VIN-Abfrage für 86 Prozent der Fahrzeuge
Mit der VIN-Abfrage lässt sich über SilverDAT fast jedes Fahrzeug klar identifizieren – und schafft eine sichere Basis für die Gebrauchtwagenbewertung und Unfallschadenabwicklung.
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Über die so genannte VIN-Abfrage kann die DAT 86 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge genau identifizieren. Diese Daten stehen allen Branchenteilnehmern zur Verfügung, die mit der Silverdat arbeiten. Es sei denn, es geht um einen BMW. Die Münchner verbieten die Datenweitergabe an Nicht-Fabrikats-Werkstätten. Gegenüber »kfz-betrieb« ONLINE erläutert der stellvertretende DAT-Geschäftsführer Jens Nietzschmann den Anwendernutzen des Programms.
Redaktion: SilverDAT bietet dem Handel ein umfassendes Datenpaket, das von der Reparaturkalkulation, der Teilebestimmung bis hin zur GW-Bewertung und Bestandsverwaltung alles abdeckt. Was fehlt, sind Reparaturinformationen. Warum?
Jens Nietzschmann: Insbesondere aus Sicht von Betrieben ohne Fabrikatsbindung wäre SilverDAT mit Reparaturinformationen tatsächlich noch vollständiger. Weshalb wir diese Inhalte bisher trotzdem nicht integriert haben, liegt an der Tatsache, dass viele unserer Kunden nicht bereit sind, für diese Zusatzleistungen erhöhte Lizenzgebühren in Kauf zu nehmen. Besonders vor dem Hintergrund, dass diese Daten den Betrieben häufig vom Teilegroßhandel kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, habe ich Verständnis für diese Einstellung.
Sind die dafür notwendigen Investitionen denn so gewaltig?
Die Erweiterung unseres Leistungsangebotes um die Reparaturinformationen in der von uns gewohnten Datenqualität wäre mit erheblichem zusätzlichen Personalaufwand verbunden, welcher sich zwangsläufig in höheren Preisen für SilverDAT niederschlagen müsste. Dies möchten wir unseren Kunden, vor allem angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage, nicht zumuten. Unabhängig davon investieren wir natürlich laufend in die Pflege und Aktualisierung unsere Produkte ohne gleichzeitig an der „Preisschraube“ zu drehen. So stellen wir SilverDAT unseren Kunden seit nunmehr 21 Jahren zum gleichen Preis zur Verfügung, obwohl wir den Leistungsumfang seither vervielfacht haben. Dass diese Politik von unseren Kunden honoriert wird, zeigt die große Verbreitung von SilverDAT.
Die Deutsche Automobil Treuhand wird die Reparaturinformationen also nicht selbst zur Verfügung stellen – wie sieht es denn mit entsprechenden Schnittstellen aus?
Das ist eine unserer großen Stärken. Wir machen es anderen Anbietern bei gemeinsamen Kunden sehr einfach, indem wir über offene Schnittstellen zahlreiche Brücken zu Fremdsystemen gebaut haben. Beispielsweise enthält die SilverDAT eine Schnittstelle zu den ZKF-Reparaturtipps, das heißt, hier wurde von uns gemeinsam mit dem Zentralverband Karosserie und Fahrzeugtechnik eine Brücke von der Kalkulation zur Reparaturhilfe geschlagen.
Wie wirkt sich das in der Werkstatt aus?
Der Anwender kann so direkt aus der grafischen Erfassungsmaske von SilverDAT auf die fahrzeugspezifischen Reparaturinformationen des ZKF zugreifen. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass er dafür neben SilverDAT gleichzeitig Lizenznehmer des ZKF für die Reparaturtipps sein muss. Die Verbindung kostet den DAT-Anwender von unserer Seite übrigens nichts – wir haben noch nie Geld für irgendwelche Schnittstellen verlangt. Auch gibt es bei unseren Schnittstellen keinerlei technische Einschränkungen. Jedes Unternehmen, das im Bereich der Informationen rund um das Auto tätig ist, kann unsere Schnittstellen auch kostenfrei nutzen und dadurch erhebliche Effekte erzielen: So haben wir über unseren DAT-Europa-Code immer ein korrekt identifiziertes Fahrzeug parat und ersparen den gemeinsamen Anwendern somit die aufwendige Nacherfassung in den Fremdsystemen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass die dort vorhandenen Fahrzeugdaten, wenn überhaupt vorhanden, meist nur auf dem sehr eingeschränkt nutzbaren KBA-Schlüssel beruhen.
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