Suchen
+

Streetscooter: Der Fall eines Shootingstars

| Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Zwei Professoren, die mit ihren Studenten die Autohersteller lehren, wie man Elektrotransporter baut: Das Start-up hatte eine spannende Geschichte zu erzählen – doch das Happy End blieb auch zum Leidwesen der Vertriebspartner aus. Eine Spurensuche.

Die Hallenser PS Union war einer von rund 80 Streetscooter-Vertriebspartnern.
Die Hallenser PS Union war einer von rund 80 Streetscooter-Vertriebspartnern.
(Bild: PS Union)

Vor genau zehn Jahren ging das visionäre Projekt Streetscooter an den Start: Mangels entsprechender Modelle bei den Autoherstellern nahm Professor Günther Schuh mit seinem Kollegen Achim Kampker und Studenten der RWTH Aachen die Entwicklung eines Elektrotransporters kurzerhand selbst in die Hand. In den Anfangsjahren sah alles nach einer Erfolgsgeschichte aus: 2014 übernahm die Deutsche Post das Start-up. In der Aachener Unternehmenszentrale wuchs die Zahl der Mitarbeiter auf 600, in den zwei Produktionswerken in Aachen und Düren wurden die Elektrotransporter von weiteren 500 Mitarbeitern von externen Firmen gefertigt.

2017 traf Streetscooter dann die strategisch bedeutsame Entscheidung, die Elektrotransporter nicht nur für die eigene Postflotte zu bauen, sondern sie auch an andere Flotten zu vermarkten. In diesem Zuge begann man zudem, ein Vertriebs- und Servicenetz aufzubauen. Als 2018 verkündet wurde, dass Streetscooter mit Ford kooperiert, um ein XL-Modell auf Basis des Ford Transit zu produzieren, schien der Schritt vom Start-up zum Autohersteller geschafft zu sein.