Pkw-Bestand Trabant, Dacia und Skoda bauen Präsenz auf der Straße erheblich aus

Quelle: sp-x 2 min Lesedauer

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Fast 50 Millionen Pkw sind auf deutschen Straßen unterwegs. Während die Zahl steigt, ändert sich der Mix. Vor allem in der Mitte des Marktes.

Das DDR-Volksauto, der Trabant, wächst 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im Pkw-Bestand. Auch andere Fabrikate legen signifikant zu.(Foto:  gemeinfrei)
Das DDR-Volksauto, der Trabant, wächst 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung im Pkw-Bestand. Auch andere Fabrikate legen signifikant zu.
(Foto: gemeinfrei)

Der deutsche Pkw-Bestand ist auf fast 50 Millionen Pkw angewachsen – Veränderungen machen sich da nur langsam bemerkbar. Deutlich sichtbar werden Verschiebungen allerdings, wenn man die Daten und Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) über einen längeren Zeitraum hinweg vergleicht.

Besonders stark gewachsen sind in dieser Dekade Marken, die zuvor eher als Herausforderer galten. Die tschechische VW-Tochter Skoda legte seit 2016 um gut 1,11 Millionen Pkw auf 2,87 Millionen zugelassene Fahrzeuge zu und hat mittlerweile Renault als größte Importmarke in Deutschland abgelöst. Seat gewann rund 762.000 Fahrzeuge hinzu und kommt auf 1,71 Millionen, Hyundai wuchs seit 2016 um 637.000 Pkw auf 1,58 Millionen Bestandsautos.

Die rumänische Renault-Tochter Dacia hat seinen Bestand in zehn Jahren sogar mehr als verdoppelt und kommt inzwischen auf rund 851.000 Pkw. Auch Kia, Mini und Porsche haben in der Zehn-Jahres-Sicht spürbar zugelegt. Insgesamt stieg die Zahl der zugelassenen Pkw in diesem Zeitraum um knapp zehn Prozent auf 49,49 Millionen Einheiten.

Traditionsmarken verlieren deutlich

Auf der anderen Seite schwindet der Bestand einiger früherer automobiler Schwergewichte zusehends. Die Opel-Betriebe verloren seit 2016 rund 879.000 potenzielle Kunden, der Opel-Bestand fällt auf 3,81 Millionen Pkw. Als Resultat haben die Rüsselsheimer den jahrzehntelang angestammten zweiten Platz mittlerweile an Mercedes abgegeben. Die Stuttgarter liegen aktuell mit rund 4,7 Millionen Pkw hinter VW mit 10,3 Millionen.

Anderen starken Marken ging es nicht viel besser als Opel: Peugeot büßte seit 2016 rund 251.000 Einheiten ein, Renault knapp 246.000. Ford liegt über die Dekade nur leicht im Minus, hat zuletzt aber ebenfalls sichtbar an Gewicht verloren. Das Bild passt zu einer langsamen Neuordnung des Marktes: Vor allem im Mittelfeld und unter den Importmarken haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verschoben.

Für weitere Bewegung könnten in der kommenden Dekade die chinesischen Hersteller sorgen. Bislang befinden diese sich auf den Gesamtbestand gesehen aber noch in der Aufbauphase. Rechnet man die Bestandszahlen von MG, BYD, GWM, Leapmotor, Nio, Xpeng oder Lynk & Co zusammen, kommen sie auf rund 116.300 Pkw im Bestand. Das entspricht 0,24 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Pkw. Ein Jahr zuvor waren es 0,14 Prozent.

Bestand an Liebhaber-Fahrzeugen wächst

Interessante Randnotizen liefert die Statistik ebenfalls. So ist der Sachsenring-Bestand trotz des Produktionsendes vor Jahrzehnten stark gestiegen: Waren 2016 nur noch 33.550 Trabant im Bestand, sind es mittlerweile wieder 41.862 Fahrzeuge. Darunter dürfte viele von Liebhabern wieder in Schuss gebrachte Modelle sein. Generell wächst der Bestand an Oldtimern. Zum 1. Januar waren 822.537 Pkw mit und ohne H-Kennzeichen angemeldet, die älter als 30 Jahre sind. Das ist ein Anstieg um 4,1 Prozent.

Auch Marken wie Saab profitieren offenbar von ihren Fans: So ist der Bestand der schwedischen Marke gegenüber 2016 zwar um rund 20.000 Fahrzeuge geschrumpft, lag in den vergangenen Jahren trotz eingestellter Produktion aber relativ stabil bei zuletzt 32.248 Pkw.

Noch stärker ist der Erhaltungs-Effekt bei echten Luxusmarken zu sehen. Ferrari kommt inzwischen auf 15.605 wohl meist gut gepflegte Bestandsfahrzeuge und ist damit fast so groß wie Lancia mit 16.430 Einheiten.

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