TÜV Rheinland: Warum die HU bei Gasautos teurer ist

Autor / Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Egal ob Diesel, Benziner, Hybrid oder rein elektrisch: Der Preis für eine Hauptuntersuchung ist für alle gleich. Lediglich bei flüssig- oder erdgasangetriebenen Fahrzeugen kostet die HU mehr. Der TÜV Rheinland erklärt, was gasbetriebene Fahrzeuge so besonders macht.

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Günstiger Kraftstoff, teurere HU: Das Prüfen von Gasautos ist aufwändiger als bei anderen Pkw.
Günstiger Kraftstoff, teurere HU: Das Prüfen von Gasautos ist aufwändiger als bei anderen Pkw.
(Bild: Zukunft Erdgas e.V.)

Vor der Hauptuntersuchung sind alle Fahrzeuge gleich. Diesel, Benziner, Elektro- und Hybridautos müssen in Zwei- beziehungsweise Dreijahresabständen darauf geprüft werden, ob sie die Vorschriften zu Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit noch einhalten. Wie die Experten des TÜV Rheinland erklären, bedeutet dies für die Prüfingenieure keine besondere Herausforderung. Schließlich mache der Antriebsstrang lediglich zehn Prozent eines Fahrzeugs aus, weiß der TÜV-Rheinland-Fachmann Thorsten Rechtien.

Ihm zufolge unterscheiden sich die Prüfkriterien insgesamt kaum, weshalb die HU-Kosten unabhängig von der Antriebsform identisch seien. Einzig gasbetriebene Fahrzeuge sind davon ausgenommen. Grund dafür ist ihre Konstruktionsweise, die zusätzlichen Prüfaufwand erfordert, so Rechtien.

Gastank muss dicht sein

Was flüssig- und erdgasbetriebene Fahrzeuge so besonders macht, ist, dass sie zwei Tanks besitzen, einen Gas- sowie einen Benzintank, aber beides in einem Motor verbrannt wird. Dies ist auch der wesentliche Unterschied zu Hybrid-Pkws, die über zwei Kraftstoffspeicher und zwei Motoren beziehungsweise Antriebsstränge verfügen.

Der Mehraufwand für die HU ergibt sich laut TÜV Rheinland aus der für die Gasanlagen erforderlichen Prüfung auf Dichtigkeit. Sie würden Mehrkosten von 26,10 Euro pro Termin verursachen. Außerdem muss Rechtien zufolge der Gastank mindestens halb voll sein, damit die Dichtigkeitsprüfung durchgeführt werden kann. Er rät deshalb, vor der HU nochmals zu tanken, denn es seien schon Besitzer zurückschickt worden, da sie praktisch mit leerem Gastank zur Prüfstelle gekommen sind.

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