Skoda steht vor einem Umbruch. Die E-Mobilität fordert eine neue Fahrzeuggeneration, im Wettbewerb der Fabrikate wollen sich die Tschechen neu positionieren. Welchen optischen Niederschlag die Überlegungen finden, erläutert Skoda-Chefdesigner Oliver Stefani.
Skoda-Chefdesigner Oliver Stefani arbeitet mit seinem Team derzeit an der Neuerfindung der Marke im so genannten „Modern Solid“-Design.
(Bild: Skoda)
Elektromobilität auf der einen Seite – eine neu definierte Rolle der Marke im Volkswagen-Konzern auf der anderen Seite: Skoda steht eine Wandlung bevor, die der damalige Skoda-Vorstandschef Thomas Schäfer bereits bei der Vorstellung der Strategie „Next Level – Skoda 2030“ im Herbst 2021 angedeutet hatte. Und dieser Wandel findet seinen Niederschlag im Design. Während zum künftigen Erscheinungsbild des stationären Skoda-Handels noch wenig nach außen dringt, wird die Optik der künftigen Skoda-Modelle inzwischen ein Stück weit fassbar.
Vor Journalisten hat nun Chefdesigner Oliver Stefani in der Skoda-Deutschland-Zentrale jüngst die Kernideen seines Teams für das künftige „Modern-Solid“-Design am Beispiel der Studie Vision 7S herausgearbeitet. Der ist für europäische Verhältnisse ein gigantisches Fahrzeug, das erstmals im Jahr 2022 vorgestellt wurde, aber als wegweisend gilt. Denn angesichts der Veränderungen in der Autowelt werde Skoda sich künftig mit ganz neuen Produkten dem Wettbewerb stellen müssen, verdeutlicht der Chefdesigner. Dazu gehört für ihn auch ein neues Erscheinungsbild – nicht zuletzt, um Skoda innerhalb des Konzerns stärker von den Schwestermarken zu differenzieren und „unseren Autos einen unverwechselbaren Look zu geben“.
Die Optik ist dabei jedoch nicht Selbstzweck. Sie soll vielmehr auf den Markenwerten – Raum, Funktionalität, Familie – basieren und sie deutlich herausarbeiten. Aus gutem Grund läuft die Weiterentwicklung des Vision 7S unter dem Begriff „BEV Space“. Mit ihm untermauern die Tschechen ihren Anspruch, jene Marke zu sein, die auf den Plattformen des Volkswagen-Konzerns die Modelle mit dem meisten Raum für die Passagiere aufbaut.
Abstriche vom Konzeptentwurf
Klar, Fahrzeugstudien haben eine spielerische Note. Sie zeigen, was möglich ist, und nicht unbedingt, was letztlich umsetzbar ist. Aber träumen darf ein Designer – muss es vermutlich auch, damit sich die Formensprache letztlich sichtbar und fühlbar ändert. Deshalb schränkt Stefani auf Nachfrage auch ein, dass das künftige elektrische Flaggschiff der Tschechen sicher nicht so auf die Straße kommen wird, wie es derzeit zu sehen ist. Statt deutlich über fünf Meter wird das große BEV, das im Jahr 2026 auf die Straßen kommen soll, wohl auf 4,90 Meter Länge begrenzt.
„Modern Solid“-Design, neue CI
Das künftige Design der Skoda-Fahrzeuge soll unverwechselbarer werden, „damit wir unsere eigene Rolle spielen und unseren Autos einen unverwechselbaren Look geben“. So bringt Chefdesigner Oliver Stefani auf den Punkt, was die „Modern Solid“-Strategie bewirken soll. Dass sich die Adjektive „modern“ und „solide“ in der künftigen Skoda-Designsprache niederschlagen sollen, liegt auf der Hand. Zudem will Stefani die Werte „einfach“, „funktional“, „authentisch“ und „ehrlich“ herausgearbeitet sehen.
Akzente setzen soll das Design etwa in der Oberflächengestaltung und den Farben, rund um die Radhäuser und mit wiederverwerteten Materialien. Die Grafik der Front- und Rücklichter soll eine hohe Wiedererkennung erreichen. Zudem sorgen sie für charakteristische Akzente in der Silhouette. Unterbau und Dachlinien stehen im Dienst der Aerodynamik, um die Reichweite der E-Autos zu erhöhen. Das sogenannte Tech-Deck-Face interpretiert den Skoda-Grill auf eigene Weise: An die Stelle der Rippen tritt dunkles Glas, hinter dem die ganzen Assistenzsensoren verborgen sind.
Im Zuge von Skoda Next Level überarbeiten die Tschechen auch ihre Corporate Identity. Die Bildmarke, der gefiederte Pfeil, ist an die Bedürfnisse des digitalen Einsatzes angepasst. Zudem erhielt die Skoda-Wortmarke eine neue Typografie und wird stärker in den Mittelpunkt gerückt – künftig eben auch auf den Fahrzeugen, wie es der Vision 7S zeigt.
Entsprechend wird das „BEV Space“ in seiner Serienversion ab 2026 drei Sitzreihen haben und ein luftiges Raumgefühl vermitteln. „Man kann auch an anderer Stelle kürzen“, sagt Stefani – und meint den noch recht lang dimensionierten Vorderwagen. „75 Prozent der Studie werden auch in den Autos für die Kunden zu finden sein“, erwartet Stefani. Der Rest ist nicht vereinbar mit staatlichen Vorschriften (fehlende B-Säule wegen Seitenaufprallschutz), den internen Kostenvorgaben (schwebende Mittelkonsole) oder einfach auch dem Publikumgsgeschmack (Kameras statt Seitenspiegeln).
Doch das sind letztlich Details. Entscheidend ist das Spiel mit den Proportionen, mit den Materialien und Oberflächen sowie den Formen. Alle Überlegungen wiederum sollen auf die „Modern Solid“-Grundgedanken einzahlen. Modern ist beispielsweise, dass künftig andere, nachhaltigere Materialien zum Einsatz kommen sollen: Recycling-Stoffe beispielsweise im Innenraum und an den Radhäusern, außerdem wird auf Chrom verzichtet. Dazu kommen neue solide, griffige Formen wie die markante Vertiefung in der Mitte der Motorhaube, das „Tech-Deck-Face“, das statt der Bildmarke (den Skoda-Pfeil) künftig die Wortmarke aufnimmt. Oder das breit ausgestellte Heck, das die neuen T-förmigen Rücklichter aufnehmen soll. Die Form der Leuchten „soll für Skoda in Zukunft sehr charakteristisch sein“, erläutert Stefani.
Mutig in die Neugestaltung der Marke
Ausstrahlen soll die neue Gestaltungsoptik Funktionalität und Sicherheit ebenso wie Wiedererkennbarkeit. Wegen des kompletten Neuaufbaus der künftigen Modelle könne Skoda zudem neue Bestwerte in der Aerodynamik erreichen und an unterschiedlichen Stellen neue oder recycelte Materialien einsetzen. „Wir haben bewährte Tugenden unserer Marke weiterentwickelt und sind mutig neue Wege gegangen“, sagt Stefani.
Stand: 08.12.2025
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Hinter verschlossenen Türen ist die Umsetzung des Seriendesigns mutmaßlich schon viel weiter. Denn das erste Skoda-Fahrzeug im Modern-Solid-Design wird der Elroq sein – ein BEV in der Karoq-Liga unterhalb des Enyaq. Der Elroq ist bereits für 2024 angekündigt. Ein Jahr später erhält der Enyaq dann bereits eine grundlegende Überarbeitung gemäß den Modern-Solid-Vorgaben, und als weitere Modellneuheit kommt das Small-BEV analog zu VW ID 2 und Seat Raval. In diesem Zusammenhang macht Oliver Stefani nochmals deutlich, dass es ein reines Badge-Engineering wie beim Kleinwagen-Trio VW Up, Seat Mii und Skoda Citigo sicher nicht mehr geben werde. Abgerundet wird das Elektroangebot schließlich 2026 durch einen E-Kombi im Octavia-Format und eben den „BEV Space“.
Zur Person: Oliver Stefani (59)
Der gebürtige Braunschweiger ist seit dem 1. September 2017 Chefdesigner bei Skoda Auto in Mlada Boleslav. Er löste damals den Designverantwortlichen Jozef Kaban ab, der zu BMW gewechselt war. Stefani arbeitet seit 1992 für den Volkswagen-Konzern, zunächst bei der Kernmarke VW Pkw. Nach einem Ausflug zum Design Center Europe in Sitges, Spanien, kehrte er zu VW zurück – zunächst als Teamleiter, dann ab 2015 verantwortete er das Exterieur-Design bei Volkswagen in Wolfsburg.
Während seiner Zeit bei Volkswagen war er verantwortlich für die Serienfahrzeuge VW Up, Polo, Jetta, Tiguan, Passat CC, Sharan und Atlas sowie für die Show- und Konzeptfahrzeuge ID Buzz, ID Crozz, ID Neo, Concept R und Beetle Dune.