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Software-Updates verbessern NOx-Emissionen erheblich

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die im Zuge der Dieselaffäre angeordnete oder freiwillig angebotene neue Motorsoftware macht die betroffenen Diesel-Fahrzeuge deutlich sauberer. Bis zu 60 Prozent weniger NOx-Ausstoß im Realbetrieb attestiert ihnen das KBA.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die von den deutschen Autobauern versprochene Software-Nachrüstung bei 5,3 Millionen älteren Diesel-Autos ist mit einem Jahr Verspätung vollendet. Damit soll der Schadstoffausstoß nun aber deutlich stärker verringert werden als zunächst angenommen, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Nach Messungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) würden die Stickoxid-Emissionen (NOx) im Realbetrieb um bis zu 60 Prozent gesenkt – angepeilt worden waren im Schnitt 30 Prozent.

Beim ersten „Dieselgipfel“ von Politik und Autobranche hatten die deutschen Autohersteller im Jahr 2017 Updates mit einer besseren Abgas-Software bei 5,3 Millionen Wagen zugesagt – allerdings schon bis Ende 2018. Diese Zahl bezog sich allerdings auch auf jene 2,5 Millionen Fahrzeuge des Volkswagenkonzerns, die ohnehin wegen der illegalen Abgas-Software mit neuen Steuerungsprogrammen ausgerüstet werden mussten. Bei Autos aus Pflicht-Rückrufen ergab sich laut KBA-Messungen nun eine Reduzierung der Stickoxid-Emissionen (NOx) um rund 40 Prozent im Realbetrieb.

Zuletzt hatte die Geschwindigkeit der Umrüstungen wieder zugelegt, nachdem die Branche im August 4,5 Millionen Autos und bis Dezember etwa 5,1 Millionen Autos mit Updates versehen hatte. Die Kosten dafür tragen die Hersteller.

Darüber hinaus hatten die Autobauer im Sommer 2018 angekündigt, dass zusätzlich eine weitere Million Dieselfahrzeuge neue Software bekommen sollten, so dass insgesamt 6,3 Millionen Fahrzeuge mit geringerem NOx-Ausstoß fahren sollten. Hintergrund waren unter anderem die drohenden Fahrverbote wegen der Überschreitung der NOx-Grenzwerte. Genaue Zahlen zu diesen Autos nannte das Ministerium nicht. Das KBA und die Industrie arbeiteten nun „mit Hochdruck“ an der Freigabe der zusätzlichen Updates.

Der FDP-Verkehrsexperte Oliver Luksic kritisierte, die Regierung habe beim Diesel zu Lasten der Bürger viel zu lange auf Zeit gespielt. Die Software-Updates sind ein wichtiges Element im Kampf gegen zu schmutzige Luft in deutschen Städten. Inzwischen haben Gerichte für einige Kommunen Fahrverbote für ältere Diesel verhängt. Daneben hatte sich die Bundesregierung auch auf Hardware-Nachrüstungen für Pkw verständigt – also Umbauten der Abgasreinigung direkt am Motor. Das KBA hat dafür mehrere Allgemeine Betriebserlaubnisse erteilt.

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