Vjumi Telematikdienst bald für alle freien Werkstätten verfügbar

Von Jakob Schreiner

Die Vjumi-Funktionen sind ab 1. Juli für alle freien Werkstätten verfügbar. Das System funktioniert dann unabhängig von der verwendeten Werkstattsoftware über eine Plattform und adressiert so neue Zielgruppen. Zuvor konnten nur Kunden mit einer Kataloglizenz der Select AG den Dienst nutzen.

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Für die Anbindung des Fahrzeugs ist ein nachrüstbarer Dongle vorhanden. Vjumi funktioniert grundsätzlich aber auch ohne Dongle, sofern der Hersteller einen Zugang zum Fahrzeug gewährt.
Für die Anbindung des Fahrzeugs ist ein nachrüstbarer Dongle vorhanden. Vjumi funktioniert grundsätzlich aber auch ohne Dongle, sofern der Hersteller einen Zugang zum Fahrzeug gewährt.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Der Telematikdienst Vjumi ist ab dem 1. Juli 2022 für alle freien Werkstätten verfügbar. Das teilte die Einkaufskooperation Select AG auf der in Stuttgart abgehaltenen Hausmesse vergangenes Wochenende mit. Bisher können den Telematikdienst nur Werkstätten nutzen, die die Werkstattsoftware von Select, den Auto-Teile-Pilot (ATP), nutzen.

Das jetzt präsentierte Vjumi-Dashboard lässt sich unabhängig von anderen Systemen verwenden; es muss nicht in die Werkstattsoftware integriert werden. Dadurch verschwindet eine große Systemhürde. So können nun auch Kfz-Betriebe, die ihre Ersatzteile nicht von der Select AG bzw. deren Aktionären erhalten, die digitale Anwendung ohne großen Aufwand nutzen. Auch Werkstätten im Ausland sollen dann den Telematikdienst verwenden können. Dafür wird die Anwendung an die jeweils geltenden Datenschutzrichtlinien angepasst und in einer englischsprachigen Version erscheinen.

Der Funktionsumfang sowie die Benutzeroberfläche sollen dabei ähnlich sein wie bei der Nutzung des ATP. Die Nutzung von Vjumi über den ATP sei dabei aber etwas komfortabler und übersichtlicher, so Stephan Westbrock, Vorstand der Select AG: „Das Dashboard fungiert als eine Art Fenster, durch welches die Mitarbeiter der Werkstatt auf unsere IoT-Plattform zugreifen können.“ Bereits bei der Vorstellung des Telematikdienstes im Februar 2021 sagte Westbrock, dass Vjumi grundsätzlich eine offene Plattform sei und keine exklusive Lösung für Select-Partner darstellen solle.

Was der Dienst für freien Werkstätten kosten soll, die bislang kein Teil der „Select-Welt“ sind, sei noch nicht final geklärt, teilte ein Sprecher auf Nachfrage von »kfz-betrieb« mit. Weiter sagte er dazu, dass sich die Kosten „aber nicht unwesentlich vom bisherigen Preis unterscheiden“ sollen.

Im Kern des Dienstes, der von der Select-Tochter D-Amp GmbH betrieben wird, geht es darum, den Partnerwerkstätten eine direkte und digitale Kommunikation mit ihren Kunden zu ermöglichen. Mit dem Dienst können Werkstätten beispielsweise ihre Kunden an den nächsten Service erinnern, Fahrzeugfehler aus der Ferne diagnostizieren und direkt einen verbindlichen Termin über das Mobiltelefon des Kunden vereinbaren. Die Anbindung des Fahrzeugs kann über einen OBD-Dongle, aber auch direkt über das Fahrzeug passieren – sofern der Hersteller einen Zugang ermöglicht.

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