Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Präsident Ziegler kritisiert autofeindliche Politik

Von Holger Zietz 3 min Lesedauer

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Bei der Versammlung des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg drehten sich die Gespräche der Mitglieder unter anderem um den aktuellen Stand der Transformation der Branche und die Rolle der chinesischen Autohersteller. Präsident Michael Ziegler kritisierte den politischen Kurs der Bundesregierung.

Forderten gemeinsam die Einheit und den Zusammenhalt des Kfz-Gewerbes: (v. l.) Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Baden-Württemberg, ZDK-Präsident Arne Joswig und Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.(Bild:  Zietz - VCG)
Forderten gemeinsam die Einheit und den Zusammenhalt des Kfz-Gewerbes: (v. l.) Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Baden-Württemberg, ZDK-Präsident Arne Joswig und Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.
(Bild: Zietz - VCG)

Ein Automarkt im Ausnahmezustand – da helfe nur ein starkes Kfz-Gewerbe, das mit einer Stimme spreche. Eine Unterscheidung im Gewerbe komme nicht in Frage. So appellierte Michael Ziegler, Präsident des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg, an die Teilnehmer der Versammlung des Landesverbandes in der Zukunftswerkstatt 4.0 in Esslingen. „Das Kfz-Gewerbe muss sein Können und seine Kompetenz in den Mittelpunkt stellen, wenn mit den Herstellern gesprochen wird.“

Angesichts der gerade anhaltenden Schwächephase der Wirtschaft sieht Ziegler die Politik in der Verantwortung, die Bedingungen zu ändern. Die Kundenakzeptanz für das E-Auto scheine zu schwinden – Gründe dafür dürften auch die noch immer hohen Preise für die Stromer sein.

Hinzu geselle sich eine „autofeindliche Politik“ sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Der Markt werde überreguliert und sei nicht offen für alle Technologien. „Es ist nicht die Meinung der Verbraucher, auf das Auto zu verzichten“, so Ziegler.

Die Geschlossenheit im Gewerbe mahnte auch Arne Joswig an. Bei der Podiumsdiskussion forderte der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) die Mitglieder auf, sich aktiv einzubringen. „Macht mit in der Verbandsarbeit“, sagte Joswig. Es brauche nun mehr Miteinander, Offenheit für Neues und den Blick über den Tellerrand hinaus sowie offen geführte Debatten.

Betriebe müssen Verbrenner und Stromer beherrschen

Joswig erklärtes Ziel seiner Lobbyarbeit ist es, die Sichtbarkeit des Gewerbes bei den politischen Entscheidern in Berlin und Brüssel zu erhöhen. Dort müsse klar sein, was der Zugang zu Daten und die neuen Vertriebssysteme für das Gewerbe bedeuten, betonte er.

In der Frage der vakanten Stellen in der Abteilung Technik des Zentralverbandes versprach Joswig Abhilfe: „Wir sind bereits in Personalgesprächen.“

Über die Transformation der Automobilwirtschaft und den aktuellen Stand informierte Franz Loogen von E-mobil BW und Leiter der nationalen Plattform E-Mobilität. Die Zahl der Elektrofahrzeuge steige, wenn auch langsam. Gleichwohl empfahl er den Mitgliedern, weiter ihre Fertigkeiten in Bezug auf den Verbrennungsmotor zu erhalten. Kfz-Betriebe müssten zukünftig beide Technologien beherrschen.

Der Markteintritt der chinesischen Hersteller mit Elektrofahrzeugen war ein weiterer Tagungspunkt. „Die Zulassungszahlen steigen stetig“, erklärte dazu Professor Dr. Stefan Reindl in seinem Vortrag. Chinesische Marken legen seiner Meinung nach Wert auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das große Manko dieser Marken sei aber ihre fehlende Bekanntheit beim Verbraucher. Dabei hätten sie genügend Mittel, um auf dem Markt in die Offensive zu gehen, so Reindl.

Chinesen sind gekommen, um zu bleiben

Der Fokus der Chinesen liege klar auf dem elektrischen SUV. Im Vertrieb der Fahrzeuge hätten die Hersteller aus dem Reich der Mitte unterschiedliche Konzepte, die vom Direktvertrieb bis zum Händlernetz reichen würden. Für Reindl steht jedoch fest: Die Chinesen sind in den europäischen Markt eingetreten, um zu bleiben.

Auch das Thema Weiterbildung und Fachkräfte stand in Esslingen an. Alle Veränderungen im Kfz-Gewerbe müssen von Menschen getragen werden. „Bilden Sie über den Bedarf aus“, machte Sylvia Gerl, Schulleiterin der BFC in Northeim, in ihrem Statement deutlich. Vor allem die Unternehmen müssten sich um ihre Mitarbeiter kümmern und versuchen, sie an sich zu binden. Ansonsten gingen diese zum nächsten Arbeitgeber. Eine Möglichkeit, insbesondere junge Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, seien beispielsweise Fortbildungsverträge, empfahl Gerl.

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