Sono Motors Neustart nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Das gescheiterte E-Auto-Start-up Sono Motors bekommt scheinbar tatsächlich eine weitere Chance. Allerdings nicht als Autobauer, sondern als Zulieferer. Das bisherige Insolvenzverfahren dürfte demnächst enden.

Nach einer Einigung im Insolvenzverfahren geht es für Sono Motors vorerst weiter – als Zulieferer.(Bild:  Sono Motors)
Nach einer Einigung im Insolvenzverfahren geht es für Sono Motors vorerst weiter – als Zulieferer.
(Bild: Sono Motors)

Das Hin und Her beim verhinderten E-Auto-Bauer Sono Motors geht weiter. Am Mittwochabend (7. Februar) meldete sich das insolvente Unternehmen und vermeldete einmal mehr den „Durchbruch“. Allerdings berichtet die Pressemitteilung nur von der Bestätigung des Insolvenzplans durch das Gericht, womit endgültig der Weg frei wird für den Einstieg des Hedgefonds Ya Ii Pn Ltd. mit Sitz auf den Cayman Islands. Über den Investor ist hierzulande nichts bekannt.

Für Sono Motors ist der Schritt freilich ein „Meilenstein auf dem Weg des Unternehmens zur Sanierung und für den bevorstehenden Ausstieg aus dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung“. Das soll bis Ende Februar vollzogen sein. Nach Unternehmensangaben ist die erste Mittelzuführung durch den Hedgefonds am 6. Februar geflossen. Zur Summe äußerte sich Sono Motors nicht. Der Einstieg von Ya Ii Pn Ltd. war an die Bedingung geknüpft gewesen, das Insolvenzverfahren zu beenden.

Wesentlicher Bestandteil der Restrukturierung war nach Angaben der beauftragten Kanzlei Pluta Rechtsanwälte die Abspaltung der Autosparte (Sion) von dem Geschäft der Solarintegrationstechnologie. Letzteres soll das Unternehmen in die Zukunft führen, indem Diesel- und Elektrobusse mit Solarpanels nachgerüstet werden, um den Energiebedarf ein Stück weit zu decken. Für diese „Solar Bus Kits“ wird nun die Markteinführung vorangetrieben.

Autoprogramm steht weiter zum Verkauf

Das Elektroautoprogramm „Sono Sion“ ist dagegen weiterhin inaktiv, steht aber zum Verkauf. „Die zum Sion-Programm gehörenden Vermögensgegenstände werden auf einen Treuhänder übertragen, der den Verkauf des Programms fortsetzt“, heißt es dazu weiter von Pluta.

Unklar ist, wie es um die über 19.700 Gläubiger steht – das sind überwiegend die hoffnungsvollen Sion-Interessenten, die eine Anzahlung auf den Sion geleistet hatten. Kurz vor Jahreswechsel tobte ein öffentlicher Streit um die Zahlungsquoten und -modalitäten für die Gläubiger, nachzulesen im „Manager Magazin“. Der einstige Sono-Motors-Marketingchef Daniel Mautz bezeichnete die vorgelegten Ideen als „hochgradig unseriös“, da es die Hoffnung auf höhere Zahlungsquoten für die Gläubiger mit einer Wette auf eine bessere Zukunft verbinde.

Tatsächlich scheint Sono Motors zunächst wieder Kapital zu haben. Um das neue Geschäftsfeld voranzutreiben, wurden die im Zug der Insolvenz ausgesprochenen Kündigungen zurückgenommen. Auch die neue Führungsmannschaft rekrutiert sich aus langjährigen Sono-Mitarbeitern. Die Geschäftsführung übernehmen Jan Schiermeister und Denis Azhar, die zuvor auch in der Bus-, Lkw- und Automobilindustrie tätig waren. „Damit sorgen sie für den Fokus von Sono Motors auf die Entwicklung und Auslieferung seiner Kernprodukte: des Solar Bus Kits“, heißt es in der Mitteilung von Sono Motors.

Laurin Hahn macht Software

Die Firmengründer Laurin Hahn und Jona Christians sind damit endgültig Geschichte bei dem Münchener Unternehmen. Hahn hat sich inzwischen einer anderen Branche zugewendet: Software und IT. Kurz vor der Rettungsmeldung hatte er sich auf dem Portal Linkedin zu Wort gemeldet: „Hey Leute, ich arbeite nun an etwas Neuem. Es ist Software. Es ist skalierbar. Bald mehr dazu.“ Über die Aktivitäten von Mitgründer Christians ist derzeit nichts bekannt.

Skalierbarkeit schafft Sono Motors vielleicht auch mit dem Solar Bus Kit. Als begleitende Erfolgsmeldung zur vorläufigen Rettung gab das Unternehmen den ersten Liefervertrag für das Produkt mit einem Reseller bekannt, der ungarischen Nova Papir Zrt. Das „anfängliche Verkaufsziel von 81 Kits bis Ende 2025“ klingt allerdings nicht unbedingt nach einem Produkt für einen Massenmarkt.

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