmaier. Der Inhaber der Stegmaier Nutzfahrzeuge GmbH in Kirchberg macht dadurch deutlich, wie ernst sein Unternehmen den Fahrer nimmt. Dieser soll von der Kompetenz des Unternehmens überzeugt sein, er soll keine unnötige Zeit in dem Nutzfahrzeugbetrieb verbringen müssen, er soll sich wohlfühlen, auch wenn sein Aufenthalt länger dauert. Die hohe Wertschätzung beginnt schon bei der Reparaturannahme. Die ist nämlich bei Stegmaier ganz anders als wahrscheinlich in allen anderen Autohäusern. Das Geheimnis: der Drive-in-Empfang.

Das Prinzip ist so einfach wie genial: Der Trucker fährt bei der Einfahrt in den Betrieb direkt an den Empfang, der sich in einem zur Hälfte aufgeschnittenen Lkw befindet. „Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt – unser Drive-in-Konzept haben wir uns von den Fast-Food-Ketten abgeguckt“, erklärt Stegmaier. Allerdings habe man das Konzept verfeinert – der Fahrer unterhält sich nicht mit einem Lautsprecher, sondern mit einem Menschen. Ein Serviceassistent begrüßt den Kunden durch das Seitenfenster des aufgeschnittenen Lkw-Führerhauses auf Augenhöhe und fragt nach dem Anliegen, den notwendigen Papieren und dem Kilometerstand. Der Vorteil: Der Trucker braucht sein Cockpit für die erste Kontaktaufnahme nicht zu verlassen – alles, was der Serviceassistent benötigt, hat er in Griffweite. „Das ist quasi die Burger-Bestellung im Fast-Food-Restaurant“, ergänzt Stegmaier.

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„Im normalen Nutzfahrzeugbetrieb ist es heute gang und gäbe, dass der Fahrer in die Serviceannahme kommt, nachdem er sein Fahrzeug irgendwo auf dem Betriebshof abgestellt hat“, berichtet Geschäftsführer Frank Neumann. Wenn er dann irgendetwas vergessen habe, schicke der Serviceberater den Fahrer in der Regel zum Auto zurück. „Worst Case ist, wenn zudem noch ein genervter Autohausmitarbeiter den Fahrer anmacht, weil sein `Karren im Weg steht`, und ihm mitteilt, dass er ihn gefälligst woanders abstellen soll“, führt Neumann aus.

So etwas gebe es bei Stegmaier nicht. Tatsächlich klärt der Serviceassistent direkt mit der Werkstatt, welche Box für den gerade angekommenen Trucker frei ist oder wird. Zu dieser leitet er den Fahrer, wobei dieser nicht zu befürchten braucht, dass es eng wird, weil ihm ein anderer Lkw entgegenkommt. Denn das gesamte Betriebsgelände ist ein stressfreies Ein-Weg-System. Der Fahrer muss hier nicht rangieren. „In der Regel wird der Fahrer an der Box schon vom Meister oder einem Monteur erwartet“, ergänzt Stegmaier. „Wir wollen den Fahrer empfangen und ihm dabei das Gefühl geben, dass bei uns alles anders ist“, sagt dazu Neumann. Bei diesem Vorgang sei die gegenseitige Wertschätzung besonders wichtig. Deshalb würde der Fahrer nicht von einem Pförtner, sondern von einem kompetenten Servicemitarbeiter erwartet.

Verkehrsgünstige Lage

Auch in seinem Betrieb seien die Abläufe nicht immer so optimal gewesen. „Unser größtes Problem im alten Betrieb in Crailsheim/Roßfeld war immer der Platz“, berichtet Neumann. An diesem Standort war die Stegmaier Nutzfahrzeug GmbH rund 47 Jahre präsent und hat sich im Laufe der Jahre zu einem führenden Anbieter im Nutzfahrzeugbereich entwickelt. Dabei stellten sich die räumlichen Verhältnisse zunehmend als Engpass heraus. „Wenn ein Gigaliner auf unseren Hof fuhr, waren wir dicht“, bringt es Stegmaier auf den Punkt. Schon frühzeitig hatte sich der Unternehmer deshalb nach einem neuen Standort umgesehen und schon vor Jahren die Autobahnmeisterei an der Autobahnanschlussstelle Kirchberg gekauft. Diese liegt verkehrsgünstig direkt an der A6 und ist nicht weit entfernt von der A7 – „der ideale Standort für einen Nutzfahrzeugbetrieb“, führt Stegmaier aus. Auch Platz ist heute kein Problem mehr: Das neue Nutzfahrzeugcenter befindet sich auf einem 22.500 m2 großen Areal.

Doch der Auszug der Autobahnmeisterei verzögerte sich, was letztlich dazu führte, dass Stegmaier Nutzfahrzeuge erst im Sommer 2012 in das neue Betriebsgelände einziehen konnte. Vor dem Einzug waren zudem noch umfangreiche Umbauarbeiten notwendig. „Wir wollten am neuen Standort in Kirchberg diverse Konzepte umsetzen, die in Crailsheim einfach nicht möglich waren“, erklärt Neumann.

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