Studie: Servicemarkt schrumpft um 15 Prozent
Sinkende Fahrleistungen, längere Wartungsintervalle und vielleicht noch die Elektromobilität: Bis 2025 wird die Servicenachfrage kräftig fallen. Im Aftersales steht ein Konzentrationsprozess an.

Der Druck auf das Werkstatt- und Teilegeschäft im vertragsgebundenen Automobilhandel wird in den nächsten Jahren weiter wachsen. Das geht aus den Ergebnissen der Studie „Strategien und Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Profitabilität im Aftersales“ hervor, die das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) im Auftrag der Dekra Automobil GmbH erstellt hat. Entscheidender Faktor ist ein rückläufiger Servicebedarf. Statt der 2014 verkauften rund 150 Millionen Arbeitsstunden in der Werkstatt werden im Jahr 2025 nur noch 127,5 Millionen Stunden anfallen, heißt es in der Studie. Das ist ein Rückgang um 15 Prozent sinken.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht rät die Studie daher zu einer „kostenoptimierten“ Betriebsgröße. Als „mindestoptimal“ seien 12 produktive Mitarbeiter in der Werkstatt anzusetzen. Kleinere Unternehmen hätten demgegenüber den Nachteil, dass sie ihre Anlagen, Diagnosegeräte und Spezialwerkzeug nicht ordentlich nutzen und auslasten können. Durch die bessere Auslastung könnten sich größere Werkstätten Kostenvorteile von bis zu 18 Prozent gegenüber kleinen vertragsgebundenen Werkstattbetrieben verschaffen, heißt es.
Wegen des Kostendrucks erwarten die Studien-Experten, dass der Konsolidierungsdruck im Aftersales und die Zahl der betreuten Fahrzeuge je Werkstatt steigen wird. Schon von 2008 auf 2014 wuchs die Zahl der betreuten Fahrzeuge pro Werkstatt von 1.262 auf 1.440 Fahrzeuge (+14 %). Für das Jahr 2025 prognostiziert die Studie eine weitere Zunahme um 20 Prozent auf über 1.700 Einheiten. Da der Fahrzeugbestand insgesamt in diesem Zeitraum nur um 10,5 Prozent wachsen wird, ergibt sich ein rechnerischer Konsolidierungsbedarf von 9 Prozent. Das würde in Deutschland 3.000 Betriebe überflüssig machen.
Einen weiteren Einfluss auf die künftige Werkstattauslastung könnte nach den Analysen des IFA-Instituts die Elektromobilität haben. Unter der Annahme, dass der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge am gesamten Pkw-Bestand bis zum Jahr 2025 auf 15 Prozent steigt, würde dies einen Rückgang des gesamten Wartungs- und Reparaturvolumens um knapp 4 Prozent bedeuten.
Mehr ältere Fahrzeuge stabilisieren den Markt
Die Auslöser für den konventionellen Rückgang sind weniger spekulativ, machen sich aber erst nach und nach bemerkbar. So kosten die verlängerten Wartungsintervalle ebenso Servicestunden wie die generell sinkende Zahl an Reparaturfällen, die wiederum in der rückläufigen Fahrleistung pro Fahrzeug und Jahr eine Ursache findet.
Abgemildert wird die rückläufige Entwicklung laut dem Studienergebnis durch das Wachstum im Segment der älteren Fahrzeuge. Der Anteil von Autos am Pkw-Gesamtbestand, die bereits älter als 8 Jahre sind, stieg zwischen 2008 und 2015 bereits von 52 auf über 55 Prozent gestiegen. Bis zum Jahr 2025 könne er auf rund 60 Prozent steigen.
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