Eine Viertelmillion Fahrzeuge wurden seit Kriegsbeginn in der Ukraine zerstört. Die Importe reichen nicht aus, um den Bedarf zu decken, obwohl Importzoll und -steuern vorübergehend entfallen. Importeure brauchen aktuell vor allem eins: Geduld.
Kilometerlange Staus an der Grenze zur Ukraine sind an der Tagesordnung. Wer Autos in das vom Kriesgeschehen gebeutelte Land importieren möchte, muss viel Geduld mitbringen.
(Bild: Łukasz Solski)
Seit Februar herrscht Krieg in der Ukraine. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt in dem osteuropäischen Land: Die ukrainische Regierung beziffert den Verlust der zerstörten Fahrzeuge durch das Kriegsgeschehen auf 250.000 Einheiten. Um diesen Verlust ausgleichen zu können, ist die Einfuhr gebrauchter Fahrzeuge vorübergehend gelockert: Bei Importen entfallen Zoll, die Mehrwertsteuer und die sogenannte Akzise, eine Steuer, die von der Größe des Motors abhängig ist. Insgesamt werden die Autos dadurch um rund 30 Prozent günstiger.
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Trotz Krieg und der damit einhergehenden Schwierigkeiten mit der Zollabfertigung, dem Zugang zu Kraftstoff oder dem Geldwechsel haben die Menschen in der Ukraine Bedarf an Mobilität und an Fahrzeugen. Zum einen, weil in vielen Regionen des Landes das Leben relativ normal zu verlaufen scheint, und zum anderen, weil der Pkw im Krieg noch wichtiger wurde als in Friedenszeiten. Daher wundert es nicht, dass Hunderte Autotransporter voll beladen mit Pkw unterschiedlicher Marken über die ukrainische Grenze rollen.
Kilometerlange Autoschlangen an den Grenzübergängen
Diese Transporter und private Importeure können die ukrainische Grenze nur an zwei Übergängen überschreiten; allerdings sind dort nur wenige Zöllner im Einsatz. Daher bilden sich an diesen Grenzübergängen riesige Autoschlangen von bis zu 15 Kilometern Länge. In Spitzenzeiten betrug die Wartezeit fünf Tage. Die meisten Gebrauchtwagen sind auf private Initiative eingeführt worden. Frauen reisen in den Westen und besorgen Fahrzeuge. Einen großen Teil – vor allem SUV und Allradfahrzeuge – beansprucht das Militär.
Top 10 Gebrauchtwagen-Importe in die Ukraine
Polen exportiert die meisten gebrauchten Pkw in die Ukraine; gefolgt von Deutschland, Litauen und USA. Gefragt sind auch Fahrzeuge aus Tschechien, den Niederlanden, Frankreich, Slowakei und der Schweiz. Das Durchschnittsalter der importierten Gebrauchtwagen liegt bei 14 Jahren, der Durchschnittspreis bei 5.000 Euro. Aktuell besteht großes Interesse an Minibussen, die sehr universell eingesetzt werden.
Das sind die Top 10 der Gebrauchtwagen-Importe:
1. VW Passat
2. VW Golf
3. Skoda Octavia
4. Audi A6
5. VW Touran
6. Renault Megane
7. Audi A4
8. Opel Zafira
9. Ford Focus
10. Opel Astra
Quelle: Samar
Laut dem Institut für Automobilmarktforschung Samar in Warschau wurden von Februar bis Juli 2022 insgesamt 285.500 Gebrauchtwagen in die Ukraine eingeführt. Das reicht gerade so aus, die Menge der im Krieg zerstörten Fahrzeuge zu kompensieren. Aber es reicht nicht aus, um die individuelle (Alltags-)Mobilität der Ukrainer sicherzustellen.
Autos aus Russland will keiner mehr
Vor dem Krieg fuhren auf den Straßen Pkw der Modelle Lada und Lanos. Diese Autos aus russischer Produktion will in der Ukraine keiner mehr. Gesucht sind weder Luxus- noch Neuwagen. Schon vor dem Krieg, als Gebrauchtwagen aufgrund der hohen Steuern relativ teuer waren, erlaubten es die niedrigen Löhne und Gehälter der Ukrainer nicht, kostspielige Autos zu kaufen. Auf ukrainischen Straßen rollten verhältnismäßig selten hochpreisige Fahrzeuge. Vor allem in ländlichen Regionen traf man auf Fahrzeuge, die 30 bis 40 Jahre alt sind. Das durchschnittliche Fahrzeugalter in der Ukraine liegt, so Samar, bei 14 Jahren; der Durchschnittspreis liegt bei rund 4.200 Euro.
Ende Juli brach der Import gebrauchter Pkw fast ein, wurde aber nicht gänzlich gestoppt. Seither werden deutlich mehr Fahrzeuge mit Allradantrieb oder Vans ins Land gebracht. Die meisten Pkw kommen aus Deutschland, 40 Prozent aus dem Nachbarland Polen.
Gebrauchtwagenmarkt im Nachbarland Polen leergefegt
Doch inzwischen ist der polnische Gebrauchtwagenmarkt regelrecht leergefegt. Online-Angebote sind nach spätestens 15 Minuten verkauft. Aktuelle Statistiken über Autos, die in Polen neu registriert wurden, belegen, dass der größte Teil von ihnen direkt in die Ukraine exportiert wurde.
Polen importierte im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 403.251 gebrauchte Pkw und kleine Lkw (bis 3,5 Tonnen). Das waren 15 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Alter dieser Fahrzeuge betrug zwölf Jahre und acht Monate. Die meisten Autos kamen aus Deutschland (209.734), Frankreich (52.667), Belgien (27.288), Niederlande (21.627) und den USA (17.817). Laut dem Automobilinstitut Samar entspricht das aktuelle Importvolumen dem des Jahres 2013. Die ältesten eingeführten Pkw sind Benziner, die älter als 13 Jahre sind; die Elektroautos sind im Schnitt 5,77 Jahre alt.
Stand: 08.12.2025
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