Sono Motors Solarauto-Start-up findet die ersten tausend Retter

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Bei Sono Motors hat sich eine gewaltige Finanzierungslücke aufgetan. Gelder sind am Kapitalmarkt schwer zu bekommen. Nun sollen die potenziellen Käufer wieder einspringen. Die Community-Kampagne ist tatsächlich angesprungen.

Die Lage bei Sono Motors hat sich vorübergehend aufgehellt. Für das Solarmobil Sion haben sich im Rahmen der aktuellen Rettungskampagne 1.000 Vorab-Vollzahler gefunden.(Bild:  Sono Motors)
Die Lage bei Sono Motors hat sich vorübergehend aufgehellt. Für das Solarmobil Sion haben sich im Rahmen der aktuellen Rettungskampagne 1.000 Vorab-Vollzahler gefunden.
(Bild: Sono Motors)

Die wackelige Finanzierung von Sono Motors hat seit dem dramatischen Rettungsappell von Anfang Dezember wieder ein wenig mehr Fundament. Wie das Münchener Unternehmen nach Weihnachten mitteilte, hat die „Safe Sion“ genannte Kampagne (#savesion) inzwischen 1.000 Unterstützer des Projekts dazu bewogen, eine Vollanzahlung für das Elektroauto Sono Sion in Höhe von 27.000 Euro zu leisten. Um die Hoffnung auf den Serienstart des Sion am Leben zu erhalten, sind allerdings gemäß den Planungen des Unternehmens 3.500 Vollanzahlungen notwendig.

Insgesamt will Sono Motors mit der Rettungskampagne rund 100 Millionen Euro an frischer Liquidität einsammeln, um die Zeit bis zum Produktions- und damit Auslieferungsstart zu überbrücken. Kommt diese Summe nicht zusammen, will das Unternehmen die weitere Entwicklung des Sion beenden und sich nur noch als Zulieferer auf die Produktion von Solarzellen für Anwendungen im Bus- und Lkw-Geschäft fokussieren.

„Unser Solar-Elektroauto-Programm ist weit fortgeschritten“, bekräftigte Sono-Vorstandschef Laurin Hahn in der Weihnachtsmitteilung die Hoffnung auf ein Weiterbestehen des Sion-Projekts. Weitere Tests mit dem Serien-Validierungsfahrzeug hätten die technische Funktionsfähigkeit wie die Stromerzeugung und bidirektionales Laden erneut bestätigt.

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Das Projekt Sion habe weiterhin starken Rückhalt in der Community, ist Mitgründer Jona Christians überzeugt. Das Unternehmen sei auf die Community wie auf die Kapitalmärkte angewiesen, „da wir kaum staatliche Fördergelder erhalten haben“. Allerdings war auf den Kapitalmärkten zuletzt angesichts des eingebrochenen Aktienkurses – von 18 Euro auf zuletzt 94 Cent – für Sono Motors nichts mehr zu holen. Das hatte die Community-Kampagne notwendig gemacht.

Erschwert wird die Situation, weil Sono Motors den Produktionsstart immer weiter nach hinten schieben muss. Los gehen soll es derzeit im ersten Quartal 2024, das ist erneut eine Verschiebung um ein Quartal. Dabei tut „jeder Monat weh“, wie Christians jüngst im Gespräch mit dem „Manager Magazin“ eingestand. Er bezifferte die Kosten auf gut 4 Millionen Euro pro Monat.

Er betonte in dem Gespräch, das Sono Motors nicht die Pleite drohe, da genügend liquide Mittel vorhanden seien. Allerdings könne man damit nicht die noch nötigen Kosten für den Produktionsstart aufwenden. Daher seien neuen Finanzmittel und damit die neue Crowdfunding-Kampagne notwendig. Dass die bisherigen Mittel nicht ausreichen, begründete Finanzvorstand Thorsten Kiedel neben den Verzögerungen unter anderem mit allgemein steigenden Kosten, dem notwendigen Wechsel des Auftragsfertigers von NEVS zu Valmet und zusätzlichen Sicherheitsanforderungen an ein neues Auto.

Wenn die Serienproduktion endgültig startet, verspricht sich Kiedel bessere Finanzierungsmöglichkeiten bei den Banken angesichts dann realer Umsätze. Wenn der Sion nicht in Serie gehe, habe man „voraussichtlich genügend Liquidität“, um die bisherigen Anzahlungen zurückzahlen zu können. Momentan verzeichne Sono Motors gut 43.000 Reservierungen für das Modell.

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