Kfz-Gewerbe Bayern Strom sparen und E-Autos fördern, das passt nicht zusammen

Von Nick Luhmann

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Das Kfz-Gewerbe Bayern kritisiert das Entlastungspaket der Bundesregierung. Es berücksichtige nicht die mittelständischen Betriebe und lasse vor allem die Frage offen, wie der Energiesparkurs zur einseitigen Förderung der Elektromobilität passe.

Die Bundesregierung habe mit ihrem Entlastungspaket die kleinen und mittelständischen Betriebe unberücksichtigt gelassen. Die einseitige Förderung der E-Mobiität passe zudem nicht zur Energiekrise, meint Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.(Bild:  Kfz-Gewerbe Bayern)
Die Bundesregierung habe mit ihrem Entlastungspaket die kleinen und mittelständischen Betriebe unberücksichtigt gelassen. Die einseitige Förderung der E-Mobiität passe zudem nicht zur Energiekrise, meint Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

Die Politik legt sich stark auf Elektromobilität fest, und das ist vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Energiekrise nicht nachvollziehbar für das bayerische Kraftfahrzeuggewerbe mit seinen sieben Innungen: „Die Elektromobilität spielt zwar eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Mobilitätswende. Aber sie ist kein Allheilmittel, von dem man sich komplett abhängig machen darf“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.

Das zeige die aktuelle Energiekostenkrise deutlich. „Auf der einen Seite warnt die Politik davor, dass im Winter nicht überall Heizlüfter in Privathaushalten laufen dürfen, weil der Strom dafür knapp und das Netz nicht stabil ist. Andererseits setzen Berlin und Brüssel voll auf die Elektromobilität und beschließen sogar ein Verbrennerverbot. Das passt einfach nicht zusammen“, sagte Vetterl.

Alle verfügbaren Antriebsformen nutzen

Es müsse darum gehen, alle verfügbaren Antriebsformen sinnvoll zu nutzen. Dazu zählten neben modernen Benzin- und Dieselfahrzeugen auch der Einsatz von E-Fuels und Wasserstoff. So ließen sich die aktuellen Herausforderungen verbraucher- und klimafreundlich meistern. „Nur mit einem ideologiefreien Antriebsmix kann die Mobilitätswende weiter vorangetrieben werden. Und dazu gehört auch, die hochmodernen Verbrenner nicht zu verteufeln, sondern mithilfe von klimafreundlichen E-Fuels als wichtiges Standbein der individuellen Mobilität zu stärken“, sagte Vetterl.

Die Lieferzeiten für E-Autos seien weiterhin sehr lang, der Ausbau der E-Infrastruktur laufe schleppend und die Strompreise gingen weiter nach oben. „Wir brauchen verlässliche Lösungen, wie die Menschen überall in Bayern und Deutschland mobil bleiben können, gerade auch außerhalb der Ballungsräume.“ Dazu zähle auch, die weiterhin andauernde Diskussion um mögliche Nachfolger von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket rasch zu beenden. Vetterl: „Die Bundesregierung hat beim neuen Entlastungspaket den Mittelstand außen vor gelassen, den Tankrabatt ausgeklammert und auch beim Nachfolger des 9-Euro-Tickets bleiben viele Fragen offen.“

Käufer stellen Investitionen zurück

Das helfe dem von kleinen und mittleren Betrieben geprägten Kfz-Gewerbe nicht weiter. Die unklaren Rahmenbedingungen für die individuelle Mobilität in den kommenden Monaten verunsichere die Verbraucher noch mehr. Das bedeute, Investionsentscheidungen – und dazu zählten auch Autokäufe – werden vertagt. Das spürten auch die rund 7.000 Kfz-Innungsbetriebe in Bayern – im Handel wie im Service, sagte Vetterl. In Kombination mit den hohen Energiekosten sowie der Inflation, die den Mittelstand mit voller Wucht treffen, stünden die Kfz-Innungsbetriebe daher aktuell vor großen Herausforderungen.

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