„Skoda Plus“ soll GW-Geschäft im Handel professionalisieren
Bei den Skoda-Partnern wird in den kommenden Monaten die Gebrauchtwagenmarke „Skoda Plus“ Einzug halten. Was das für die Betriebe bedeutet, erläutert Michael Günther, Leiter Vertriebsorganisation, im Gespräch mit »kfz-betrieb«.

Zum 1. März 2017 hatte Skoda Auto Deutschland seinen Vertrieb umstrukturiert und Michael Günther als Leiter Vertriebsorganisation ernannt. Als eine seiner Kernaufgaben galt von Beginn an, ein neues Gebrauchtwagenmanagement auf Einzel- und Großhandelsebene zu etablieren. Ein Ergebnis der Überlegungen ist die vor einigen Wochen angekündigte Skoda-Gebrauchtwagenmarke „Skoda Plus“.
Redaktion: Was hat Skoda dazu bewogen, die Gebrauchtwagenmarke Skoda Plus einzuführen?
Michael Günther: Wir reagieren mit Skoda Plus auf eine bemerkenswerte Entwicklung, die der letzte DAT-Report dokumentiert: Jeder zweite Gebrauchtwagen wird inzwischen bei einem Markenhändler gekauft. Obwohl Onlinebörsen und Internet den Zugang zu vielfältigen Angeboten öffnen, setzen immer mehr Käufer auf Vertrauen und Sicherheit. Beides erwarten und finden sie beim autorisierten Markenhändler. Wir haben daraus abgeleitet, dass die Marke Skoda ein Gebrauchtwagen-Label benötigt, das diese Werte – Vertrauen und Sicherheit – vermittelt. Der Kunde muss sich darauf verlassen können, dass die qualifizierten Partner die Leistungsversprechen von Skoda Plus erfüllen. Skoda Plus ist also ein klares Qualitätsversprechen.
Warum ist denn „1+ Gebrauchtwagen“ nicht weitergeführt worden?
Das Programm „1+ Gebrauchtwagen“ war seit 1999 aktiv, das Label hatten zuletzt rund 250 Partner genutzt. Der wesentliche Unterschied zum neuen Programm ist die Nachhaltigkeit der Qualitätsversprechen. 1+ war eine Selbstverpflichtung der teilnehmenden Partner, bestimmte Leistungsversprechen einzuhalten. Das wurde aber nicht weiter überprüft. In diesem Rahmen konnte Skoda Auto Deutschland nicht gewährleisten, dass die Erwartungen der Kunden immer und umfänglich erfüllt werden.
Wie geht es jetzt mit den „1+“-Partnern weiter?
Derzeit arbeiten etwa 250 Betriebe mit der bisherigen Gebrauchtwagenmarke. Da es sich dabei um eine reine Selbstverpflichtung handelt, müssen sich die Betriebe neu für Skoda Plus bewerben. Daraus ergibt sich, dass „1+ Gebrauchtwagen“ als Marke mittelfristig auslaufen wird. Als eingetragenes Markenzeichen wird „1+ Gebrauchtwagen“ keine Verwendung mehr im Netz finden.
Wie wird denn ein Skoda Partner jetzt Skoda-Plus-Betrieb?
Jeder Skoda Partner kann sich für Skoda Plus bewerben. Auf Basis der Bewerbung schließt sich eine Erstanalyse an, indem ein Gebrauchtwagenexperte die Gegebenheiten des Händlers vor Ort begutachtet. Stimmen die Voraussetzungen, folgt ein eingehender Check aller Prozesse und Kompetenzen im Gebrauchtwagengeschäft des Partners. Am Ende wird untersucht, ob und wie die Standards für Skoda Plus bei dem Händler umgesetzt werden können.
Welche Standards sind das?
Der Kunde muss darauf vertrauen können, dass die versprochenen Leistungen erbracht werden. Dazu gehören Gebrauchtwagen-Garantien und Finanzdienstleistungen, aber auch ein breiteres Angebot an Modellen. Daher zählt eine Mindestfläche von 600 Quadratmetern für 30 zertifizierte Fahrzeuge ebenso zu den Anforderungen wie ein Skoda Plus-Verantwortlicher. Zudem müssen sich die Händler einer Auditierung unterziehen.
Zu den Versprechen für die Kunden gehört, dass sie ein garantiertes Umtauschrecht und auch nach Jahren noch ein Verkaufsrecht zu einem fairen Preis haben. Mit welchen Daten wird da gearbeitet?
In diesem Punkt ist keine Mathematik hinterlegt. Der Händler ist gefordert dem Kunden ein faires Angebot zu unterbreiten.
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