Suzuki Swift: Heiß ersehntes Leichtgewicht

Autor Christoph Seyerlein

Im Mai bringt Suzuki die sechste Generation des Swift auf den Markt. Für die Händler ist der Kleinwagen ein äußerst wichtiges Modell. Ob sich die Suzuki-Partner auf die Neuauflage freuen können, hat »kfz-betrieb« mit einer ersten Ausfahrt geprüft.

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Am 13. Mai geht die sechste Generation des Suzuki Swift in Deutschland an den Start.
Am 13. Mai geht die sechste Generation des Suzuki Swift in Deutschland an den Start.
(Bild: Suzuki)

Wer dem Fußball-Fachmagazin „Kicker“ bei Facebook folgt, kommt derzeit kaum am neuen Suzuki Swift vorbei. Platziert zwischen Nachrichten über einen historischen 5:0-Sieg des FC Kaiserslautern gegen Real Madrid vor 35 Jahren und einem Rückblick auf das Achtelfinale in der Champions League, empfiehlt das Blatt Interessenten die Markteinführung der sechsten Generation des japanischen Kleinwagens am 13. Mai bei den Suzuki-Partnern in Deutschland.

Letztere dürften das Datum schon länger herbeisehnen. Den Swift als wichtiges Modell für Suzuki-Händler in Deutschland zu bezeichnen, ist fast ein wenig untertrieben. Bis dato gingen hierzulande fast 311.000 Swift an Kunden, das entspricht beinahe einem Drittel aller verkauften Suzuki-Neuwagen in Deutschland. Dennoch hat der Kleinwagen frischen Wind dringend nötig. Brachte es der Swift 2015 hierzulande noch auf 10.538 Neuzulassungen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 7.544 – auch, weil der Hersteller die Produktion der fünften Swift-Generation bereits eingestellt hatte.

Suzuki Swift: Neue Leichtigkeit
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Nun ist also die Neuauflage in Sicht und mit ihr einige wichtige Neuerungen im und am Auto. Bei einer ersten Ausfahrt in Südfrankreich hat »kfz-betrieb« den neuen Swift genauer unter die Lupe genommen. Besonders aktiv spielt Suzuki in seiner Kommunikation rund um den frischen Neuwagen das Thema Leichtbau. Dank neuer Plattform und einer optimierten Karosserie bringt der Swift dem Hersteller zufolge ohne Fahrer aber bereits vollgetankt nur noch 840 Kilogramm auf die Waage. Das sind 120 weniger als bislang.

Tatsächlich hinterlässt der Swift auf den kurvigen und hügeligen Straßen im Hinterland von Nizza und Monaco einen flinken Eindruck. Der neue Einliter-Dreizylinder-Boosterjet-Benziner mit Turbomotor, im Testwagen zusätzlich mit einem Mild-Hybrid-System versehen, hat mit dem Leichtgewicht keinerlei Probleme. Er arbeitet leise und sorgt mit seinen 111 PS und einem maximalen Drehmoment von 170 Newtonmetern jederzeit für einen ausreichenden Schub. Alternativ hat Suzuki nach wie vor einen 1,2-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 90 PS im Angebot, optional steht auch einen Allradantrieb zur Verfügung. Einen Diesel wird es weiterhin nicht geben.

Flott und dennoch sparsam

Einen positiven Effekt soll das geringe Gewicht des Wagens auch auf den Verbrauch haben. Der Vierzylinder kommt dem Hersteller zufolge mit 5,4 Litern aus, der Dreizylinder-Turbomotor mit 4,6 Litern. In Kombination mit dem Mild-Hybridsystem soll der Verbrauch sogar auf 4,3 Liter sinken. Dabei unterstützen den Benzinmotor ein Startgenerator und ein Akku unter dem Fahrersitz, der sich beim Bremsen wieder auflädt. Während unserer Testfahrt haben wir die 4,3 Liter deutlich verfehlt, allerdings ging es bei flotter Fahrweise teilweise ordentlich bergauf, auch einige Ampeln, Kreisverkehre und Fahrbahnerhöhungen zierten das Streckenprofil. Unter diesen Umständen sind die 6,1 Liter, die der Bordcomputer anzeigte, ein guter Wert.

Ein kleines Manko der Leichtbaumaßnahmen kam bei der Testfahrt aber auch ans Licht: So leise der Motor vor sich hinschnurrt, so dominant sind die sonstigen Geräusche im Innenraum. Der strömende Regen beispielsweise, der am Fahrtag über Südfrankreich hinwegzog, erinnerte im Innenraum des Swift eher an einen ausgewachsenen Hagelsturm.

Am Fahrwerk und der Lenkung gibt es dagegen nichts auszusetzen. Gerade in flotten Kurven kommt dem kleinen Flitzer seine straffe Federung und Dämpfung zugute. Schlaglöcher oder die bereits erwähnten künstlichen Fahrbahnerhöhungen nimmt der Swift souverän. Und auch mit engen, verwinkelten Stellen hat der Kleinwagen keine Schwierigkeiten, der Wendekreis liegt bei 9,60 Meter.

Übereifriger Abstandswarner

Bei den Assistenzsystemen hat sich im neuen Swift einiges getan. Suzuki setzt dabei wie schon beim Anfang des Jahres eingeführten Ignis auf ein kamera- und laserbasiertes System. So stehen Swift-Fahrern künftig optional beispielsweise ein Notbremsassistent, ein Abstandswarner, ein Spurhaltewarnsystem, ein Fernlichtassistent und ein adaptiver Tempomat zur Verfügung.

Sie alle erfüllten im Test ihren Dienst, der Abstandswarner war sogar ein wenig übereifrig. Gefühlt griff er äußerst früh ins Geschehen ein und schreckte den Fahrer mit einem penetranten Piepsen bei noch recht großem Abstand zum Vordermann auf. Gelegentliche Schwierigkeiten hatte er zudem, parkende von fahrenden Autos zu unterscheiden.

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