Brief an EU-Kommission Stellantis-Händlerverbände widersprechen ihrem Herstellerpartner

Von Jens Rehberg 3 min Lesedauer

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Konzernchef Carlos Tavares hält Stellantis in Bezug auf die anstehenden CO2-Verschärfungen der EU für gut gerüstet. Die Stellantis-Händler dagegen sind weniger optimistisch und unterstützen die Forderung anderer Hersteller, die neuen, strengeren Regeln abzumildern.

(Bild:  Rehberg / VCG)
(Bild: Rehberg / VCG)

„Wir sind der festen Überzeugung, dass die für 2025 gesetzten CO2-Reduktionsziele unter den aktuellen Marktbedingungen nicht umsetzbar sind“, schreiben die Präsidenten der vier großen europäischen Stellantis-Händlerverbände an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Der Mangel an erschwinglichen vollelektrisch betriebenen Modellen und eine unzureichende Ladeinfrastruktur seien Hauptgründe dafür, dass der Marktanteil des BEV-Segments aktuell wieder rückläufig ist. Die europäischen Händler erlebten täglich die immer stärker werdende Kaufzurückhaltung der Kunden in Sachen Elektro. Zuerst hatte das „Manager-Magazin“ am Montag über das offene Schreiben vom Freitag berichtet.

Damit widersprechen die Händlervertreter Stellantis-Chef Carlos Tavares, der sich nach Medienberichten Mitte September klar gegen eine Aufweichung der neuen CO2-Regeln positioniert hatte. Der Forderung des europäischen Herstellerverbandes ACEA, die ab dem kommenden Jahr geltenden CO2-Vorgaben zu verschieben, lehnt Tavares strikt ab. „Die Regeln sind seit Jahren bekannt – jetzt soll der Wettbewerb beginnen“, soll Tavares gesagt haben. Stellantis habe sich bewusst seit langem auf die Umstellung zum E-Antrieb eingelassen und sei dementsprechend in der Lage, mit Elektroautos Geld zu verdienen. Zudem könnten insbesondere die Stellantis-Marken Citroën, Opel und Fiat mittlerweile erschwingliche E-Autos anbieten. Diesen seiner Ansicht nach klaren Wettbewerbsvorsprung will Tavares nun offenbar auf jeden Fall ausspielen.