Skoda Die leise Abkehr vom Design-Trend SUV

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Seit der SUV-Offensive vor sieben Jahren sind Skoda-Modelle größer und wuchtiger geworden. Und die Studie Vision 7S ist besonders groß. Doch bei dem Trend wird es nicht bleiben, erwartet Chef-Designer Oliver Stefani. Warum die künftigen Modelle wieder flacher werden.

Skodas Chef-Designer Oliver Stefani will den Karosserieformen jenseits der SUVs wieder mehr Geltung verschaffen.(Bild:  Skoda)
Skodas Chef-Designer Oliver Stefani will den Karosserieformen jenseits der SUVs wieder mehr Geltung verschaffen.
(Bild: Skoda)

Zunächst Kodiaq, Karoq, Kamiq, dann Enyaq und Vision 7S – der Trend im Skoda-Design ging in die Höhe und in die Breite. Da überrascht es fast ein wenig, wenn Skodas Design-Chef Oliver Stefani im Gespräch mit „Auto, Motor und Sport“ eine Zukunft für klassische Karosserieformen sieht. „Ich bin überzeugt, dass es in Zukunft auch weiterhin flache Fahrzeuge geben wird. Schließlich ist ein SUV gerade in Hinblick auf die Effizienz nicht unbedingt das Beste“, sagt Stefani in Ausgabe 18/2023. Dementsprechend könne ein Hersteller nicht nur SUVs auf den Markt bringen. Die Marke Skoda sieht er sogar in einer besonderen „Verantwortung für Vielfalt in der Modellpalette“.

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Immer wieder wird der Trend zum SUV auch mit den baulichen Notwendigkeiten der Elektromodelle erklärt. Für Stefani ist das jedoch keine Zwangsläufigkeit. Er sieht vielmehr neue Chancen für das Design von Elektrofahrzeugen durch den kommenden Wechsel des VW-Konzerns von der heutigen MEB- auf die künftige SSP-Plattform. Weil die Elektroautos wegen der großen Batterie im Boden derzeit tendenziell höher aufragen, soll die SSP-Architektur einen flacheren Aufbau zulassen. „Das hoffe ich sehr, wir arbeiten zumindest daran“, sagte Stefani. Aus Sicht der Marke wäre diese Entwicklung interessant, um das Kernmodell Octavia in einer Elektroversion anzubieten.

Vor allem werden sich die Skoda-Modelle aber rechnen müssen. Emotionale Modelle tun das eher selten, weshalb sie im Volkswagen-Konzern zuletzt aussortiert wurden. Entsprechend zurückhaltend beantwortet Stefani die Frage, ob Skoda an die Entwicklung eines Cabrio-Modells denkt – was in früheren Jahren immer mal wieder kolportiert und vom alljährlichen Azubi-Projekt in Mlada Boleslaw bereits aufgegriffen wurde.

„Träumereien mit irgendwelchen Cabrios sind zwar ganz nett, doch es ist mir eine Herzensangelegenheit, für unsere Kunden gutes Design abzuliefern“, sagt Stefani zu den Spekulationen. Das Thema Cabrio ist aus seiner Sicht daher „sehr weit weg“. Er erwärmt sich mehr für Coupés, allein schon, weil es aerodynamische Vorteile bringt und so einen gewissen Wert bietet. Die überraschend hohe Resonanz auf das Enyaq Coupé unterstreicht diese Auffassung. „Das Auto ist bezüglich der Akzeptanz einmalig. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele positive Reaktionen es hervorruft, wenn ich damit unterwegs bin“, sagt Stefani.

Dass sich die Skoda-Modelle der Kostenrealität und der Kundenakzeptanz stellen müssen, zeigt sich auch bei der Umsetzung des Vision 7S hin zum Serienmodell. Bereits während eines Pressetermins Anfang Juli hatte Stefani verraten, dass einige spektakuläre Designelemente wie die gegenläufig öffnenden Türen ohne B-Säule und die rahmenlosen Scheiben nicht in Serie gehen werden. „Ich gehe davon aus, dass weder das eine noch das andere kommen wird“, bekräftigte er nun nochmals im Gespräch mit „Auto, Motor und Sport“.

Zur Person: Oliver Stefani (59)

Der gebürtige Braunschweiger ist seit dem 1. September 2017 Chef-Designer bei Skoda Auto in Mlada Boleslav. Er löste damals den Design-Verantwortlichen Jozef Kaban ab, der zu BMW gewechselt war. Stefani arbeitet seit 1992 für den Volkswagen-Konzern, zunächst bei der Kernmarke VW Pkw. Nach einem Ausflug zum Design Center Europe in Sitges, Spanien, kehrte er zu VW zurück – zunächst als Teamleiter, ab 2015 verantwortete er dann das Exterieur-Design bei Volkswagen in Wolfsburg.

Während seiner Zeit bei Volkswagen war er verantwortlich für die Serienfahrzeuge VW Up, Polo, Jetta, Tiguan, Passat CC, Sharan und Atlas sowie für die Show- und Konzeptfahrzeuge ID Buzz, ID Crozz, ID Neo, Concept R und Beetle Dune.

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