Kurztest So fährt sich der Elektro-Van Maxus Mifa 9

Quelle: sp-x

Die chinesische Nutzfahrzeugmarke Maxus hat auf der IAA Transportation unter anderem den elektrischen Luxus-Van Mifa 9 gezeigt. 2023 wird er auch in Deutschland zu haben sein. Wir sind ihn bereits gefahren.

Der Maxus Mifa 9 feierte auf der IAA Transportation seine Deutschlandpremiere.
Der Maxus Mifa 9 feierte auf der IAA Transportation seine Deutschlandpremiere.
(Bild: Maxus)

Die IAA Transportation, die vom 20. bis zum 25. September stattfand, ist eigentlich Showbühne für Nutzfahrzeuge. Doch die chinesische Marke Maxus zeigt auf ihrem Messestand mit dem Mifa 9 außerdem einen luxuriös ausgestatteten Siebensitzer mit E-Antrieb, der nächstes Jahr in Deutschland auf den Markt kommen soll. Am Rande der Messe konnten wir mit dem etwas eigenwilligen Komfort-Riesen bereits eine kleine Runde im öffentlichen Straßenverkehr von Hannover drehen.

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Gestartet sind wir in der Testarena in Halle 11, wo der Mifa 9 zwischen Lieferwagen, mittelschweren Lkw und mächtigen Sattelschleppern fast ein wenig verloren wirkte. Tatsächlich ist er mit 5,27 Meter Länge für hiesige Straßenverhältnisse allerdings fast schon ein wenig überdimensioniert. Neben den üppigen Außenmaßen lässt ihn auch sein monolithisch wirkendes Blechkleid sehr wuchtig erscheinen.

Geräumiger Innenraum mit sieben Sitzplätzen

Im Gegenzug bietet der Mifa 9 einen äußerst geräumigen Innenraum mit viel Kopffreiheit und sieben Sitzplätzen. Die beiden Einzelsitze der zweiten Reihe machen ihn zu einer Chauffeurslimousine. Das wuchtige Gestühl mit feinen Lederbezügen ähnelt Sitzen, wie man ihnen sonst in der Business Class von Interkontinental-Jets begegnet. Wie bei diesen gibt es feste Seitenwände mit Armlehnen, aus denen sich ein Tablet heraus zaubern lässt.

Über ein in der Armlehne integriertes Bediendisplay lassen sich unter anderem Klimatisierung, Massagefunktion und Sitzposition einstellen. Werden Fußablage nach vorne und Rückenlehne nach hinten geklappt, können sich Gäste hier sogar entspannt ausstrecken. Über dem Fondabteil erstreckt sich ein mächtiges Panorama-Glasschiebedach, das die Insassen in Reihe zwei über eine eigene Bedieninsel im Dachhimmel öffnen und schließen können.

Entfaltungsspielraum auf hohem Qualitätsniveau

Hinter den mittleren beiden Sitzen bietet der Mifa 9 eine durchgehende Sitzbank für bis zu drei Fahrgäste. Auch hier können Erwachsene bequem aufrecht sowie mit guter Bein- und Fußfreiheit sitzen. Beeindruckend ist der über alle Sitzreihen hinweg völlig ebene Fahrzeugboden.

Vorne hat man ebenfalls viel Entfaltungsspielraum in einem schick eingerichteten Cockpit. Verarbeitung und Materialien sind auf hohem Qualitätsniveau, der Arbeitsplatz ist modern gestaltet. Hinterm Lenkrad gibt es ein digitales Kombiinstrument, mittig im Armaturenbrett befindet sich der freistehende Touchscreen für das Infotainmentsystem. Über dieses lassen sich auch viele Fahrzeugfunktionen steuern.

Beim oberflächlichen Stöbern machte die Menüführung einen etwas komplizierten Eindruck. In der Mittelkonsole mit ihren zwei Ebenen finden sich viele Ablagen, Getränkehalter und eine Induktionsladeschale für Smartphones. Ein sonst üblicher Gangwahlhebel stört den aufgeräumten Eindruck nicht. Will man losfahren, muss man den rechten Lenkstockhebel nach unten auf „D“ drücken.

180 km/h Topspeed

Angetrieben wird der in der Topversion rund 2,6 Tonnen schwere Van von einem 180 kW/245 PS starken E-Motor an der Vorderachse. Beim Anfahren auf regennasser Fahrbahn sorgten seine 350 Newtonmeter Drehmoment häufiger für kurzzeitig durchdrehende Vorderräder. Ansonsten fährt der Raumriese angenehm entspannt und leise.

Durchzug ist mehr als genug vorhanden, zum spritzigen Elektro-Feger reicht es allerdings nicht. Auch fahrwerksseitig deutete sich eine Abstimmung an, die eher zu entspannter Fahrweise verleitet. Immerhin: 180 km/h Topspeed sind möglich.

Strom liefert eine 90 Kilowattstunden große Batterie, die über 400 Kilometer Reichweite erlaubt. Bei unserer Testrunde zeigte der Bordcomputer einen halb vollen Akku sowie 187 Kilometer Restreichweite an. Ein sparsames Auto ist der kommende Maxus mit Verbräuchen von vermutlich über 20 kWh pro 100 Kilometer also nicht, was angesichts von Größe und Gewicht allerdings nicht verwundert.

Klassischer Familien-Van mit Elektroantrieb

Mit dem Mifa 9 stößt Maxus in eine Lücke vor, denn als klassischer Familien-Van mit Elektroantrieb ist er aktuell konkurrenzlos. Vergleichbar große Modelle europäischer Hersteller basieren zumeist auf Transporterplattformen. Seine Vorzüge sind ein besonders komfortabel eingerichteter Fahrgastraum mit viel Platz sowie seine große Reichweite. Im Fall der Topversion mit Liegesitzen eignet sich der Van alternativ auch als Nobel-Taxi oder VIP-Shuttle.

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Die spannendste Frage, was der neue Maxus in Deutschland kosten wird, bleibt vorläufig unbeantwortet. In seiner Heimat China startet der Mifa 9 bei umgerechnet rund 40.000 Euro. In Deutschland dürfte das neue Maxus-Modell rund 50 Prozent mehr kosten.

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