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Steuerrecht: Zinsfalle des Finanzamts

Autor / Redakteur: Swen Thiemig, Steuerberater, EKW-TH Berlin Steuerberatungsgesellschaft mbH, www.ekw-berlin.de / Joachim von Maltzan

Insbesondere bei Steuernachzahlungen können die Zinsen, die das Finanzamt vom Bürger fordert, ganz schön teuer werden. Hier kann es sich lohnen, wenn man genau rechnet und Spielräume nutzt.

Wer bei der Einkommensteuer damit rechnet, Steuern nachzahlen zu müssen, sollte genau prüfen, wann er seine Steuererklärung abgeben sollte.
Wer bei der Einkommensteuer damit rechnet, Steuern nachzahlen zu müssen, sollte genau prüfen, wann er seine Steuererklärung abgeben sollte.
(Bild: © Martin Schlecht - Stock.adobe.com)

Mancher Bürger lässt sich bei der Erstellung seiner Steuererklärung gern etwas Zeit und nutzt die gesetzlichen Abgabefristen bis zum letzten Tag aus. So konnte man die Steuererklärungen für 2018 noch bis zum 29. Februar 2020 fristgemäß an das Finanzamt übermitteln, sofern man einen Steuerberater damit beauftragt hatte. Doch Vorsicht: Wer mit einer Steuernachzahlung rechnet, sollte auch die Verzinsung der Steuernachforderungen im Blick haben. Diese beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, für welches das Finanzamt die Steuer festgesetzt hat.

Für die Einkommensteuer 2018 beginnt der Zinslauf also am 1. April 2020. Für jeden vollen Monat ist die Steuernachforderung dann mit 0,5 Prozent zu verzinsen. Die Nachzahlungszinsen belaufen sich auf sechs Prozent jährlich. Der Zinslauf endet, sobald die Steuerfestsetzung wirksam wird, in der Regel drei Tage nachdem die Finanzbehörde den Bescheid zur Post gegeben hat (Drei-Tages-Frist). Ein Steuerbescheid vom 20. April 2020 enthält danach noch keine Zinsberechnung, weil der angefangene Monat April auf null abgerundet wird. Anders bei einem Steuerbescheid vom 27. April 2020. Hier unterstellt die Finanzverwaltung, dass der Bescheid wegen der Drei-Tages-Frist erst am 30. April 2020 beim Empfänger ankommt. Damit werden für den ganzen Monat April 2020 Zinsen berechnet. Wie viel Zeit das Finanzamt für die Bearbeitung der Steuererklärung braucht, spielt für die Verzinsung keine Rolle.