Suzuki: Neuer Jimny wie „Weihnachten und Ostern“ für den Handel

Autor Christoph Seyerlein

Im Herbst kommt nach rund 20 Jahren wieder eine neue Generation des Suzuki Jimny in den Handel. Die Spitze des Suzuki-Händlerverbandes sehnt den Tag der Markteinführung schon jetzt herbei.

Anbieter zum Thema

Mirko Janovich (li.) ist Präsident des Suzuki-Händlerverbandes, Sascha Spindler der Geschäftsführer.
Mirko Janovich (li.) ist Präsident des Suzuki-Händlerverbandes, Sascha Spindler der Geschäftsführer.
(Bild: Suzuki-Händlerverband)

Redaktion: Lieferschwierigkeiten sind bei Suzuki immer wieder ein Thema. Wie ist die aktuelle Lage?

Mirko Janovich: Im Moment stehen mehrere neue Modelle von Suzuki in den Startlöchern. Der Vitara bekommt ein Facelift mit neuen Ausstattungsvarianten und der 1,6-Liter-Motor wird durch ein 1,0-Boosterjet-Aggregat ersetzt. Die Händler, die genügend vorbestellt hatten, haben auch Ware, bis der neue Vitara bereitsteht. Händler, die etwas vorsichtig bestellt haben, sind oder werden demnächst leerlaufen. Die gleiche Situation wird beim SX4 S-Cross eintreten. Hier haben wir Lieferschwierigkeiten bedingt durch die WLTP-Umstellung. Es fehlen teilweise Informationen, wann bestimmte Modelle wieder geliefert werden können. Den Jimny können wir schon seit September letzten Jahres nicht mehr bestellen. Die Bestände im Handel tendieren gegen Null. Hier warten wir händeringend auf die neue Generation, die im Oktober in den Handel kommt.

Sie haben die Umstellung auf WLTP bereits angesprochen. Wie sehr belastet sie das Tagesgeschäft der Suzuki-Händler?

Sascha Spindler: Suzuki hat hier insgesamt einen guten Job gemacht. Einige Modelle, die bereits umgestellt sind, hat der Handel auf dem Hof stehen. Bei Vitara und S-Cross gab es verlängerte Lieferzeiten, bis September/Oktober sollte das Problem aber gelöst und die Ware wieder verfügbar sein. Für den Handel ist es aber natürlich keine schöne Situation, wenn man über mehrere Wochen nicht weiß, wann und zu welchem Preis die umgestellten WLTP-Fahrzeuge lieferbar sind. Wir verärgern damit unsere Kunden und verlieren auch Kaufverträge.

Die neue Generation des Swift hatte ziemliche Anlaufschwierigkeiten. Hat sich das mittlerweile gebessert?

Mirko Janovich: Wir tun uns immer noch etwas schwer mit dem Swift. Man merkt allerdings, dass die Nachfrage durch den neuen Swift Sport größer wird und die Verkäufe langsam anziehen. Hier hat der Importeur auch wieder ein Versicherungspaket für Fahrer unter 23 ins Leben gerufen. Das begrüßen wir Händler sehr.

Suzuki Swift: Sport-Boost fürs Absatzvolumen
Bildergalerie mit 16 Bildern

Beim Thema alternative Antriebe zeigt sich Suzuki mit Ausnahme der Mild-Hybride bislang ziemlich defensiv. Würden Sie sich da mehr Aktivität wünschen?

Mirko Janovich: Suzuki ist dafür bekannt, ihren Kunden ausgereifte Technologien zur Verfügung zu stellen. Kunden wurden noch nie als „Testwagenfahrer“ be- oder genutzt. Suzuki ist einer der größten Autohersteller der Welt und wird daher den Markt ganz genau beobachten und analysieren. Der Hersteller hat uns für die Zukunft bereits einige Neuerungen vorgestellt – aber ob das der Elektroantrieb oder andere alternative Antriebe sein werden, können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.

Ende des Jahres wird nach rund 20 Jahren eine neue Jimny-Generation vorgestellt. Was erhoffen Sie sich davon?

Sascha Spindler: Bruttoerträge und Stückzahlen. Um die Auslaufmodelle des jetzigen Jimny haben sich die Kunden förmlich „geschlagen“. Die Autos sind nahezu ausverkauft. Wir Händler könnten eigentlich einem absoluten Erfolgsmodell hinterher trauern. Aber da wir wissen, was danach kommt, warten wir auf den Tag, an dem für jeden Suzuki-Händler Weihnachten und Ostern zusammenfallen: die Vorstellung des neuen Suzuki Jimny. Leider werden wir anfänglich nicht genügend Stückzahlen zur Verfügung haben – aber dieses Modell ist der zukünftige Garant für Bruttoerträge und Stückzahlen.

Suzuki Jimny: Lifestyle-Jäger
Bildergalerie mit 20 Bildern

Wie beurteilen Sie allgemein aktuell die Zusammenarbeit zwischen Importeur und Handel?

Sascha Spindler: Der Händlerverband ist im Juni auf einer Deutschland-Reise gewesen und hat die Stimmung des Handels eingefangen. Dabei war eines ganz klar feststellbar – unsere Händler leben und lieben diese Marke. Der Zusammenhalt ist einzigartig. Unser Importeur muss sich derzeit ankreiden lassen, dass die Kommunikation insbesondere bei den Themen Lieferzeiten und neue Modelle besser sein könnte. Insgesamt gesehen macht Suzuki aber einen guten Job. Hierbei sollte man nicht immer nur Vertrieb und Marketing im Kopf haben, sondern auch Service und Gewährleistung – diese Abteilungen machen aus Sicht des Händlerverbandes einen vorzüglichen Job. Wir sind stolz darauf, Suzuki-Händler zu sein und freuen uns auf die kommenden Jahre und die tollen Modelle.

(ID:45464057)