Tesla Tesla führt abgespecktes Model Y in Deutschland ein

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

In den USA hat Tesla mit einem günstigeren Basismodell für das Model Y auf die gekappte E-Auto-Förderung reagiert. Nun soll das Modell auch in Deutschland gegen die Absatzflaute helfen. Im Heimatmarkt macht zugleich der „Autopilot“ neue Probleme.

Den Tesla Model Y gibt es in Deutschland künftig in einer schlechter ausgestatteten „Standard“-Version.(Bild:  Tesla)
Den Tesla Model Y gibt es in Deutschland künftig in einer schlechter ausgestatteten „Standard“-Version.
(Bild: Tesla)

Tesla will auch in Deutschland mit einem günstigeren, abgespeckten Fahrzeug gegen die diesjährigen Absatzrückgänge ankämpfen. Die neue „Standard“-Version des Kompakt-SUV Model Y wird ab 39.990 Euro verkauft. Die nächsthöhere Modellvariante ist dann „Premium“ mit einem Preis ab 49.990 Euro.

Ursprünglich hatte Musk ein günstigeres Fahrzeug zum Preis ab 25.000 US-Dollar (rund 21.445 Euro) in Aussicht gestellt. Doch im vergangenen Jahr entschied er, kein komplett neues billigeres Modell mit einem innovativen Produktionsverfahren zu entwickeln, sondern eine abgespeckte Version bereits bekannter Wagen zu verkaufen. Das neue Fertigungssystem soll dagegen beim geplanten spezialisierten Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale zum Einsatz kommen.

Tesla hat seit Monaten mit Verkaufsrückgängen zu kämpfen, die in Europa besonders stark waren. So halbierten sich die Neuzulassungen in Deutschland in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf 14.845 Fahrzeuge. Als Gründe gelten die verstärkte Konkurrenz sowie die politischen Aktivitäten des für seine rechten Ansichten bekannten Firmenchefs Elon Musk.

Weniger Reichweite und Funktionen

Im September gab es ein etwas besseres Ergebnis mit einem Minus von 9,4 Prozent auf gut 3.400 Neuzulassungen in Deutschland. Damit lag Tesla im deutschen Elektroauto-Markt auf Rang drei – hinter VW und Skoda und vor Seat. Im Heimatmarkt USA trieb das von Präsident Donald Trump vorangetriebene Auslaufen der Elektroauto-Subventionen zum Monatsende die Verkäufe an.

Die „Standard“-Version des Model Y mit Hinterradantrieb hat eine etwas kürzere Reichweite: 534 Kilometer statt 622 Kilometer bei der „Premium“-Variante. Außerdem hat sie im Vergleich zu „Premium“ weniger Lautsprecher, kein Display in der hinteren Sitzreihe, kein adaptives Fernlicht und eine einfacher gestaltete Frontpartie. Das Model Y wird für Europa in Grünheide bei Berlin gebaut.

„Autopilot“-Software erneut im Visier der US-Ermittler

Während sich der Hersteller mit dem Basismodell gegen Absatzeinbrüche wappnet, droht neuer Ärger wegen des Fahrassistenz-Systems „Autopilot“. Das ist ins Visier neuer Ermittlungen der US-Verkehrsaufsicht geraten. Im Mittelpunkt steht die Version „Full Self Driving“ (komplett selbstfahrend). Damit sollen Teslas Elektroautos mit der Zeit autonom fahren – noch sollen aber die Menschen am Steuer bei Fehlern eingreifen. Bei der neuen Untersuchung geht es unter anderem um Fälle, in denen die Software die Autos auf die Gegenfahrbahn lenkte oder trotz roter Ampeln auf Kreuzungen fahren ließ.

Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft bei ihrer Untersuchung 58 Zwischenfälle, bei denen 23 Menschen verletzt wurden. Zu Todesfällen kam es dabei nicht. Der NHTSA wurden sechs Fälle gemeldet, in denen die FSD-Software Teslas an roten Ampeln vorbei auf Kreuzungen steuerte und es dadurch zu Unfällen kam. Mehrere der Zwischenfälle ereigneten sich an derselben Kreuzung im Bundesstaat Maryland. Bei der Untersuchung soll auch bewertet werden, wie gut das FSD-System Verkehrszeichen und die Verkehrsführung erkennt und sich daran orientiert.

Grundstein der Zukunftspläne

Musk versucht gerade, Tesla auf Robotaxis und humanoide Roboter auszurichten, während die Autoverkäufe seit dem vergangenen Jahr schwächelten. In der texanischen Stadt Austin befördert die Firma mit einigen selbstfahrenden Autos Fahrgäste ohne einen Menschen am Steuer. Allerdings sitzt noch ein Aufpasser auf dem Beifahrersitz. Auch die Tesla-Robotaxis wurden bei Verstößen gegen Verkehrsregeln gefilmt. Die NHTSA startete schon vor Jahren mehrere Untersuchungen zur herkömmlichen Version des „Autopilot“-Assistenzsystems.

(ID:50586418)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung