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Techno Classica kollidiert mit Retro Classics

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Im Jahr 2012 war es einmal passiert und sollte nie wieder geschehen: Doch 2018 buhlen die beiden größten Oldtimermessen erneut zum gleichen Termin um die Besucher – mit Nachteilen für alle Beteiligten.

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Kämpfen um die Vormachtstellung als weltgrößte Oldtimermesse: Techno Classica und Retro Classics.
Kämpfen um die Vormachtstellung als weltgrößte Oldtimermesse: Techno Classica und Retro Classics.
(Bild: Vogel Business Media)

Nicht nur innerhalb einer Ehe schwört man sich etwas. Auch in anderen Beziehungen sollten Absprachen von Dauer und verlässlich sein. Dazu gehörte eigentlich jene Schlussfolgerung, die die Siha, Veranstalter der Techno Classica (Essen), und die Messe Stuttgart als Ausrichter der Retro Classics im Jahr 2012 gezogen hatten. Damals war es zu einer Frontalkollision im Terminkalender gekommen: Beide Oldtimermessen fanden zur selben Zeit statt.

Von dieser Entwicklung profitierte keine der beiden Messen, von den Ausstellern und Besuchern ganz zu schweigen. Denn selbst wenn ein Aussteller Manpower und Kosten für beide Großveranstaltungen hätte aufbringen können: Technisch war es selbstredend unmöglich, auf beiden Hochzeiten zu tanzen. Ergo gelobten beide Kontrahenten: „Nie wieder!“

Die zeitlichen Terminkorridore waren seither abgesteckt: Die Retro Classics hatte ihren Platz im März, die Techno Classica im April. Doch im Frühjahr 2018 kommt es erneut zum terminlichen Zusammenstoß: Während die Stuttgarter mehr oder weniger traditionell Ende März (22. bis 25.3.) ihre Veranstaltung über die Bühnen gehen lassen, rutschen die Essener erneut vom April in den März (21. bis 25.3.) vor. Das hat Konsequenzen, wie das Beispiel der Firma Mechatronik, eines Spezialbetriebs für Mercedes-Benz-Klassiker, zeigt.

„Selbst als im Jahr 2012 zum ersten Mal beide Messen auf denselben Termin fielen, waren wir bereit, beide Messen mit den Mechatronik-Messeständen zu bestücken. Die Doppelbelastung stellte unser gesamtes Messeteam damals vor eine große Herausforderung. Da jetzt erneut beide Messen auf denselben Termin fallen, haben wir uns entschlossen, 2018 weder auf der Retro Classics noch auf der Techno Classica mit einem eigenen Stand vertreten zu sein“, erklärt hierzu Björn Schmidt, verantwortlich für das Marketing der Unternehmensgruppe.

Die Firma hat den Eindruck, dass beide Messen den Zwist um die vermeintliche Vormachtstellung letztlich auf dem Rücken ihrer Kunden, sprich den Ausstellern, austragen. „Dem sind wir nun endgültig überdrüssig und ziehen daraus die Konsequenzen“, sagte Schmidt. Diesem Statement ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

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