VDIK Starkes Elektroplus zieht 2026 den Neuwagenmarkt nach oben

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Importeursverband VDIK prognostiziert für 2026 bis zu 740.000 E-Auto-Neuzulassungen. Der Gesamtmarkt dürfte aber nur leicht auf 2,9 Millionen Fahrzeuge wachsen. Damit es gut wird, braucht es aus Sicht des Verbandes bessere Rahmenbedingungen.

VDIK-Präsidentin Imelda Labbé erwartet bei passenden Rahmenbedingungen für das kommende Jahr ein deutliches Zulassungsplus der E-Fahrzeuge.(Bild:  VDIK)
VDIK-Präsidentin Imelda Labbé erwartet bei passenden Rahmenbedingungen für das kommende Jahr ein deutliches Zulassungsplus der E-Fahrzeuge.
(Bild: VDIK)

Der deutsche Automarkt steht vor einer möglichen Trendwende: Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) prognostiziert für 2026 einen kräftigen Aufschwung bei Elektrofahrzeugen. Im optimistischen Szenario könnten bis zu 740.000 batterieelektrische Pkw neu zugelassen werden – das entspräche einem Marktanteil von rund 25 Prozent. Dadurch gestützt könnte der Gesamt-Neuwagenmarkt im Jahresverlauf leicht anziehen.

„Unsere Vorhersage beruht auf der Annahme, dass die geplante Unterstützung der Bundesregierung für private E-Auto-Kunden rückwirkend zum Jahresbeginn 2026 startet“, betonte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé bei der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Gleichzeitig müssten wettbewerbsfähige Strompreise geschaffen werden sowie der Hochlauf der Ladeinfrastruktur weitergehen.

Mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte der Gesamtmarkt um 2,5 Prozent auf 2,9 Millionen Fahrzeuge steigen. Ohne entsprechende politische Unterstützung würde er dagegen um 1,1 Prozent auf nur 2,8 Millionen Fahrzeuge zurückgehen.

Vom Einbruch zur Erholung

Nach dem dramatischen Einbruch 2024 infolge des abrupten Förder-Stopps zeigt sich der E-Auto-Markt bereits 2025 auf Erholungskurs. Der VDIK rechnet mit 570.000 BEV-Neuzulassungen – einem Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als nur etwa 380.000 reine Elektroautos verkauft wurden.

Diese Entwicklung wird durch verschärfte CO2-Flottengrenzwerte zusätzlich befeuert, die Hersteller zu verstärkten Vertriebsanstrengungen bei emissionsfreien Fahrzeugen zwingen.

Neue Förderung mit Einkommensgrenzen geplant

Die Koalition hatte sich vergangene Woche auf die Wiedereinführung einer Förderung für den privaten Kauf von E-Autos geeinigt. Es könnte den Plänen der Regierung zufolge einen Zuschuss für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro geben, je Kind 5.000 Euro mehr. Es soll eine Basisförderung von 3.000 Euro festgelegt werden, die für die ersten beiden Kinder um je 500 Euro steigt.

Trotz grundsätzlicher Zustimmung zur Förder-Rückkehr sieht der VDIK das geplante Programm kritisch. Der Verband fordert unter anderem die Einbeziehung des Gebrauchtwagenmarktes für echte soziale Mobilität, eine Stromkosten-Komponente statt reiner Barförderung sowie faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marken. Zudem solle eine Mindestlaufzeit von drei Jahren garantiert und eine bürokratiefreie Prüfung oder der Wegfall der Haushalteinkommensgrenzen umgesetzt werden.

Auch Hybride bleiben gefragt

Parallel zum E-Auto-Boom rechnet der VDIK mit stabiler Nachfrage bei Plug-in-Hybriden, die als Brückentechnologie dienen. 2026 sollen 319.000 PHEV-Neuzulassungen einen Marktanteil von 11 Prozent erreichen. Der Nutzfahrzeugsektor bleibt hingegen konjunkturbedingt schwach und soll nur moderat auf 360.000 Einheiten (+2,9 Prozent) wachsen.

In einem Kanzlerbrief an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mahnt der VDIK grundlegende Kurskorrekturen an: Die CO2-Flottengrenzwerte müssten noch 2025 überprüft, der Utility Factor für Plug-in-Hybride nicht abgesenkt und Elektrifizierungs-Quoten für Unternehmensflotten verhindert werden.

Internationale Marken legen zu

Die im VDIK organisierten 38 Marken aus 14 Ländern konnten ihren Gesamtmarktanteil 2025 auf 43,0 Prozent steigern (2024: 42,8 Prozent). Bei Privatkunden erreichen sie sogar 53,2 Prozent Marktanteil. Diese Position wollen sie mit einer Produktoffensive in den Jahren 2025/26 weiter stärken – von Skodas elektrischem Elroq über Hondas Prelude bis hin zu günstigen E-Modellen wie dem Renault Twingo E-Tech oder dem BYD Dolphin Surf.

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